Die EFODON-Tagung 1991
im Kloster Benediktbeuern

(c) Gernot L. Geise, veröffentlicht in EFODON NEWS Nr. 6/1992

Lange Vorbereitungen waren erforderlich, lange Vorgespräche und eine umfangreiche Organisation, die Thomas Riemer erfolgreich durchführte, dann war es so weit: Die erste EFODON-Tagung mit hochkarätigen Vorträgen stand. In Zusammenarbeit mit der Phil.-Theol. Hochschule des Klosters Benediktbeuern fand die Veranstaltung am 9. November 1991 statt. Morgens um 10.00 Uhr begann die Tagung mit den einleitenden Worten unseres 1. Vorsitzenden Jörg Benecke, der die Gäste im Namen des EFODON e.V. begrüßte und dann das Wort an Thomas Riemer abgab, der die Zwi-schenansagen und Vorstellungen der einzelnen Redner übernahm.

Als ersten Dia-Vortrag hörten wir von Dr. Reinhardt Helm "Frühzeit des Pfaffenwinkels". Dr. Helm ist der Leiter des Museums Weilheim i. OB., und er legte den Zuhörern detailliert dar, was von wissenschaftlicher Seite über diese bayerische Gegend, den "Pfaffenwinkel", bekannt ist: Der Name kommt daher, dass hier ganz massiv Kirchen und Klöster vorhanden sind, wesentlich mehr, als für die hier lebende Bevölkerung nötig wäre.

Den nächsten Vortrag hielt Hans Ruzicka, Lehrer in Oberhausen/Huglfing. Er sprach über "Die Willenburg bei Oberhausen". Sein Vortrag war Teil seiner derzeitigen Arbeit an der Gemeinde-Chronik, die momentan noch nicht veröffentlicht ist. Deshalb legte Herr Ruzicka auch Wert darauf, dass dieser Vortrag nicht auf Video aufgezeichnet wurde. Wir haben diesen Wunsch selbstverständlich respektiert.

Dr. H.-P. Uenze von der Prähistorischen Staatssammlung München hielt den nächsten Vortrag "Vor- und Frühgeschichte des Isarwinkels". Hier sprach der Fachmann. Ob Kelten, Römer, Boier (Bayern), Dr. Uenze weiß bescheid. Seinen hochinteressanten Vortrag unterlegte er mit einer ganzen Reihe von Dias, die u.a. seltene Funde und Ausgrabungen zeigten.

Nach der Mittagspause erzählte uns Prof. Dr. P. Leo Weber SDB die Geschichte des Klosters Benediktbeuern, und kein anderer wäre dazu wohl besser in der Lage gewesen! Fachkundig, jeden Stein kennend, erläuterte er anhand von Dias auch die Ausgrabungen, die im Kloster bei Renovierungsarbeiten vorgenommen wurden. Bei diesen Ausgrabungen kamen alte Grundmauern und Gräber zum Vorschein, die hier niemand vermutet hatte.


Der "Brunnenschacht" , ein ehemaliger Schanzen-Korrekturschacht

Der "Brunnenschacht" , ein ehemaliger Schanzen-Korrekturschacht

Nach seinem Vortrag führte uns Pater Weber durch das Kloster und zeigte uns an Ort und Stelle, wo ausgegraben wurde. Danach ging es zum Maierhof, doch nicht, ohne vorher den "Brunnen" zu sehen. Dieser "Brunnen", eigentlich ein kreisförmiges Mäuerchen mit etwa einem halben Meter Höhe, wurde in einem naheliegenden Haus in einigen Metern Tiefe bei Ausschachtungsarbeiten gefunden, er war mit Kies und Lehm aufgefüllt und konnte nie die Funktion eines Brunnens gehabt haben. Welchen Zweck er hatte, ist offiziell zwar unklar, aber bei der anschließenden sachkundigen Führung gab Pater Weber das Wort an Reinhold Lück ab, der in diesem und einem ähnlichen "Brunnen" im Maierhof radiästhetische Manipulationspunkte erkannte.

Der Maierhof des Klosters zeigt alle radiästhetischen Zeichen einer Keltenschanze, seine ganze Ausrichtung verläuft auf dem "25-Meter-Gitter".

Reinhold Lück und Thomas Riemer erläuterten anhand einer großen Aufmaßzeichnung die Gegebenheiten, und nicht nur Pater Weber war beeindruckt von den Erkenntnissen der beiden EFODON-Mitglieder. Dr. Uenze war es bisher nicht bekannt, dass es hier auf diesem Territorium keltische Besiedlungen gab, nach seinem bisherigen Wissen war diese Gegend weder keltisch, noch römisch besiedelt.

Alles in allem war diese EFODON-Tagung ein voller Erfolg, nicht zuletzt durch die anschließende Diskussionsrunde, in der Pater Weber fast drei Stunden lang bereitwillig die Fragen der Anwesenden beantwortete.


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(zum Beitrag von Thomas Riemer & Reinhold Lück: "Steht der Maierhof des Klosters Benediktbeuern auf einer Keltenschanze?")