EFODON-Exkursion zum Römerkastell Saalburg

(c) Gernot L. Geise, veröffentlicht in EFODON NEWS Nr. 4/1991

Anlässlich des EFODON-Treffens am 04.05.91 fanden sich zwölf EFODON-Mitglieder zusammen, um die Saalburg auf den Vorläuferbau hin zu untersuchen, der in der "Vorgeschichte von Deutschland" von Carl Schuchardt auf Seite 285 abgebildet ist. In der 5. Auflage 1941 ist ein "Erstes Kastell" eingezeichnet, das in der neueren Literatur gerne unterschlagen wird (siehe Abbildung). Im Limesmuseum Aalen findet sich ein Schaubild, auf dem neuerdings wieder das "Erste Kastell" dargestellt wird, mit der seltsamen Titulatur: "Holzerdekastell".

Skizze des Saalburg-Kastells

Skizze des Saalburg-Kastells (aus: "Vorgeschichte von Deutschland")

Bei genaueren Recherchen findet sich das Wort "Holzerde" als das Material, das den Rest darstellen soll von Holz/Plaggen-Wällen, die irgendwann einmal verbrannt worden sind, und entsprechend eine holzkohleähnliche Substanz enthalten. Bei archäologischen Stichgrabungen im Wall dieses ersten Kastells fand man diese Struktur.

Unsere Vermutung ging von vornherein dahin, in diesem Gesamt-Kastell, Saalburg genannt, das unzweifelhaft römisch ist, eine Überbauung einer keltischen "Viereckschanze" zu sehen. Die von Reinhold Lück vorgenommenen Untersuchungen bestätigten dann den Verdacht (siehe Skizze).

Das erste Kastell auf dem Boden der römischen Saalburg

Das erste Kastell auf dem Boden der römischen Saalburg (Zeichnung: Reinhold Lück)

Der für keltische Viereckschanzen typische Wasserverlauf findet sich, wie in der Skizze eingezeichnet ist. In der Mitte des neueren Hofes findet sich die große Blind Spring (BS), die mit ihrer Wasserresonanz das gesamte Kastell ausfüllt. Außerdem sind noch zwei kleinere BS vorhanden, eine davon unter einem Nebenraum, in dem römische Wanddekorationen rekonstruiert sind. Für uns war der Riss im Fußboden interessanter als die schönen römischen Wandmalereien - zeigte er doch, dass die Kraft der BS, verstärkt durch die Wachstumslinie (WL, auf der Skizze die Nr. 8) immer noch sichtbar wirkt.

Es ergaben sich folgende Erkenntnisse, die Reinhold Lück durch Ausmuten feststellen konnte:

(Beschreibung der obigen Skizze)

1 = Wasseraderverlauf in 23 m Tiefe / rechtspolarisiertes Wasser
2 = Wasseraderverlauf in 63 m Tiefe / linkspolarisiertes Wasser
3 = Wasseraderverlauf in 12 m Tiefe / rechtspolarisiertes Wasser, das in einer Verwerfung (6) hochgedrückt wird und aus einer Tiefe von 56 m kommt (4).
5 = Wachstumslinie (WS) im Boden liegend
6 = Verwerfung
7 = Blind Spring (BS) (stehende Wassersäule)
8 = Wachstumslinie (WS) im Boden liegend
9 = Wasseraderverlauf in 24 m Tiefe, rechtspolarisiertes Wasser; im Innenhof sind noch zwei kleinere BS im selben Wasserlauf
10 = Verwerfung


Der Eingang des "rekonstruierten" Saalburg-Kastells

Der Eingang des "rekonstruierten" Saalburg-Kastells (Foto: Brück)

Das Ausmuten bringt ganz neue Erkenntnisse im Bezug "Heiligtümer und Reizphänomene": Das Innere des Praetoriums – bei Schuchard "Sazellum" genannt – weist einen sehr starken Wasseraderverlauf auf. Das erschwerte das Ausmuten sehr und kostete ziemlich viel Kraft. Außerdem ging es ja nicht nur um die Ausmutung dieses Kastells, sondern auch um die Erkennung der einzelnen Phänomene.

Für unser Projekt ist hier der zugehörige "Holzort" (# 66) Dornholzhausen, Ortsteil von Bad Homburg v.d.H., Landkreis Hochtaunus (HG), Reg.-Bez. Darmstadt.

Der "Ludrenplatz" auf dem Herzberg

Von der Saalburg aus wollten wir noch einen weiteren "wichtigen" Punkt ausfindig machen, nach Gesichtspunkten, die nicht in der Landkarte stehen. Reinhold Lück fragte radiästhetisch danach, ohne je vor Ort gewesen zu sein, und ohne vorher die Landkarte zu untersuchen, indem er die nächstgrößte BS suchte. Vom Taunus-Parkplatz "Silberküppel", etwa einen Kilometer von der Saalburg entfernt, machte sich ein Rutenausschlag bemerkbar, dem es zu folgen galt. Drei Kilometer ging der Weg - immer exakt nach der Wünschelrute - erst noch auf schmalem Wege, dann durch Schneisen und Unterholz, nicht wissend, wo wir diese riesige Blind Spring finden würden, oder wann!


Der "Ludrenplatz" auf dem Herzberg

Der "Ludrenplatz" auf dem Herzberg. Im Hintergrund rechts der Herzbergturm (Fotos: © Geise)

Endlich erreichten wir einen Berghang, der durch Steintrümmer auffiel, die weit umhergestreut waren und immer noch aus dem Humusboden (lichter Buchenbestand) ragten.
Die Resonanzen führten direkt zu einem "Steinhaufen", der nach allen Erfahrungswerten optisch schon als "Feuerstelle" zu erkennen war. Eine Feuer-Signalstation war entdeckt. Interessant dabei:

Keine dreißig Meter weiter, auf der Kuppe, ragte der Herzberg-Turm aus dem Gebüsch (errichtet Anfang dieses Jahrhunderts), an radiästhetisch nutzloser Stelle: Er soll ja auch nur ein Aussichtsturm sein.
Hätten wir das gewusst, wäre ein guter Wanderweg zu benutzen gewesen - so war es aber durchaus spannender.


Der "Ludrenplatz" mit Blick vom Herzbergturm

Der "Ludrenplatz" mit Blick vom Herzbergturm

Die Saalburg liegt in 420 Meter ü.N.N. in einem Sattel, der Herzberg liegt 591.4 Meter hoch und verschafft einen guten Blick über das Rhein-Main-Gebiet und die Wetterau.


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