Das „Treffen der Keltenfreunde“
(28.-29.05.05)

Bericht von Gernot L. Geise
(veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 4/2005)

Wie schon im letzten Jahr erfolgreich veranstaltet, organisierte auch dieses Jahr wieder Paul-Detlef Schmidt vom Samstag, 28. bis Sonntag, 29. Mai das diesjährige "Treffen der Keltenfreunde" in Niederbayern. Das Wetter war hervorragend, schon fast zu heiß, und im Gegensatz zu vorigem Jahr ganz ohne Regen. Treffpunkt war wie im letzten Jahr das Gasthaus Gschaider in Haberskirchen.


Links: Paul-Detlef Schmidt bei seiner Erläuterung des Programms. Mitte und rechts: Wallanlage der "Stopfner Schanze", die einst eine Art Fluchtburg war.


Nach einer Einführung in das Programm durch Paul-Detlef Schmidt berichtete uns der Kreisheimatpfleger Herr Matejka über verschiedene keltische Funde, die man in der Region gemacht hat. Er klärte auch darüber auf, wie heutzutage den Archäologen die Arbeit durch Schatzsucher erschwert wird, die mit modernsten Suchgeräten die Landschaft abgrasen. Dabei handelt es sich schon teilweise um Leute, die diese Raubsucherei professionell geschäftsmäßig betreiben. Gefundene Gegenstände verschwinden meist auf Nimmerwiedersehen in irgendwelchen Privathaushalten oder werden gar eingeschmolzen, falls es sich um Goldgegenstände handelt, um die Herkunft des Metalls zu vertuschen. Nur selten erreicht ein solcher Fund ein Museum.

Nach dem Mittagstisch besichtigten wir die "Stopfner Schanze", die als "ungarnzeitliches Refugium" bezeichnet wird, wobei es sich jedoch nicht um eine Keltenschanze handelt. Es ist ein ehemals durch Wallanlagen befestigter Hügel, der wohl einst militärischen Zwecken diente und auch zeitweise als Fluchtburg für die nahe liegende Gemeinde dienen konnte, wenn kriegerische Auseinandersetzungen bevorstanden. Heute ist das Gelände bewaldet, aber als die Anlage angelegt wurde, dürfte die Gegend baumlos gewesen sein, was eine gute Sicht nach allen Seiten ermöglichte. Erhalten sind heute noch teilweise Wallanlagen und Gräben.

Eine Pause zum Kaffetrinken machten wir beim Wasserschloss Schönau, es ermöglichte uns einen angenehmen Spaziergang durch den Schlosspark. Der anschließend besichtigte "Feuerlöschteich" im Wald war ebenfalls keine Keltenschanze, wie es zuvor angenommen wurde.


Die Sonnenuhr des Wasserschlosses Schönau zeigte allerdings (noch) die Winterzeit an ...


Am Abend versammelten wir uns gemeinsam auf dem Anwesen von Paul-Detlef Schmidt am Lagerfeuer zu gemütlichen Gesprächen und Diskussionen. Am Sonntagmorgen trafen wir uns beim Bahnhof Bad Birnbach, um von dort aus auf einen nahe gelegenen bewaldeten Berghügel zu klettern, der als "Hunnen-Wall" bezeichnet wird. Der Aufstieg war wegen eines fehlenden Weges durch Brennnesselfelder nicht einfach. Auf der Kuppe muteten wir das Gelände aus. Danach stand hier einst eine befestigte Anlage mit Burg-Charakter. Die Burgmauer ließ sich einwandfrei radiästhetisch nachweisen. Interessanterweise enthielt die Anlage keine Beobachtungstürme, was wohl auch nicht nötig war, denn - wie beim "Ungarn-Refugium" - hatte man von hier oben damals wohl eine gute Aussicht nach allen Seiten. Wir konnten einige ehemalige Gebäude muten, Hohlräume und den ehemaligen Zugang, bei dem noch ansatzweise der alte Zugangsweg in den Wiesen erkennbar war.

Eine anschließende Fahrt führte uns über Waldwege zu der so genannten "Runen-Quelle". Dort befinden sich einige Findlinge sowie ein Runenstein, der der Quelle ihren Namen gab. Danach besuchten wir das Rottauer Museum für Fahrzeuge, Wehrtechnik und Zeitgeschichte in Pocking.


An der Runenstein-Quelle. Links: Hinweisschild, Mitte: bei den Findlingen, rechts: Der Runenstein bei der Quelle (Fotos: © Augustin)


Bei diesem Museum mit einer Ausstellungsfläche von über 700 Quadratmetern in mehreren Hallen handelt es sich nicht etwa, wie der Besitzer Robert Niedermeier ausdrücklich betonte, um eine wie auch immer geartete Glorifizierung der Zeit des Zweiten Weltkrieges, sondern um eine reine Dokumentation von Waffen und Gegenständen des täglichen (Kriegs-) Lebens aus jener Zeit. Niedermeier hatte seine Sammelleidenschaft für alte (Kriegs-) Geräte genutzt, um aus seiner immer größer werdenden Sammlung ein Museum zu erschaffen. Nicht nur die unterschiedlichsten Ausrüstungsgegenstände lagen in Vitrinen säuberlich beschriftet, auch Großgeräte befinden sich in dem Museum. In einer Halle standen neben anderen Geräten beispielsweise eine Flak-Batterie, Autos, Lastwagen und Motorräder, im Hof standen u. a. auch ganze Panzer, Flugzeugmotoren abgestürzter Bomber oder der Treibstofftank einer A4 (V2)-Rakete.


Plan eines Schwingenflugmodells des Flugzeugkonstrukteurs Alexander Lippisch. Der Museumsleiter Robert Niedermeier demonstriert an einem Modellnachbau die beweglichen Tragflächenschwingen des Flugzeugentwurfs


Besonders interessant fand ich den Originalplan eines Schwingenflugmodells des genialen Flugzeugkonstrukteurs Alexander Lippisch, dessen Entwurf im Modell nachgebaut war und vom Museumsleiter vorgeführt wurde. Dieses Flugzeug besitzt bewegliche (Schwing-) Tragflächen, wobei wohl Vogelschwingen als Vorbild dienten. Ob dieses Flugzeug je in Originalgröße gebaut wurde, und ob es flog, ist nicht bekannt.

Nach dem Museumsbesuch saßen wir noch im dazugehörigen Gasthof gemütlich beisammen, ehe wir die Rückfahrt antraten. Es war wieder eine sehr interessante Veranstaltung, die Paul-Detlef Schmidt hervorragend organisiert hatte, wofür wir ihm sehr herzlich danken.


(Fotos: © Gernot L. Geise)


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