© 1999 Ronald Orlogi und Gernot L. Geise
Wallfahrtskirche Sammarei & die Habererkirche
Die EFODON-Exkursion in Niederbayern vom 12. Juni 1999
(Veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 35/1999)
Von Ronald Orlogi hervorragend organisiert, fand am Samstag, dem 12. Juni, bei strahlendem Sonnenschein die vorangekündigte EFODON-Exkursion statt. Auf dem Parkplatz der Wallfahrtskirche Sammarei (Gem. Ortenburg, Krs. Passau, Niederbayern) fanden sich gegen 9:30 Uhr mehr als zwanzig Teilnehmer ein, die teilweise von weit her angereist waren. Nach der Kirchenbesichtigung sollte es zur „Habererkirche“ weitergehen.

Der Turm der Wallfahrtskirche Sammarei
Die Wallfahrtskirche Sammarei
Die Kirche Sammarei (der Name ist abgeleitet von der niederbayerischen Form von St. Maria) ist eine besondere Wallfahrtskirche, denn in ihr steht eine Holzkapelle, die angeblich aus der Zeit des 11. Jahrhunderts stammt. Es gilt als sicher, dass es die älteste noch erhaltene Holzkirche Deutschlands ist. Sie ist erstmals 1296 urkundlich erwähnt worden. Im Jahre 1619 - so sagt die Legende - habe eine Feuersbrunst die umliegenden (Holz-) Häuser zerstört, und wie durch ein Wunder sei die Holzkapelle unversehrt geblieben, obwohl brennende Äste auf dem Kapellendach landeten. Ein angeblich völlig verkohlter Apfelbaum soll an dem Ast, der das Kapellendach berührte, wieder ausgetrieben haben, was als Wunder angesehen wurde. Nach einer Bauzeit von nur zwei Jahren wurde die neue, nun gemauerte, Wallfahrtskirche eingeweiht, die man an der Stelle der Holzkapelle errichtet hatte. Im Inneren dieser Kirche hat man die Holzkapelle wieder aufgebaut.

Der „Schlamperengel“
Pater Paul aus Polen erzählte uns freundlicherweise aus der Geschichte der Kirche und erklärte die Figuren und Bilder an den Wänden, wobei er darauf hinwies, dass hier insgesamt 101 Personen dargestellt seien. Die beliebteste der Figuren an der Wand hinter dem Altar ist der so genannte Schlamperengel, eine Putte, die am rechten Fuß einen goldenen Stiefel, am linken jedoch einen Schuh trägt.
Die Holzkapelle steht hinter dem Altar in einem angrenzenden Raum und ist über und über behangen mit Votivtafeln und -gaben. Innerhalb der Holzkapelle steht, vor ein paar Holzbänken, der so genannte Gnadenaltar, der vor 1772 errichtet wurde. Unser Mitglied Volker Ritters, der ebenfalls anwesend war, erläuterte uns die freimaurerischen Details der Darstellungen in der Kirche und in der Holzkapelle. Seiner Meinung nach sei die Holzkapelle nicht so alt wie vorgegeben, denn das Holz sehe dazu zu gut erhalten aus. Vielleicht wurde morsches Holz immer wieder ausgetauscht? Radiästhetisch steht die Kirche mit der Holzkapelle auf einem so genannten Kraftplatz, wie alle alten Kirchen. Der Altar der Wallfahrtskirche, vor der Holzkapelle, steht hingegen auf einem radiästhetisch relativ unwichtigen Platz, im Vergleich zum Kapellenstandort (s. Skizze).
Die linke und die rechte Seite der Wand hinter dem Altar. Links St. Georg, rechts der hl. Martin. Ganz oben: Der Kirchturm der Wallfahrtskirche Sammarei (Fotos: Geise)
Der energetisch stärkste Punkt der gesamten Kirche befindet sich in Höhe der Kanzel, wo sich ein Globalgitter-Kreuzungspunkt („Hartmann“/„Benker“) und ein Diagonalgitter-Kreuzungspunkt („Curry“) überlagern. Hinzu kommt, dass die Kanzel sich in einer Höhe befindet, in welcher der Horizontalstreifen des Globalgitters diesen Kreuzungspunkt durchschneidet (das Globalgitternetz ist dreidimensional kubenförmig aufgebaut).
Die beiden Beichtstühle, an der rechten Wand neben dem Eingang, stehen ebenfalls radiästhetisch am „richtigen“ Punkt, wie in solchen Kirchen gewohnt. Das Globalgitter durchschneidet den Sitzplatz des Beichtvaters, der somit bei der Beichtabnahme mit einem Bein im positiven, mit dem anderen im negativen Bereich sitzt. Der Horizontalstreifen des Globalgitters trifft dabei in Kopfhöhe die Beichtenden.
Sammarei steht auf einer Keltenschanze
Der Altar der Holzkapelle steht direkt auf einer Wasserschlaufe und auf einem Kreuzungspunkt des 25-Meter-Gitters (eine Unterteilung des Globalgitters). Der Wasserzufluss der Wasserschlaufe liegt etwas versetzt unter dem Kirchen-Mittelgang. Der 25-Meter-Streifen ist der energiereichste Nord-Süd/Ost-West-Streifen, deshalb sieht man diesen Kreuzungspunkt auch als „Kraftpunkt“ an. Dass die Holzkapelle „beweglich“ ist (oder war), erkennt man daran, dass sich der plattenbelegte Fußboden unter ihr fortsetzt. Die Wasserschlaufe unter dem Altar zeigt uns, dass die Kirche auf einer ehemaligen Keltenschanze errichtet wurde, denn Wasserschlaufen (unterirdisch im Kreis fließendes Wasser) haben wir in der freien Natur, natürlich vorkommend, bisher nicht finden können. Ihr einziges Vorkommen ist auf (künstlich angelegten!) Keltenschanzen. Da Keltenschanzen aufgrund ihrer Funktionen mit relativ hohen Energien arbeiten, liegt es nahe, dass sie von den Kirchenbauern genutzt wurden, zumal schon die „alten“ Kelten diese Energien für ihre „Aufladung“ anwendeten, wenn sie beispielsweise gegen Feinde ins Feld zogen (1).

Radiästhetische Skizze der Kirche Sammarei (Skizze: Geise)

Links: Pater Paul erzählte uns aus der Geschichte der Wallfahrtskirche. Mitte und rechts: Die Holzkapelle steht im Inneren der Wallfahrtskirche Sammarei (Fotos: Geise)

Links: Der „Gnadenaltar“ in der Holzkapelle. Mitte: Volker Ritters (rechts) erläuterte uns die freimaurerischen Details in der Holzkapelle. Rechts:Die Holzkapelle ist über und über mit Votivtafeln bedeckt (Fotos: Geise)

Die „Habererkirche“
Nach der Besichtigung der Wallfahrtskirche fuhren wir im Konvoi weiter zum zweiten Besichtigungspunkt der Exkursion, dem Naturdenkmal „Habererkirche“, auch „Teufelsfelsen“ genannt, in der Gemeinde Reutern (Lkr. Passau), bei Bad Griesbach.
Der „Steinkart“ (Steinkart = Steinwald), in dem wir uns hier befanden, hat seinen Namen richtigerweise von den vielen, wie zerstreut herumliegenden Quarzkonglomeraten, großen Steinblöcken. Wie sie hierher gelangten, und ob sie wirklich so wahllos im Wald liegen, bleibe dahingestellt. Allerdings liegen einige dieser Blöcke, so auch die beiden der „Habererkirche“, auf einer Wachstumslinie (radiästhetisch gesehen das „3. Gitter“) und auf Blind Springs (unterirdisch meist in einer Erdverwerfung aufsteigende Wassersäulen). Das konnte der Rutengänger Reinhold Lück bereits bei unserer ersten Begehung 1991 feststellen (vgl. Skizze).

Links: Ronald Orlogi erzählte uns, was über die „Habererkirche“ bekannt ist. Mitte: Die Konglomeratfelsen „Habererkirche“. Rechts: So war die Felsenzeichnung 1991 noch erkennbar. Heute kann man nur noch ahnen, wie sie einst ausgesehen haben mag (Fotos: Geise)
Die Bezeichnung „Kirche“ ist irreführend, denn hierbei handelt es sich um zwei schräg aneinander liegende große Konglomeratblöcke am Südhang eines Tales, mitten im Wald. Man nimmt an, dass dieser Ort bereits in vorgeschichtlicher Zeit zu religiösen Zwecken genutzt worden sei, da man in den siebziger Jahren hier einige Steinartefakte (Steinklingen und Abschläge) fand.
Ronald erkletterte einen der Felsen und erzählte uns das, was man bisher herausgefunden hat. Der Sage nach habe der Tiufel („Teufel“) einen der Blöcke genommen, um den Markt Griesbach zu zerstören, dessen Bürger ihm „zu fromm“ gewesen seien. Als er keuchend an der Ortschaft Reutern vorbei gekommen sei, hätten in der Ferne die Morgenglocken geläutet, sodass er den Felsblock an einen anderen gelehnt und dann geflohen sei. Seitdem heißt diese Felsformation „Habererkirche“.

Zeichnung des Felsbildes „Habergeiß“, wie es einst ausgesehen hatte (Archiv Orlogi)

Nach der ersten EFODON-Exkursion zu der „Habererkirche“ im Jahre 1991 von Reinhold Lück angefertigte Skizze der radiästhetischen Gegebenheiten
An der westlichen Felsplatte, in einem Durchschlupf, der nur gebückt betreten werden kann, befinden sich Felsmalereien. Eine Figur, etwa einen Meter hoch, stellt die so genannte Habergeiß („Hobagoas“) dar (s. Abb.). Waren früher ringsum noch kleinere Figuren erkennbar, sind sie heute nicht mehr vorhanden. Auch die Darstellung der „Habergeiß“ kann heute nur noch mit viel Fantasie erkannt werden. Im Jahre 1991 besuchten wir diesen Platz schon einmal, und damals war die Zeichnung der „Geiß“ noch besser zu erkennen, was uns heute zu der Annahme bewegte, dass die Darstellungen wohl nicht so alt sein können, wie es offiziell angenommen wird. Wären sie wirklich einige tausend Jahre alt, wäre wahrscheinlich nichts mehr von ihnen erkennbar, zumal die Felswand mit den Figuren nicht vor der Witterung geschützt ist. Volker Ritters vertrat die Meinung, dass es sich bei der „Habergeiß“ um eine natürliche Verfärbung des Felsens handele, wobei die Bildhaftigkeit durch Risse im Fels und die dadurch eintretenden Feuchtigkeitsverfärbungen begünstigt werde. Diese Figur mit den bekannten farbigen Höhlenmalereien in Frankreich zu vergleichen - wie es gemacht wird -, finden wir jedoch mehr als übertrieben. Es ist etwa, als wenn man einen Schubkarren mit einem Rennwagen vergleichen wollte.
Recht wahrscheinlich ist es jedoch, dass es sich hier um einen Platz handelt, an dem einst Schamanen oder Druiden gewirkt haben könnten. Schamanen benötigen einen abgeschiedenen Platz, der ihnen die Kraft zur Arbeit gibt. Dies ist ein solcher Platz. Obwohl abgeschieden liegend, hatte er eine zentrale Lage, denn der alte „Rennsteig“ (ein alter Handelsweg) führt nicht weit davon vorbei. Weiterhin liegt in unmittelbarer Nähe die alte Gerichtsstätte („Köpfstatt“). Es lässt sich heute nicht mehr eindeutig sagen, ob es sich hierbei um ein ordentliches oder ein Femegericht („Haberfeldtreiben“) handelte. Auf dem „Rennsteig“ machte man allerdings Münzfunde aus mehreren Jahrhunderten. Das kann ebenso ein ehemaliger Wegezoll gewesen sein, wie die Kassen eines Femegerichtes.
Am Osthang des Steinkart waren schon früh Schwefelquellen bekannt (das Kurgebiet von Bad Griesbach wird von einer solchen Schwefelquelle gespeist). Weiter östlich, bei Hundshaupten, wurden Gasquellen erbohrt, die lange Zeit als Lichtquellen genutzt wurden.
Trotz der relativen Höhe von 520 m/NN befindet sich das Gebiet auf einer Meeresmolasse. Bei Höch, nördlich von Ortenburg, sowie in einigen anderen Kiesgruben der Gegend, hat man reichlich Fossilien und Haifischzähne gefunden. Ein Großteil der Funde befindet sich heute in Privathand.
Der Steinkart ist nur ein Teil einer riesigen Geländeformation mit Konglomeratblöcken. Zu den „Steinwäldern“ gehören noch die „Lugenz“ bei Bad Birnbach und der „Grafenwald“ bei Kößlarn. Hier sind im Wald noch einige besondere Felsgebilde versteckt, die wir in der Zukunft besichtigen wollen.
Der Nachmittag
Nach der Besichtigung der Felsengruppe machten wir bei dem schönen Wetter noch einen kleinen Spaziergang durch den Wald. Anschließend fuhren wir zum Gasthaus „Zum Pfandl“ zum Mittagessen. Dort saßen noch wir im Garten bei angeregten Gesprächen und Gedankenaustausch bis zum späten Abend zusammen. Es war ein schöner Tag, wir danken Ronald Orlogi für die Organisation und freuen uns schon auf die nächste Exkursion, denn in der Gegend der „Habererkirche“ gibt es noch eine ganze Reihe weiterer interessanter Felsblöcke!

Beim Ausklang
Anmerkung
(1) Gernot L. Geise: „Keltenschanzen und ihre verborgenen Funktionen“, Hohenpeißenberg 1999, 2. Aufl. 2002
Quellen
„Schulanzeiger für NDB“ Nr. 7 vom 10.03.1927
Sonderdruck aus „Naturwissenschaftliche Zeitschrift für NDB“, Landshut 1980
„EFODON unterwegs im Hügelland des Rottales“, in: EFODON NEWS Nr. 5/1991
Hermann Dörr: „Pythagoras und das atlantische Wissen“, Pythagoras-Akademie Düsseldorf