Bei den Megalithanlagen von Wildeshausen

Die EFODON-Tagung vom 21. bis 23. Juni 1996

© 1996 Peter Schellenberg; veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 17/1996


Karte zur Ur- und Vorgeschichte von Oldenburg

In der näheren Umgebung von Wildeshausen (an der Autobahn A 1 zwischen Bremen und Cloppenburg gelegen) befinden sich mehrere Großsteinanlagen. Und Martin Beckers (der Organisator der Tagung) Lieblingsdomizil liegt nur etwa fünfzig Meter von den „Reckumer Steinen” entfernt. Außerdem hatte er festgestellt, dass seitens des EFODON e.V. im Norden nichts los sei. Nun, EFODON ist bekanntlich „überall“, und schon hatte er eine Aufgabe, und wir hatten ein lohnendes Ziel. So haben wir ein bunt gemischtes Wochenende im Wesentlichen zwischen großen Steinanlagen verbracht. „Wir”, das waren dort Mitglieder des EFODON e.V. sowie Mitglieder des Arbeits- und Gesprächskreises für alternative Naturwissenschaften Bad Münder. Dazu kam noch Frau Horn aus Schleswig Holstein, Mitglied im Machalett-Kreis.

Die meisten von uns trudelten so im Laufe des Freitagnachmittags ein. Natürlich waren wieder die mit den längsten Wegen zuerst da. Und so haben wir uns nach und nach um die Anlage „Reckumer Steine” versammelt.

Um es gleich vorweg zu sagen: alle besuchten Großsteinanlagen sind irgendwann gezielt zerstört worden. Ich tippe auf die Zeit, als unsere alte Kultur mit dem Christentum „beglückt” wurde. Wer vor vier- bis sechstausend Jahren die Anlagen errichtete, liegt im Dunkel der Zeit. Wer sie als Grabmähler nutzte, waren die Menschen der „Trichterbecherkultur”, die sie angeblich dafür auch errichtet haben sollen.

Das erscheint mir ein bisschen viel Aufwand, selbst für Mehrfachbestattungen. Verständlich, dass die Menschen schon damals nicht wollten, dass Aasfresser ihre Toten wieder „ausbuddeln”. Und ausreichend tief auszuschachten war damals ohne Spaten und Sandschippen sicher kein einfaches Unterfangen. Warum also nicht die Toten zwischen den bereits vorhandenen großen Steinen bestatten und dann nur noch die Lücken dazwischen, seitlich und oben, mit kleineren Steinen ausfüllen? Im Sitzen passen in so eine Anlage - je nach ihrer Größe - allerhand Leichen hinein. Und, wenn man dann alles noch mit Sand und Erde bedeckt, leiden auch die Geruchsnerven der Hinterbliebenen nicht.

Die für diese Anlagen auch gebräuchliche Bezeichnung „Hünengräber” ist sicherlich irreführend. Die „Kleinenknetener Steine I und II” (hat mit klein nichts zu tun, und kneten lassen die sich auch nicht) hätten dann, ebenso wie die „Visbecker Braut” und der „Visbecker Bräutigam” schon „Hünenmassengräber” sein müssen. Oder die Hünen waren so etwa fünfzig Meter lang. Nicht einen Hünenknochen hat man jemals gefunden, auch nicht in einem Hünengrab. Schade.

Heiligtümer? Zum Teil gewiss auch. Wir kennen das ja. Wird ein alter Gegenstand gefunden, dessen heutige Bedeutung nicht recht zu erkennen ist, und er lässt sich noch von einer Person wegtragen, dann war das ein „Kultgegenstand”. Ist das Teil ein wenig größer, eventuell auch noch oben drauf plan oder mit einer Vertiefung drin, ohne dass man schon hineingehen könnte, dann war es gewiss ein „Altar”. Ist es größer, dann kann es nur ein „Heiligtum” gewesen sein. Was haben die Menschen damals zum Leben verwendet? Die können doch nicht pausenlos nur frohlockt haben (oder wie das damals hieß).

Kleinenkneten I - "Große Steine I" (Stadt Wildeshausen)

Kleinenkneten I - „Große Steine I“ (Stadt Wildeshausen). Diese gewaltige (rund 49 Meter lange) Anlage besitzt eine kleine „Grabkammer“ von nur rund sechs auf zwei Metern. Bei der Rekonstruktion des Bauwerkes wurde viel Beton eingesetzt, so dass es heute energetisch „tot“ ist. Unten rechts: Blick in den Innenraum


Kleinenkneten I - "Große Steine I" (Stadt Wildeshausen)
Kleinenkneten I - "Große Steine I" (Stadt Wildeshausen)

Warum soll man nicht die Dinge, die man sich - vielleicht aus purer Not-wendigkeit - mühsam schafft, ganz praktisch nutzen? Und wenn sich dann noch das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden lässt, dann kann man dafür auch noch etwas zusätzlichen Aufwand treiben.

Was war nun das Nützliche (Not-wendige), das unsere frühen Vorfahren den Aufwand zu solchen Anlagen mit den großen Steinen treiben ließ? Die Steine mussten schließlich mit schlichten Mitteln über mindestens teilweise große Entfernungen herbeigeschafft werden. Selbst, wenn man das von (Kriegs-?) Gefangenen erledigen ließ, fehlten sie für andere Arbeit. Also muss das Bauen dieser Steinanlagen erstens wichtig und zweitens nicht mit einer größeren Zahl kleinerer Steine zu schaffen gewesen sein.

Was war für die Menschen sehr wichtig? Auf jeden Fall eine für ihre Siedlungsvorhaben geeignete Umgebung, die ihnen Ackerbau und Viehhaltung ermöglichte. Die Lagerung von Ernteerträgen in gesicherter Umgebung war nötig. Und das heißt, dass zumindest die Wetter mitspielen mussten. Blitzschlag in Haus, Stallung oder Scheune sind mehr als nur störend. Zu viel Regen zur falschen Zeit lässt die Nahrung verkümmern, vor allem, wenn man seine Nahrung noch nicht mit Agrarchemie vergiften, Verzeihung: schützen kann.

Wenn man nun Menschen in der Gruppe hat, die aufgrund von Informationen (woher auch immer) wissen, wie man die Wetter„götter” günstig stimmen kann? Wer würde da nicht gerne mithelfen, auch heute noch? Und solche Wissenden gab es damals. Wir kennen sie hier noch unter der Bezeichnung Druiden. Unter anderem wussten sie von den energiewandelnden und -formenden Eigenschaften der Steine. Und sie setzten ihre Fähigkeiten zum Wohle der Gemeinschaft ein.

Dass Steine Schwingungen aussenden, nutzen im Kleinen zunehmend mehr Menschen für sich. Sie kaufen sich geeignete Steine, die sie dann am Körper tragen oder zur Harmonisierung im Raum aufstellen.


Großsteingrab "Visbeker Braut", Stadt Wildeshausen.

Großsteingrab „Visbeker Braut“, Stadt Wildeshausen.

Unsere frühen Vorfahren waren darauf angewiesen, die Energien der Steine in größerem Stil zu nutzen. Und für größere Bereiche als den eines Wohn- oder Schlafraumes. Je größer der (eventuell auch noch nach seiner Schwingungsachse und -zusammensetzung ausgesuchte) Stein ist, desto größer ist seine Reichweite.

Habe ich in der Umgebung ein felsiges Gebirge zur Verfügung, um so besser. Dann muss ich die Auswirkungen seiner Schwingungen meist nur noch lokal korrigieren. Das geht möglicherweise sogar durch einige ergänzende unterirdische „Manipulationen” (Keltenschanzen?).

Nun gibt es Großsteinanlagen auch in felsigen Gegenden. Doch das ist für mich kein Widerspruch. Erstens kann man nicht überall heruntergraben. Außerdem kann eine große Steinsetzung eventuell mehr Fläche harmonisieren als mehrere kleine.


Großsteingrab "Visbeker Bräutigam Nr. 3", Gemeinde Großenkneten

Großsteingrab „Visbeker Bräutigam Nr. 3“, Gemeinde Großenkneten.

Aber im Flachland? Um die Reichweite eines Steines zu erhöhen und die Schwingungsenergie in Richtung und Intensität zu formen, mussten eben einfach mehr Steine her. Und damit die Energie, falls in solcher Form benötigt, frei durchschwingen kann und nicht „im Sand stecken bleibt”, muss man die „Schwingsteine” aufbocken. Dazu boten sich kleinere Steine, ebenfalls in ihrer Schwingungsebene richtig gepolt, bestens an. Außerdem sind sie als Böcke recht haltbar (wie wir noch klar erkennen konnten). Nun mussten die Wissenden, nachdem alle von ihnen vor Ort ausgesuchten Steine schließlich herangeschafft waren, nur noch (beispielsweise mit Rute oder Pendel) ihre Polung prüfen und sie im vorgesehenen Abstand und in der richtigen Richtung in Reihe aufsetzen lassen. Fertig oder fast fertig war die Anlage.

Eine kleinere Anlage, die zur Dauerharmonisierung vorgesehen war, konnte so bereits ihren Betrieb aufnehmen. Eine größere Anlage benötigte in ihrem Inneren noch eine zusätzliche Steinsetzung aus mindestens drei Steinen. Zwei davon waren die exakt in das Schwingungssystem eingeglichenen Auflager für den dritten. Wohin dieser dritte (daher gar nicht einmal so große) Stein jeweils auf den beiden anderen hingewuchtet wurde, bestimmte, ob die Anlage links (-) oder rechts (+) gepolt schwang oder abgeschaltet war.


Der "Heidenopfertisch", Gemeinde Visbek

Der „Heidenopfertisch“, Gemeinde Visbek.

Und jetzt kommt noch das Angenehme zum Nützlichen. Eine so hoch energetische Anlage hat natürlich auch auf den Menschen eine direkte Wirkung. Baut man die „Schaltkammer” im Inneren der Anlage noch etwas aus, fügt eventuell noch den einen oder anderen dafür passend gepolten Stein hinzu, so hat man - ohne für alles noch einmal getrennt investieren zu müssen -zusätzlich eine erstklassige Initialisierungskammer für den geistigen bis hochgeistigen Bereich, geeignet zum transzendieren.

Und so etwas gehört natürlich in ein „Heiligtum”, ist selbst ja eines. Also kommt darum herum, eventuell gleich um mehrere zusammengehörige Anlagen insgesamt, ein „heiliger Hain”. Dort halten sich dann die Wissenden auf, schalten nach Bedarf zu, ab oder um, damit das Wetter zur jeweiligen Jahreszeit passt. Im Initiationsraum sprechen sie mit ihren Göttern und zapfen kosmisches Wissen für ihre Weiterbildung an. Dort schulen sie ihre künftigen Kollegen und Nachfolger.

Die „einfachen” Leute, die dabei - immer im falschen Moment etwas wünschend - nur stören würden, haben deshalb im „heiligen Hain” nichts zu suchen. Die Kirche später hatte auch solche abgeschlossenen Bereiche, in jedem „Gottes”haus, und insgesamt die Klöster. Manches davon besteht heute noch. Viele der ehemaligen alten „heiligen Plätze” sind inzwischen und bis heute auch vom Militär belegt.


Kleinenkneten II - "Große Steine II" (Stadt Wildeshausen)

Kleinenkneten II - „Große Steine II“ (Stadt Wildeshausen). Es ist eine Anlage mit drei Kammern.


Die ältesten Grundmauern der Alexanderkirche in Wildeshausen

Die ältesten Grundmauern der Alexanderkirche in Wildeshausen.

Wenn ich also etwas von einem „heiligen Hain” höre, fällt mir dazu immer sofort ein: alter Sperrbezirk. Interessant war weiterhin die Art der Anlagenzerstörung. Abgeschaltet wurden die Anlagen meist, indem man ihren wichtigsten Stein von oben her acht bis fünfzehn Zentimeter tief anbohrte und dann nach irgendeinem Verfahren absprengte. Von dem abgesprengten Teil fehlt dann jeweils noch ein mehr oder weniger großes Stück. Zusätzlich wurde noch der eine oder andere Stützstein aus der Anlage herausgehebelt. Bei den Großanlagen ist die ehemalige Schaltmöglichkeit immer besonders sorgfältig zerstört.

Woher man wusste, was zu zerstören war? Nun, „Wendehälse” und Kollaborateure gibt es sicher nicht erst in der „Moderne” der „Neuzeit”.

Alle die, die wir mitgemacht haben, sind um ein Stück Erfahrung reicher geworden. Die Stimmung war angenehm und „arbeitsam”. Martin und sein Bruder Guido Becker haben für eine gute „Infrastruktur” gesorgt, so dass wir das Wochenende genug, aber auch nicht zu viel zu tun hatten. Beiden möchten wir dafür von hier aus noch einmal herzlich danken. Unser Dank gilt weiterhin der Vermieterin des Häuschens von Martin Becker, Frau Runge, denn sie hatte dem EFODON-Treffen zugestimmt, kamen doch rund dreißig Leute zusammen, und das ist zwangsläufig mit einer gewissen Geräuschbelästigung verbunden.

Frau Anne Zuborg führte uns am Sonntag durch die Stadt Wildeshausen und erläuterte uns die verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Bei der Besichtigung der Alexanderkirche erklärte uns der Küster, Herr Siemer, fachkundig die einzelnen interessanten Details. Auch ihnen beiden sei an dieser Stelle dafür herzlich gedankt.

Die EFODON-Tagung in Wildeshausen war im wahrsten Sinne des Wortes - wie es Martin Becker schon im voraus formulierte - frühgeschichtliche Technologie zum Anfassen.

Fotos: (c) Gernot L. Geise

Risszeichnungen: Archiv Horst Kroeger.


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