Die Ruinen von Curtil-Vergy
(c) 2001 Gernot L. Geise

Klosterruine
Im Vorbeifahren, von der Straße aus, sahen wir nur eine Art Kegelberg rechterhand in der Landschaft. In der Landkarte waren hier, östlich der Hauptstraße D 35, drei kleine Pünktchen aufgeführt, sie markierten eine Ruine. Deshalb sagten wir uns, dass wir uns diesen Platz einmal kurz anschauen wollten, bevor wir weiter fahren. Aus dem "kurz" wurde jedoch nichts, denn hier erwartete uns, gut vor jeder Sicht geschützt, eine Anlage, wie wir sie hier nicht erwartet hatten.
Auf der Ostseite des Kegelberges – der nur von der Straße aus so aussieht – fanden wir neben einem Tennisplatz einen Parkplatz und begingen zu Fuß in Richtung Süden einen Weg, von dem wir annahmen, dass er zu der in der Landkarte markierten Ruine führe.
Alsbald wurde der Weg rechterhand durch eine mächtige, gut erhaltene, größtenteils überwachsene Mauer begrenzt. An einer Stelle muss einmal ein Turm gestanden haben, der jedoch zerstört war.

Klostermauer Curtil-Vergy Klostermauer Curtil-Vergy
Die Begrenzungsmauer um die ehemaligen Klöster von Curtil-Vergy

Der Weg führte zu den noch vorhandenen Ruinenreste eines ehemaligen Benediktinerklosters. Sie bestanden aus zwei ehemaligen Gebäuden, von denen allerdings nur noch die Außenmauern standen. In der unterhalb liegenden Ruine waren noch einige Deckenstreben erhalten, doch innen war das niedergebrochene Gestein mit großem Gerät zusammengeschoben worden.

Die "untere" Klosterruine
Die "untere" Klosterruine von Curtil-Vergy

Das höher liegende, zweite Gebäude hatte einen überwachsenen Vorplatz und zeigt uns, im Gegensatz zu dem tiefer liegenden ersten Gebäude, die üblichen Keltenschanzenkennzeichen. Diese Ruine bestand nur noch aus einigen Restwänden. Den Korrekturschacht der Schanze muteten wir im Apsis-ähnlichen, halbrunden Westteil des Gebäudes. Die Schanzen-Wasserschlaufe muteten wir in etwa 43 Metern Tiefe unter dem auf der südlichen Seite liegenden Vorplatz des westlichen Gebäudes. Dieses Merkmal befindet sich in jeder von uns bisher untersuchten Keltenschanze. Es ist ein unterirdischer, künstlich angelegter Wasserdurchfluss in Form einer Schlaufe, ganz ähnlich dem ägyptischen `Ankh ("Schlaufenkreuz").

Die "obere" Klosterruine Radiästhetische Skizze Curtil-Vergy Curtil-Vergy: Ausblick
Links: Die "obere" Klosterruine von Curtil-Vergy. Mitte und rechts: Reinhold Lück beim Muten.

Da die Schanzenkennzeichen relativ tief lagen, nahmen wir an, dass das Gelände weitläufig mit Erde oder Schutt aufgefüllt worden ist, zu welchem Zweck auch immer. Der Name "Vergy" deutet darauf hin (Lexer, Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, Stuttgart 1986, S. 270: ver-giezen = verschütten, vernichten, zerstören.)

Orientierungsplakette
Radiästhetische Skizze der "oberen" Klosterruine von Curtil-Vergy.

Auf einem Weg westlich hinter den Ruinen muteten wir je eine links- und rechtspolarisierte Blind Spring. Neugierig geworden, stiegen wir weiter bergan, um den Gipfel des "Kegelberges" zu erreichen.

Zunächst fiel uns ein Felsenkamm auf, der mit seiner geglätteten, ebenen Westseite exakt in Nord-Süd-Richtung zeigt. In Nordrichtung steht in der Verlängerung eine auf einem Berg stehende Kirche. In Südrichtung liegt eine Bergkuppe mit einem ausgeprägten Baumbestand, ganz ähnlich wie bei den Externsteinen im Teutoburger Wald. Dieses Felsengebilde mit etwa vierzig Metern Länge hatte eine geschätzte Höhe bis zu etwa vier Metern. Ein fantastischer Ausblick rundum bis zum Horizont machte uns nachdenklich. Der Horizont scheint ringsum auf gleicher Höhe zu liegen. Solch ein Platz schreit geradezu danach, strategisch genutzt zu werden!

R. Lück beim Muten Ausblick von oben auf den nächsten Kirchturm eingesunkene Fläche
Links und Mitte: Der Steilhang, auf dessen Berggrat sich ehemalige Verteidigungsanlagen befinden. Rechts: Reinhold Lück beim Muten.

Ein schmaler Trampelpfad wand sich teilweise durch Gebüsch und Unterholz in nördliche Richtung. Schon hier fiel uns auf, dass der Berggrat eine Art flacher Hohlweg mit Sehschlitzen bildete, der eine ausgezeichnete Deckung gegen Sicht von außen bot. Links und rechts des Berggrates, der nur bis zu maximal zwanzig Meter breit war, fiel der Berg zum Teil schwindelerregend steil ab.

Nach etwa siebzig Metern fanden wir eine etwa vier Meter durchmessende, runde Vertiefung, die eine positiv polarisierte Blind-Spring-Resonanz ausstrahlte, ähnlich wie ein Schanzen-Korrekturschacht. Eine Blind-Spring-Resonanz wird im Regelfall durch einen vergrabenen Resonanzkörper hervorgerufen, der beispielsweise durch einen magnetischen Reizstreifen des Erdmagnetfeldes zum Schwingen angeregt wird.


Der Steilhang Curtil-Vergy Steilhang Curtil-Vergy
Links: Rand des gemauerten ehemaligen Schachtes.
Rechts: Wachstumslinie, die etwa fünf Meter unterhalb des Berggrates durch den Berg hindurch tritt


Den Resonanzkörper muteten wir in etwa 5,60 Metern Tiefe. Auch eine Verwerfung des Schachtes war spürbar. Der Schacht selbst war ausgemauert und erinnerte uns spontan an die Feuerstelle eines Ludrenplatzes. Ein Ludrenplatz war ein frühgeschichtlicher Signalplatz, auf dem im Gefahrenfall eine haushohe Feuerlohe gezündet werden konnte, um die umliegenden Gemeinden zu alarmieren.
Reinhold Lück meinte jedoch, die radiästhetischen Gegebenheiten würden nicht für eine Ludrenstelle sprechen, sondern eher für eine Art Schanzen-"Kultschacht". Der Schacht sah aus wie die typischen französischen "Kultschächte", die nach oben hin zugemauert sind, wobei bei diesem der obere Teil eingebrochen war. Die Resonanztiefe mutete Reinhold Lück bei 35 Metern, wobei der Resonanzkörper durch eine Wachstumslinie angeregt wurde, die etwa fünf Meter unterhalb des Berggrates durch den Berg hindurch tritt, wie Reinhold nach einer halsbrecherischen Kletterei am Steilhang ausmuten konnte.
Oben auf dem Berggrat spürte man zwar die Blind-Spring-Resonanz, jedoch nicht mehr die Wachstumslinie. In Höhe der in den westlichen Berghang eintretenden Wachstumslinie befindet sich ein ehemaliger, heute verschütteter Zugang, der wohl eine Verbindung zum Schacht darstellte. Möglicherweise hatten wir diesen Gang auf dem Berggrat als "Verwerfung" – einen unterirdischen Gesteinsabbruch - gemutet.
Weiter auf dem schmalen Weg in Richtung Norden kamen wir auf dem Berggrat an eine quadratisch ausgehobene Vertiefung von etwa vier mal vier Metern, die mit Erde und Laub verfüllt war. Daran anschließend war auf der Ostseite ein schlaufenförmiges Mäuerchen zu sehen. Im weiteren Verlauf des Grates erkannten wir auf beiden Seiten wiederum niedrige Mauern, die wohl Verteidigungszwecken dienten und teilweise in den gewachsenen Fels gebaut waren.


gut getarnte Mäuerchen Reste ehemaliger Verteidigungsanlagen

Links:Auf der Nordseite des Gipfelpunktes befanden sich die Grundmauerreste eines quadratischen Turmes. Rechts: In der Sichtverlängerung steht eine Kirche ...


Auf der Nordseite eines Gipfelpunktes, der sich etwa fünfzehn Meter über den Bergkamm erhob, fanden wir die Grundmauerreste eines ehemaligen quadratischen Turmes mit einer einstigen Mauerstärke von rund achtzig Zentimetern. Der Zugang befand sich auf der Nordseite. Hier muteten wir das Zentrum einer gewaltigen, linkspolarisierten Blind Spring, deren erste Ankündigungen Reinhold Lück bereits am Parkplatz gemutet hatte. Schwefelhaltiges Wasser (etwa 1,4 g Schwefel pro Liter) fließt hier mit einer Temperatur von 62° C unter dem Turmrest von Ost nach West. Die Eindringung im Osten lag bei 1150 Metern Tiefe, das Wasser stieg hier bis zu 750 Metern Tiefe auf und floss mit etwa 130 Litern pro Sekunde nach Westen ab.
An diesen Punkt schloss sich, wiederum auf der Westseite, eine Begrenzungsmauer mit etwa sechzig Zentimetern Höhe und etwa 1,20 Metern Dicke an, die den Gipfel hinab auf das allgemeine Bergkamm-Niveau führte. Wenige zehn Meter weiter war der Bergkamm zu Ende. Der Trampelpfad mündete auf eine kleine Aussichtsplattform, auf der eine Tafel aufgestellt war. Darauf war der Rundblick dargestellt, mit Benennung der einzelnen umliegenden Landschaftspunkte.


Wachstumslinien-Eindringung Rest eines quadratischen Turmes oder Gebäudes Reste der Bebauung

Links und Mitte: Die umliegende Landschaft, gesehen von der ehemaligen Burganlage. Rechts: Tafel mit der Benennung der umliegenden Landschaftspunkte.


Der nächste "Holzort" in der Umgebung: Bois de la Gr. De Combe (etwa 8 km westlich)

(Fotos: (c) Gernot L. Geise)


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