(Anmerkung: Der vorliegende Artikel ist zuerst in
der Zeitschrift Efodon-Synesis, Heft 6, 2001 erschienen und für die Online-Präsentation aktualisiert und überarbeitet worden.)

Abb. 1: Die Goldbüste aus Avenches, angeblich Mark Aurel darstellend. Aus: Hans Bögli, Aventicum, Avenches 1991; Cover-Bild
Die besondere
Römerstadt Avenches
Im Rahmen meiner Forschungen über die
Verlässlichkeit der Inhalte und der Chronologie der älteren Geschichte habe ich
mich schon einmal mit der Römerstadt Avenches (Aventicum) in der Westschweiz
beschäftigt (Pfister, Avenches – Aventicum – Wiflisburg – Neapolis, 2000/2002).
Das liegt zum ersten daran, dass diese Stadt in der Nähe meines Wohnortes liegt;
zum andern, weil sich am Beispiel Avenches sehr gut die Problematik der
Chronologie der Vorzeit, den Verwerfungen der antiken und mittelalterlichen
Baugeschichte und des Verhältnisses zwischen Kelten und Römern studieren lässt.
In dem Artikel Zur langen Baugeschichte
des Mittelalters widmete ich Avenches ein eigenes Kapitel (Pfister, 1999,
153 ff.). Dort wies ich nach, dass das keltische Oppidum von Aventicum, das man
bisher immer außerhalb der Römerstadt suchte, unzweifelhaft auf dem Hügel zu
suchen ist, auf dem heute das mittelalterliche Städtchen mit seinem Schloss
steht.
Die Ruinen der Römerstadt aber wurden am Fuße des
Stadthügels am Rande der Broye-Ebene gefunden. Die schachbrettförmig angelegte
Struktur der antiken Stadt steht in einem vollkommenen Gegensatz zum
Stadthügel. Da kann man sich fragen, weshalb der Platz des Oppidums eine
Fortsetzung fand, die weitaus komfortablere Römerstadt am Fuße des Hügels
jedoch zerstört und verlassen wurde. – Waren die Kelten etwa auch die Römer,
wie es der Ausdruck gallorömische Kultur besagt? – Und das römische Aventicum
wirkt trotz seiner Größe und Pracht wie ein Fremdkörper im
kulturgeschichtlichen Kontext. Im Rahmen meiner Analysen von antiken Orts- und
Personennamen beschäftigte ich mich ebenfalls schon am Anfang mit Avenches und
machte dabei eine erstaunliche Entdeckung: Avenches, das antike Aventicum hatte auch einen abgegangenen
deutschen Namen Wiflisburg. Das
letztere Toponym aber lässt sich aufschlüsseln; und heraus springt ein
griechischer Name: Neapolis, also
Neustadt. – Das beweist unter anderem, was schon Gernot L. Geise (Geise, 1997)
erkannt hat, dass nämlich die sogenannte „römische“ Baukultur in Wirklichkeit
eine griechische war. Somit wird verständlich, dass die große gallorömische
Stadt Aventicum ursprünglich griechisch benannt war und erst später einen
lateinischen Namen bekam. Nicht nur das: Dieses Wiflisburg ist meiner Meinung nach auch in dem Ort Kadesch Barnea im Deuteronomium (5. Buch
Moses) enthalten, angeblich eine Oase in der Wüste Sinai, aber sicher wie alle
Orts- und Ländernamen Palästinas aus Westeuropa importiert. – Die letzte
Erkenntnis bestätigt auch, dass alle biblischen Texte in den überlieferten
Fassungen jung sind. Wenn der deutsche Name Wiflisburg
nämlich in einer hebräischen Umformung sich wiederfindet, so können die
Texte nicht vor dem 16. Jahrhundert redigiert worden sein.
Sogar der Name Aventicum erweist sich als von
NEAPOLIS abgeleitet, wie ich im Artikel Avenches
– Aventicum – Wiflisburg - Neapolis nachweise.
Das neue Buch von Uwe Topper (Topper, 2001) schließlich hat mich angespornt, den berühmtesten Fund zu untersuchen, der mit dem Namen Avenches verbunden ist: die Goldbüste des Kaisers Mark Aurel (Abb. 1). – Schon lange nämlich hegte ich Vorbehalte gegen diesen Kunstgegenstand, auch wenn ich zuerst nicht an Fälschung dachte.
Der lange
Niedergang von Aventicum
Die römische Kolonie Aventicum in der heutigen Westschweiz muss eine prachtvolle Stadt gewesen sein. Nur ein Teil des von einer 5,5 km langen Stadtmauer umschlossenen Perimeters war überbaut. Aber die Stadt besaß alle Dinge, die man auch in sonstigen Römerstädten fand: Tempel, mehrere Thermen, einen Palast, ein Theater und ein Amphitheater. Vor der Stadt gab es auch mehrere Nekropolen und Grabmonumente. Aventicum soll von den Flaviern gegründet und um 260 AD bei dem sagenhaften Alamannensturm zerstört worden sein.
Aber die Historiker waren offenbar nicht glücklich, dass sie die Stadt so früh in Schutt und Asche sinken ließen. Jedenfalls soll die Römerstadt noch bis ins 7. Jahrhundert AD eine schattenhafte Existenz zwischen Ruinen geführt haben. Die unmögliche Chronologie der Vorzeit tritt schon bei dieser Behauptung klar zu Tage. Doch es gibt auch handfeste Einwände gegen die Existenz der Römerstadt vor fast zweitausend Jahren. Die Ruinen des antiken Aventicums wurden im späten Mittelalter vielleicht ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, als Steinbruch für umliegende Kirchen und Klöster benutzt. Sowohl das Kloster Münchenwiler als auch die Abteikirche Payerne (Peterlingen) wurden mit Baumaterial aus Aventicum erbaut. Wie aber ist zu erklären, dass die Trümmer der Römerstadt tausend Jahre herumlagen, bevor sich Bauherren dieses Baumaterials entsannen? Die Zerstörung Aventicums muss irgendwo in dem sogenannten Spätmittelalter zu suchen sein. Der lange Niedergang von Aventicum ist nur das Ergebnis von absurden Zeitstellungen. Bekannt wurde das römische Avenches auch erst im 16. Jahrhundert. Der im Umkreis des Meisterfälschers Poggio Bracciolini aufgetauchte Text des spätrömischen Geschichtsschreibers Ammianus Marcellinus erwähnt Aventicum als Stadt mit halbzerstörten Gebäuden (vgl. das Eingangszitat). Und der Humanist Aegidius Tschudi fand dort angeblich 1536 eine bedeutende Inschrift, welche den vollständigen Namen der alten Stadt überlieferte: Colonia Pia Flavia Constans Emerita Helvetiorum Foederata. Dieses epigraphische Zeugnis aber stellt sicher eine Fälschung dar: Der Name ist zu pompös und die Fundumstände mehr als verdächtig. Die Erforschung der antiken Stadt begann im ausgehenden 18. Jahrhundert und wurde durch das ganze 19. Jahrhundert fortgesetzt. Nach einem Abflauen der Ausgräbertätigkeit zu Beginn des letzten Jahrhunderts läuft die Erforschung seit dem Ende der 1950er Jahre wieder in großem Maßstab und hat bis heute eine fast lückenlose Kenntnis der Baugeschichte vermittelt.
Die Entdeckung
vom 19. April 1939
1938 wurde in Avenches wieder eine Grabungskampagne gestartet, die allerdings wegen der Ungunst der Zeit Ende 1940 eingestellt werden musste. Diese Grabungen waren auch durch wirtschaftliche Umstände motiviert, boten sie doch Gelegenheit, Arbeitslose und seit Kriegsbeginn 1939 auch internierte ausländische Soldaten - zu beschäftigen. Besonders drei wichtige Bauwerke wurden um 1939 untersucht: das Theater, das Amphitheater und das sogenannte Cigognier-Heiligtum. Auf dem Areal des letztgenannten Tempels (vgl. Abb. 2) wurde auch der berühmte Fund gemacht, der uns hier beschäftigen soll. Am 18. April 1939 begann die Arbeiter-Equipe einen der Abwasserkanäle auszuräumen, welche den ehemals von Säulenhallen umschlossenen Hof des Zentral-Tempels gegenüber dem Theater entwässerten.
Die Kanäle waren bereits freigelegt schon am folgenden Tag fiel den Beschäftigten ein glänzender Gegenstand in der Erde am Boden des Kanals auf. Sorgfältig wurde der Fund geborgen: eine goldene, vollständig intakte Büste eines Mannes (vgl. Abb. 1). Die Bergung des Porträtkopfes wurde photographisch dokumentiert und am nächsten Tag auch notariell beglaubigt (Bronze et or, 117 ff.). Nach wenigen
Tagen kam der Fund ins Schweizerische Landesmuseum nach Zürich, wo die
unterdessen schon dem römischen Kaiser Mark Aurel zugeschriebene Büste
vermessen, gereinigt und restauriert wurde. Der goldene Porträtkopf von
Avenches ist etwa 2/3 natürlicher Größe, 33,5 cm hoch, aus einem Stück
Edelmetall in Repoussé-Technik gearbeitet, was einen Hohlraum im Innern ergibt.
Die Büste wiegt fast 1,6 kg 22-karätiges Gold.

Abb. 2: Avenches – Aventicum: Theater (A), Zentral-Heiligtum mit Hof (B), neuere Ausgrabungen (C – F). – Die Fundstelle der Mark Aurel-Büste im Hof vor dem Cigognier-Tempel ist mit einem Kreis markiert. Aus: Bulletin de l’association Pro Aventico, 40 (1998), S. 214
Eine erste kritische Zwischenbemerkung: Ich erinnere mich noch, dass vor Jahrzehnten in der Literatur behauptet wurde, die Büste sei aus 24-karätigem Gold gefertigt. Hier muss vermerkt werden, dass man in den Museen von Avenches und in Zürich natürlich nur vergoldete Repliken sieht. Das Original liegt seit jeher im Safe einer Kantonalbank. Und bis heute haben wohl nur wenige den kostbaren Gegenstand mit eigenen Augen betrachten dürfen.
Die Büste stellt einen bärtigen Mann mit kurzem,
dichtem Haar dar. Dass es ein römischer Kaiser sein muss, erkennt man an dem
Schuppenpanzer. Die Vorderseite des Panzers ziert eine Meduse. An der linken
Schulter ist ein Zipfel des Prunkmantels (paludamentum)
sehen. Als Besonderheiten des Porträts fallen auf: „die streng frontale Ausrichtung, der starre Blick, die niedrige
Stirn, die ornamentale Haarbehandlung“ (Gold der Helvetier, 163). Zu erwähnen sind auch die großen Augen ungewöhnlich für heidnisch-römische Bildnisse. Paul Schatzmann, der erste Kunsthistoriker, der den Fund beschrieb, war absolut sicher, dass die goldene Büste von Avenches als Porträt des römischen Kaisers Mark Aurel zu identifizieren sei, was er in einer langen Abhandlung an Hand des damals vorhandenen Vergleichsmaterials zu begründen suchte (Schatzmann, 1939).
Was den Brustpanzer anbelangt, so ist die
Ähnlichkeit mit der silbernen Büste des Lucius Verus aus Marengo verblüffend
(Abb. 3): Der Panzer und die Meduse auf der Brust sind fast gleichartig. Völlig
andersartig hingegen ist der Gesichtsausdruck und die Haartracht der Büste von
Avenches gegenüber den anderen Porträtdarstellungen von Mark Aurel: Der
Philosophenkaiser hat ein schmales Gesicht, seine Augen sind eher klein, die
gekräuselte Haar- und Barttracht fehlt nirgends. Der Kopf von Avenches hingegen
zeigt eine deutlich andere Nasenform und lässt in seiner allgemeinen
Physiognomie eher an einen Gallier als an einen Römer denken.
Fragen an die
Goldbüste
Schon Schatzmann anerkennt, dass das angebliche Porträt Mark Aurels nicht nach der Natur geschaffen wurde (Schatzmann, 70). Und weil sich der von der Norm abweichende Charakter des Bildnisses nicht leugnen lässt, erklärt er die Büste für ein Meisterwerk des gallischen Kunsthandwerks (Schatzmann, 86).

Abb. 3: Silberbüste des Lucius Verus von Marengo
Torino, Museo Archeologico aus: Bulletin de
l’association Pro Aventico, 26
(1981), S. 26
Am Ende seines Artikels muss er jedoch eingestehen, dass der kostbare Fund von Avenches keinem einzigen Mark Aurel-Porträts in irgendeinem Museum gleicht (Schatzmann, 90). Die Zuschreibung an den obigen Kaiser ist also arbiträr. Darin hat auch die Kritik anzusetzen, die sicher schon damals mancher in petto, aber nicht öffentlich äußerte. Dass soviel Zeit verstrich, bis man öffentlich diesen Mark Aurel zu bezweifeln begann, war auch zeitbedingt. Der Krieg und die Nachkriegszeit ließen andere Probleme wichtiger erscheinen. Und last but not least fehlten lange Zeit
griffige Vergleichsmomente und sonstige Kriterien zur Widerlegung.
In einem außerordentlich gut dokumentierten Artikel legte Jean-Chr. Balty 1980 die Gründe dar, weshalb das Kaiserporträt von Avenches unmöglich Mark Aurel darstellen konnte. Er betont den Umstand, dass römische Kaiserbüsten nach einem festen Prototyp geschaffen wurden, der überall im Reich befolgt wurde. Aus diesem Grund sei ein gallischer Kaiserkopf gar nicht möglich, wenigstens nicht zur Zeit der Antoninen. Balty allerdings glaubt positive Kritik üben zu müssen und will die Büste von Avenches nur zeitlich verschieben, nämlich in die spätrömische Zeit. Dort sieht er Entsprechungen in Porträts von Kaiser Julianus Apostata. Anders als Mark Aurel war der Apostat nämlich in Gallien und sogar in Helvetien, sodass eine Datierung kurz nach 360 nach Christus plausibel sei auch unter Berufung auf den bereits genannten spätrömischen Geschichtsschreiber Ammianus Marcellinus. Als Julianus von Avenches sei also doch ein ungewöhnliches Kaiserporträt gefunden worden: „Diese Augen von einer seltenen Intensität
des Ausdrucks erheben sich zur Ferne in undurchdringliche Sphären“. Und das
Ganze sei ein „staunenswertes und
bewunderungswürdiges Bild des Philosophenkaisers und heidnischen Heiligen,
dessen glühende Mystik nichts gemeinsam hat mit der blassen Figur von Mark
Aurel“ (Balty, 63; Übersetzung: CP). Baltys Aufsatz ist in der Festschrift
für den Berner Kunsthistoriker Hans Jucker erschienen. Dieser allerdings wollte
von den Gedanken eines seiner Gratulanten nichts wissen.
Bereits im nächsten Jahr schrieb Jucker auf den Vorstoß eine Entgegnung: „Mark Aurel
bleibt Mark Aurel“. Der Titel besagt alles: Die Büste habe keine Ähnlichkeit mit Julianus Apostata, sondern stelle wirklich Mark Aurel in seinen späten Lebensjahren dar. Man müsse das Porträt für ein transportables, im nahe gelegenen Tempel aufbewahrtes Kaiserbildnis halten, das von den Priestern aus unbekanntem Anlass in dem Abwasserkanal im Hofe des Heiligtums versteckt worden sei. Interessant an dem sonst wenig ergiebigen Artikel Juckers ist der Hinweis, dass in ganz Helvetien und in deren näherer Umgebung bisher keine Kaiserbüste gefunden worden sei (Jucker, 9).
Als erster Einwand ist festhalten, dass alle drei Autoren Schatzmann, Balty und Jucker vollkommen an die Authentizität der Quellen und der Chronologie glauben. Aber man muss gleich am Anfang klar sagen: Ein Streit um eine angebliche Büste von Mark Aurel kann nur entstehen, wenn man die Geschichte des angeblichen Römerreiches und seiner Akteure für wahr hält. Aber aus geschichtsanalytischer und geschichtskritischer Sicht halte ich das ganze angebliche Altertum für erfundene Geschichte, was eine völlig andere Ausgangslage für die Kritik ergibt. Vor allem aber haben die genannten Forscher und überhaupt niemand bisher die Möglichkeit einer Fälschung des goldenen Mark Aurel erwogen. Doch gerade die Fälschungsgeschichte ist in den letzten sechzig Jahren viel weiter gekommen.
Mark Aurel –
der Lieblingskaiser der Renaissance
Um die Büste von Avenches zu widerlegen, ist es
zuerst nötig, auf die Bedeutung hinzuweisen, die der angebliche Kaiser Mark
Aurel im Verlaufe der Großen Aktion der
Geschichtserfindung des Spätmittelalters und der Renaissance gewann. Uwe Topper
hat deshalb in seinem gleichnamigen Buch diesem Thema ein eigenes Kapitel
gewidmet: Marc Aurel, der christliche
Kaiser (Topper, 1998, 62 ff.).
Die Wertschätzung des Philosophenkaisers ergab sich durch die Gattung der Fürstenspiegel; das sind Ermahnungen, die erfundenen Herrschern zugeschrieben wurden und sittliche Vorbilder für eine Fürstenherrschaft darstellten. Diese Literaturgattung idealisierte auch vergangene Epochen wie eben das neuentdeckte Altertum - im Sinne der Renaissance. Das bekannteste Produkt dieser Gattung war die Sonnenuhr der Fürsten des Spaniers
Antonio de Guevara, geschrieben 1518 bis 1524. Dieses Buch nannte der Verfasser
auch Das goldene Buch von Marcus Aurelius und wurde ungemein erfolgreich, ein Bestseller der Renaissance
(Topper, 1998, a.a.O.).
Durch den Erfolg kühn geworden, erfrechte sich
Guevara, in zwei Bänden Familienbriefe von Mark Aurel herauszugeben, die trotz ihres unmöglichen geschichtlichen und chronologischen Hintergrundes ebenso erfolgreich wurden wie der Fürstenspiegel. Solche Werke riefen Nachahmer auf den Platz. So bot gegen die Mitte des 16. Jahrhunderts der Humanist und Abenteurer Michael Schütz alias Toxites (oder Toxita) den Zürcher Verlegern Gesner ein griechisches Manuskript an: die berühmten Selbstbetrachtungen des Mark Aurel. - Andreas Gesner druckte das Manuskript 1559, zusammen mit einer lateinischen Übersetzung. Dass der sagenhafte römische Kaiser - selbst wenn es ihn gegeben hätte - unmöglich dieses philosophische Buch geschrieben haben kann, ist noch das wenigste. Aber hier wurde Mark Aurel endgültig ein humanistisch neu formulierter Jesus, der außerhalb von Raum und Zeit den europäischen Gestaltungswillen verkörpert (Topper, 1998, 68).
Die bildnerische Wertschätzung Mark Aurels hatte allerdings schon vorher eingesetzt. Dokumentiert wird diese Verehrung für den römischen Philosophenkaiser unter anderem durch etwa hundert Bildnisse, die noch heute erhalten sind. Am bekanntesten ist das bronzene Reiterstandbild auf dem Kapitol in Rom. Hier ist die erfundene Geschichte zu erwähnen, die das Kunstwerk historisch begründen soll. Es ist mir beim Studium der Antiquitäten in Rom nämlich aufgefallen, dass die bedeutendsten, am besten erhaltenen und deswegen auch umstrittenen Bauwerke Roms eine Legende besitzen. „Die Legende versucht, den Ursprung und das
Schicksal eines Bauwerkes innerhalb des fingierten Geschichtsbildes zu erklären
und liefert dabei oft erstaunlich detaillierte Einzelheiten“ (Pfister,
2001, 35; Pfister, Matrix, 59 ff.). Denn es ist nicht leicht, geschichtlich eine perfekte Erhaltung zu begründen, wenn zwischen Antike und Renaissance angeblich tausend wüste Jahre liegen. Beim Reiterstandbild des Mark Aurel auf dem Kapitol hört sich die Legende so an: Das metallene Kunstwerk sei deswegen im Mittelalter nicht eingeschmolzen worden, weil man es für eine Darstellung des Christenfreundes Konstantin des Großen gehalten habe. So wurde die Statue vor der Lateran-Basilika aufgestellt und 1538 auf den heutigen Standort auf dem Kapitol versetzt. Aber Ferdinand Gregorovius erzählt, dass zu Beginn des 13. Jahrhunderts Otto IV., der Mitkönig oder Nebenbuhler des jungen Königs Friedrichs II. von Hohenstaufen, das bronzene Reiterstandbild aufgestellt habe. Dieser Otto ist vielleicht ein hochmittelalterliches Analogon von Marcus Aurelius (Fomenko II, 30). Und erst Bartolomeo Sacchi habe 1481 den Irrtum der Zuschreibung an Konstantin erkannt und es als Bildnis von Mark Aurel identifiziert. Doch ist das Reiterstandbild sicher erst im 16. Jahrhundert geschaffen worden.
Die unmögliche
Goldbüste
Aus den bisherigen Darlegungen wird klar, dass erstens die römische Geschichte mit ihren Ereignissen, Akteuren und Zeitstellungen nicht stimmt. Und deutlich wird auch, dass die Figur Mark Aurels erst in der Renaissance eine überragende Bedeutung als beinahe christlicher stoisch-philosophischer Herrscher bekam. Ebenso wird ersichtlich, dass der detaillierte kunstgeschichtliche Vergleich nichts bringt, weil authentische Werke und Fälschungen kaum auseinander zu halten sind und auch die Zeitstellungen frei flottieren. Die übertriebene vergleichende Analyse mutet teilweise auch wie ein Versuch an, die einfachen, handfesten und für jedermann nachvollziehbaren Einwände auszublenden. Stellt man die Kritik so auf neue Grundlagen, lässt sich der merkwürdige Mark Aurel aus Avenches erst richtig angehen.
Gleich am Anfang ist der merkwürdige Umstand festzuhalten, dass von allen römischen Kaisern gleichgültig ob sie Jahre und Jahrzehnte oder nur ein paar Monate regierten - Porträts in Stein oder in Metall erhalten sind, manchmal sogar in großer Zahl. Normalerweise wird angenommen, dass die meisten Kaiserbildnisse nach dem Tod des Herrschers zerstört wurden. Und metallene Kunstwerke wurden, wenn sie nicht mehr gebraucht wurden eingeschmolzen, denn der Rohstoff war kostbar. Die Sache mit den römischen Kaiserbildnissen ist sehr suspekt. Aber selbst wenn es eine Römerzeit gemäß dem noch heute gemeinhin geglaubten Geschichtsbild gegeben hätte, so mutet der goldene Fund von Avenches sonderbar an. Erstens sind die meisten Kaiserbildnisse aus Stein gearbeitet; aus Bronze schon viel seltener. Büsten und Statuen aus Gold hat es kaum gegeben. Man behalf sich mit einer Vergoldung oder Versilberung. Eine Kaiserbüste aus purem Gold müsste bei aller Herrscherverehrung doch etwas Außerordentliches gewesen sein, besonders in der Provinz. Und wie erklärt man sich das Faktum, dass anderthalb Kilo reines Edelmetall zu irgendeinem Zeitpunkt in einer fernen Vergangenheit in die städtische Kanalisation geworfen wurde? Waren die Römer etwa so märchenhaft wohlhabend oder goldverachtend, dass sie sich solche Gesten erlauben konnten? Hier wird ganz einfach der gesunde Menschenverstand beleidigt.
Es wird behauptet, dass Aventicum bei dem sagenhaften Alamannensturm 260 AD zerstört und die Goldbüste bei diesem Anlass in der Kanalisation des Tempelhofes versteckt wurde. Aber haben die Eroberer die Stadt etwa im Handstreich genommen, sodass nicht einmal mehr Zeit blieb, die wertvollsten Dinge gut zu verstecken oder wegzutragen? Und die zerstörte Stadt wurde später auf der Suche nach Baumaterial und Metall durchwühlt. Dass bei diesen Tätigkeiten niemand je auf einen so großen Klumpen Gold gestoßen wäre, kann man kaum glauben. Es ist auch unvorstellbar, dass in alter Zeit ein einzelner Gegenstand aus einer so großen Menge Gold gefertigt wurde. Das ergibt sich schon aus den Gewinnungsmethoden. Grundsätzlich deckten die alten Zeiten ihren Goldbedarf aus Flussgold. Es ist bekannt, dass viele Flüsse sehr goldhaltig sind und nur die heutigen Verbauungen eine wirtschaftliche Ausbeute der mitgeschwemmten Goldflittchen verunmöglichen. Flussgold nun wurde stetig, aber immer nur in kleinen Mengen gewonnen.
Das reichte für Münzen und für goldene und vergoldete Kleingegenstände, aber kaum für große massiv goldene Arbeiten. Die Renaissance fälschte hemmungslos, weil schon damals die Nachfrage nach Antiquitäten das Angebot überstieg. Dann hätte dieses Zeitalter also die Goldbüste ob es nun Mark Aurel darstellte oder einen Gallier versteckt. Aber in dieser Zeit vergrub man im Allgemeinen nur Gegenstände, die man später wieder bergen wollte. Bei einem so großen Klumpen Gold ist eine solche Absicht auszuschließen. Dann macht die perfekte Erhaltung des goldenen Porträts stutzig. Der Bodendruck hätte das Objekt - das innen hohl ist - unweigerlich deformieren müssen. Aber außer einigen bestoßenen Stellen und einem Kalküberzug musste an der Büste wenig restauriert werden.
Zuletzt soll ein erstes Mal die Büste von Avenches mit den vielen anderen erhaltenen Mark Aurel-Porträts verglichen werden. Jede Betrachtung ergibt, dass der Fund aus Aventicum unmöglich den Philosophen-Kaiser darstellen kann. Die Unterschiede sind einfach zu groß. Das zeigt schon der Vergleich mit einer anderen metallenen Büste, dem 1974 entdeckten bronzenen Mark Aurel-Porträt aus Pécs (Fünfkirchen) in Westungarn (Abb. 4). Wir ahnten es und sind uns nunmehr gewiss: Die angeblich Mark Aurel darstellende Büste aus Avenches muss eine Fälschung sein.
Die
goldreichen Helvetier
Wie sehr unsere Vorstellung über die Vorzeit von erfundener Geschichte und Literatur geprägt ist, zeigt die überall kolportierte Bemerkung des griechischen Geographen Strabo, der die Helvetier also die gallorömischen Bewohner des heutigen schweizerischen Mittellandes als goldreiche, aber friedliche Leute charakterisiert. Tatsache ist, dass mehrere Gewässer in der Schweiz als goldreich gelten: die Zuflüsse des Napfgebietes zwischen Emmental und Entlebuch, die Arve bei Genf, der Hochrhein unterhalb von Schaffhausen, die Emme, die Aare, ferner der Vorder- und Hinterrhein in Graubünden. Archäologisch ist bis heute in der Schweiz allerdings nirgends eine Ausbeutung von Flussgold nachgewiesen. Auch die Durchwühlung von alten Flussterrassen zwecks Goldgewinnung, wie sie in Bayern bei den sogenannten Hochäckern festgestellt wurde (Fischer, 1996), ist hier nicht zu belegen.
Die Funde von archäologischen Goldobjekten in der
Schweiz sind bemerkenswert und rechtfertigten 1991 sogar eine Ausstellung in
Zürich (Gold der Helvetier, 1991). Im Vergleich zu anderen mitteleuropäischen
Gebieten - etwa Süddeutschland und Böhmen - ist die bisher bekannt gewordene
Menge von goldenen und vergoldeten Objekten allerdings nicht besonders hoch.
Das eingangs erwähnte Strabo-Zitat ist schwer zu belegen.

Abb. 4.: Bronzekopf des Mark Aurel aus Pécs (Ungarn)
Janus Pannonius Museum, Pécs (Fünfkirchen) aus: Bronze et or; Genève 1996
Römisches Gold
in der Waadt der 1930er Jahre
Bedeutende Funde von Goldgegenständen, die der Vorzeit zugeordnet werden, wurden in der Schweiz im 20. Jahrhundert nur drei gemacht. - Die Goldbüste des Mark Aurel von Avenches befindet sich darunter. Aber eben durch die Analyse der drei Funde kommen wir womöglich zu einer Lösung für das eine Objekt. Der letzte bedeutende Fund von Goldgegenständen waren die sieben keltischen Hals- und Armringe von Erstfeld im Kanton Uri, entdeckt durch Zufall 1962 in einem Geröllhang anlässlich der Errichtung einer Lawinenverbauung. - Auf diese spektakulären Objekte kann hier nicht eingegangen werden (vgl. Gold der Helvetier, 124 f., Eluère, 168
f.).
Der Mark Aurel von Avenches ist nicht der einzige bedeutende Gold-Gegenstand, der in der Waadt in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts gefunden wurde. 1936 nämlich wurde bei den Ausgrabungen in dem römischen Vicus von Vidy am Genfersee unterhalb von Lausanne der bedeutendste Münz-Hortfund der Schweiz gemacht. In einer Haus-Ruine - in zwei acht Meter voneinander entfernten Ecken - kamen je 35 römische Goldmünzen zum Vorschein. Die späteren Besitzer des Hauses sollen nichts von dem Schatz unter dem Fußboden gewusst haben, der zusammen etwa ein halbes Kilo Edelmetall ausmacht. Die Münzen stammen von acht römischen Kaisern zwischen Vespasian und Antoninus Pius. Die Fundumstände und die Art des Hortfundes stimmen verdächtig. Es wurde behauptet, die ältesten Münzen seien am meisten abgegriffen (Lousanna, 61); aber an anderer Stelle wird gesagt, alle Goldstücke seien stempelfrisch (Gold der Helvetier, 160). Ebenso wird die Zahl der Münzen einmal mit zweimal 35, das andere Mal mit zweimal 36 angegeben. Und wie die symmetrische Anordnung des Goldhortes in dem Innenraum zu erklären ist, wird nicht erläutert. Der Hortfund von Vidy ist sicher eine Fälschung; offenbar arrangiert, um dieser Ausgrabungsstätte bei Lausanne etwas goldenen Glanz zu verleihen.
Nun kann man annehmen, dass wenn man 1936 einen Fund
von einem halben Kilo römischem Gold plausibel machen, es zweieinhalb Jahre
später auch wagen konnte, die dreifache Menge des Edelmetalls in einer
Ausgrabung im gleichen Kanton zur scheinbar zufälligen Entdeckung
bereitzustellen.
Ich habe schon erwähnt, dass die römischen Kaiser sei es Vespasian, Antoninus Pius oder Marcus Aurelius erst von der Geschichtsfälschungsaktion der frühen Neuzeit geschaffen wurden, dass die erwähnten Funde auch erst frühestens in dieser Zeit in den Boden gelangt sein können. Aber dass man eine solche Menge Gold an so wenigen Orten vergrub, in der Annahme, dass Jahrhunderte später Ausgräber darauf stoßen würden, kann ausgeschlossen werden. Da bleibt nur die Folgerung, dass diese Funde in den 1930er Jahren hergestellt worden sind.
Die
zusammengesetzte Büste
Um zu der Mark Aurel-Büste zurückzukehren, so sind hier zwei verschiedene Kunststile auszumachen, die als Vorbild dienten: Die Schulterpartie ist ganz sicher nach dem erwähnten Silberbildnis des Lucius Verus aus Marengo (Abb. 3) geformt. Die Ähnlichkeit ist frappant und wird auch von den anderen Autoren ausdrücklich anerkannt. Dieser Teil ist also wirklich römisch. Was den Kopf anbelangt, so muss angenommen werden, dass nicht ein Porträt des besagten römischen Kaisers als Vorbild gedient hat. Solche Bildnisse wurden nämlich, wie auch von den bisherigen Forschern eingeräumt, stets nach einer Vorlage geschaffen, die immer und überall streng eingehalten wurde. Die Abweichungen in den Gesichtszügen des Mark Aurel von Avenches mit lokalen gallorömischen Kunsteinflüssen erklären zu wollen, greift nicht. Aber nicht ein anderer römischer Kaiser scheint als Modell für das rätselhafte Porträt gedient zu haben, sondern mittelalterliches Gold- und Silberschmiedehandwerk. Richtig sagen die Verfasser des Kataloges Bronze et or, dass die angebliche Büste
von Mark Aurel aus Avenches „unwiderstehlich“ (irrésistiblement) den mittelalterlichen Reliquiarköpfen gleiche, besonders demjenigen des heiligen Candidus, der in der Abtei Saint-Maurice im Wallis aufbewahrt wird (Bronze et or,
122).
Man kann diesen Hinweis ergänzen. Nicht nur der heilige Candidus (vgl. Abb. 5) hat eine frappante Ähnlichkeit mit dem Mark Aurel-Porträt, sondern auch der Reliquiarkopf des heiligen Mauritius aus Rheinau (Kanton Zürich), der ebenfalls aus der Werkstätte des Klosters Saint-Maurice stammt. Die strengen, unbewegten Gesichtszüge der Goldbüste aus Avenches erklären sich nur von dort her, desgleichen die großen Augen welche immer eine Nähe zum Christentum andeuten. Die goldene Mark Aurel-Büste aus Avenches ist also ein stilistischer Zwitter: kaiserzeitlich-römisch und romanisch-mittelalterlich. Und es muss festgehalten werden, dass sich aus alten Zeiten nirgends massiv goldene Porträts erhalten haben. Vom Stil als auch vom Material her kann dieses angebliche Kaiserbildnis somit nicht aus der Epoche stammen, welcher es bis anhin zugesprochen wurde.

Abb. 5: Silberner Reliquiarkopf des heiligen Candidus Saint-Maurice, Wallis aus: Daniel Thurre: L’atelier roman d’orfèvrerie de l’abbaye de Saint-Maurice; Sierre 1982; Tafel 16
Nach der ersten Drucklegung dieses Artikels legte ich auch Abbildungen der Mark Aurel-Büste dem Fälschungsspezialisten Uwe Topper vor. Dieser antwortete mir mit folgenden hochinteressanten Bemerkungen zu diesem Porträtkopf:
„Die
Proportionen am Kopf stimmen nicht, die Stirn ist zu klein, die Haare setzen zu
niedrig an; auch an den Seiten der Stirn. Die Ohren sind winzig und der Mund
ebenso, im Vergleich zu den Nasenflügeln. So sah ein Kopf nie aus. Aber wenn
man etwas Altertümliches produzieren wollte, einen ,archaischen’ Schädel, dann
wird man genau diese Merkmale hervorgekehrt haben. Leider übertrieben. Und
derartige Kenntnisse über Schädelentwicklung sind erst seit den
Neanderthaler-Diskussionen möglich. Außerdem ist der Fund im Abwasserkanal sehr
klug platziert, denn mit Funden im Erdreich hat man schon oft Pech gehabt. Es
ist nämlich leicht festzustellen, wenn das Erdreich vorher durchgewühlt worden
war. In Kanälen hingegen gibt es keine stratigraphischen Schichten.“
Angesichts dieser klaren Worte eines Außenstehenden
werden die Archäologen und Kunsthistoriker Mühe haben, weiter die Authentizität
dieses Mark Aurel von Avenches zu stützen. – Heute scheint man sich von
offizieller Seite sogar schon eine Hintertür für einen allfälligen Rückzug
vorbereitet zu haben. So schreibt Andres Furger in dem neuesten Werk über die
Römer in der Schweiz, dass wenn die Büste tatsächlich echt sei, man die
besonderen Gesichtszüge „dem
provinziellen Geschmack des Künstlers zuschreiben“ müsse (Furger, 282).
Es fällt auf, dass allgemein sehr viele Dinge als provinzialrömisch erklärt werden. Bevor das endgültige Wort in stilistischer und historischer Hinsicht gesprochen wird, bliebe noch Zeit für eine erneute Materialprüfung der Büste von Avenches. Bereits erwähnt wurde der ungewöhnlich hohe Reinheitsgrad des Goldes von 22 Karat. Eine technologische Untersuchung könnte womöglich die Art des Edelmetalls bestimmen Waschgold oder Berggold. Obwohl dies bei dem Porträt von Mark Aurel aus Avenches noch nicht geschehen ist, so sind diesbezügliche Hoffnungen zu dämpfen. „Aus verschiedenen Gründen führt die naturwissenschaftliche
Analyse ... nur selten zu einem beweiskräftigen Ergebnis“ (Guggisberg, 2000, 16). Aber immerhin sind noch nicht alle Nachweismethoden erschöpft. Da bliebe noch die Aufgabe, die Motive der beiden goldenen Fälschungen derjenigen von Vidy 1936 und der von Avenches 1939 - zu enträtseln und deren Hintermänner aufzudecken. Nicht dass sich diese Umstände vielleicht doch erhellen ließen. Aber es ist immer mühsam und undankbar, eine Fälschung zu entlarven; wohingegen einfach, eine solche zu fabrizieren.
Regionaler Patriotismus in einer schwierigen politischen und wirtschaftlichen Zeit scheint jedenfalls den Hintergrund und die Grundlage für diese Aktion im Waadtland gebildet zu haben. Wenn die Mark-Aurel-Büste von Avenches demnach als Fälschung anzusehen ist, so soll trotzdem nicht der Wert des Objektes angezweifelt werden. Den Materialwert hat die Büste alleweil, und auch der künstlerische Wert ist hoch einzustufen. Nur sollte man den Porträtkopf nicht mehr als antike Goldschmiedekunst ausgeben, sondern als Beispiel für das Kunsthandwerk der 1930er Jahre.
Literatur
Balty, Jean-Ch. (1980): Le prétendu Marc-Aurèle d’Avenches; in: Eikones. Studien zum griechischen und römischen Bildnis. Hans Jucker zum sechzigsten Geburtstag gewidmet; Bern, 57 ff.
Bögli, Hans (1991): Aventicum.
Die Römerstadt und das Museum; Avenches Bronze
et or (1996). Visages de Marc
Aurèle. Empereur, capitaine, moraliste; Genève (Katalog)
Eluère, Christiane (1987): Das
Gold der Kelten; München
Förster, Otto (1997): Das Gold der Kelten ; Stuttgart
Fomenko, A. (1994): Empirico-statistical analysis of narrative
material and its applications to historical dating; vol. 2: The analysis of
ancient and medieval records; Dordrecht
Furger, Andres (2001): Die Schweiz zur Zeit der Römer. Multikulturelles Kräftespiel in der Schweiz vom 1. bis 5. Jahrhundert; Zürich
Geise, Gernot L. (1997): Wer waren die Römer wirklich? Unser Geschichtsbild stimmt nicht! Hohenpeißenberg
Gold der Helvetier (1991); Zürich (Katalog)
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Pfister, Christoph (2002): Die Matrix der alten Geschichte. Analyse einer religiösen Geschichtserfindung; Fribourg
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Thurre, Daniel (1992): L’atelier roman d’orfèvrerie de l’abbaye de
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© Ch. Pfister, 7/2002