Cheops-Pyramide:
Bautechnik entschlüsselt und rekonstruiert

(c) Hartwig Munt; veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 9/1995

In meinem Beitrag "Zum Bau der Cheops-Pyramide" in EFODON SYNESIS 2/1994 habe ich sieben Basiserfindungen vorgestellt, die Voraussetzung für den Bau der Cheops-Pyramide sind. Dazu gehören der Stapellauf großer Transportschiffe, die Gleitsubstanz Schmierseife und die "Herodot-Hebezeuge". Eine logische Kette führt zum Rohbau der Pyramide, ohne Rampen, Seilrollen und Kräne.

Der zweite Teil "Zum Bau der Cheops-Pyramide" ist so umfangreich geworden, dass aus den beiden Teilen eine Dokumentation geworden ist, die wir demnächst veröffentlichen. Darin wird die Verschalung der Pyramide mit feinen weißen polierten Tura-Kalksteinplatten (1) beschrieben, sowie das Setzen des 6,5 Tonnen schweren Pyramidions auf die Spitze, als Krönung des Bauwerks. Die Vermessungstechnik mit vorgereckten Leinen aus Menschenhaar sowie die Bauwinkel und der von Imhotep erfundene Verkleinerungsmaßstab für Bau- und Handwerkszeichnungen wird erläutert und mit Bildern aus dem Alten Ägypten belegt. Herodot hatte als erster der Nachwelt die Bautechnik von den ägyptischen Priestern erfahren, verstanden und für zukünftige Generationen aufgezeichnet. Er wurde nur nicht - weil Geschichtsschreiber - ernst genommen, so dass in 150 Jahren über zwanzig Bautheorien unnötigerweise erfunden wurden, die allesamt von Folgeautoren widerlegt worden sind. Die Bautechnik ist nun rekonstruiert und damit aufgeklärt worden. Im Folgenden finden Sie eine kurze Zusammenfassung.

Die Bilder 1 und 2 zeigen in einer Seitenansicht und einer Draufsicht, wie das Pyramidion, aus härtestem Diorit-Gestein, mittels eines Schlittens auf die Pyramidenspitze gezogen wurde. Auf der Pyramidenspitze wurde dazu ein dreiteiliges "Herodot-Hebezeug" installiert. Die Zugmannschaft (120 Mann) befand sich auf der Rückseite der Pyramide und war über Hüftgurte an den Seilen gesichert. Je Zug der Mannschaft wird der Schlitten mit dem Pyramidion drei Meter nach oben befördert. Dabei kippt das Hebezeug um 90°, so dass am Ende des Zuges ein Sperrbalken auf hervorstehenden Steinquadern, genannt Bossen, hinter den Schlitten zur Absicherung für den nächsten Zug gelegt werden kann.


Das Pyramidion gleitet zur Spitze

Links: Seitenansicht (Das Pyramidion gleitet zur Spitze). Rechts: Draufsicht (Das Pyramidion gleitet zur Spitze).


Das Hebezeug wird dann um 90° zurück in seine Ausgangslage geklappt, und der nächste Zug befördert das Pyramidion um weitere drei Meter nach oben. In fünf Stunden ist die Arbeit erledigt, und das Pyramidion befindet sich auf der Spitze der Pyramide.

Für diesen Vorgang des Pyramidion-Transports musste vorab ein Teil der Verkleidung der Pyramide, ein Streifen von vier Metern Breite auf beiden Seiten der Pyramide (also der des Schlittens und der der Zugmannschaft) erstellt werden. Und dabei verstand ich, warum Herodot schrieb, "es wurden bald krossai bald bomides" nach oben gefördert. Krossai wurden sowohl bei Homers Ilias als auch bei Herodots Aufzeichnungen als Bossen übersetzt, Bomides als glatte Platten zur Verschalung der Pyramide (worauf der Schlitten gleitet). Mit diesem Satz des Herodot haben die Pyramiden-Bautheoretiker bisher nichts anfangen können. Ja, sie haben von einer gravierenden Schwäche des griechischen Historikers gesprochen, der keine technische Begabung gehabt haben könne, insbesondere weil er schrieb, dass die Verkleidung der Pyramide von oben nach unten erfolgt wäre.
Letzteres ist aber ganz plausibel. Wenn zunächst zwei Streifen in der Mitte der Pyramiden-Seitenflächen fertig wurden, dann ist es auch verständlich, dass die Pyramide von der Mitte der Seitenflächen nach außen verschalt wurde, so dass die Pyramide nach einem Drittel der Verschalungsleistung so aussah, wie in Bild 3 zu sehen. Oben war sie bereits fertig und unten waren Ecken und Kanten noch mit Tura-Platten zu belegen.


Pyramide zu einem Drittel fertig verschalt

Bild 3: Pyramide zu einem Drittel fertig verschalt


Den Beweis für diese Verschalungstechnik liefert die Chephren-Pyramide noch heute. Denn die Plünderer der schönen weißen Tura-Platten, die sie zum Bau der Moscheen in Kairo verwendet haben, bauten die Verkleidung von den Kanten der Pyramide her ab. Hier sind die Demontagen der Tura-Bomides zehn Meter weiter in Richtung Spitze als in der Mitte der Seitenflächen durchgeführt worden.
In den über zwanzig bisherigen Bautheorien taucht immer wieder ein Konzept auf, welches die Verschalung der Pyramide gleichzeitig mit dem Rohbau fordert. Dieses konnte widerlegt werden. Kérisel hat gemessen, dass sich allein im Bereich der Königskammer der Rohbau hinter den Granitplatten während der Bauzeit um 15 cm gesetzt hat. Dadurch erhielt, noch während der Bauzeit, jede der vierzig Tonnen schweren Deckplatten der Kammer gravierende Risse, deren Bruchknall weithin hörbar gewesen sein muss. Es muss mit Setzungen des Rohbaus von etwa einem Meter gerechnet werden, so dass die Seitenverschalung überall gerissen und aufgeplatzt wäre, wenn sie mit dem Rohbau gleichzeitig hochgezogen worden wäre! Die exakte Höhe der Pyramide wäre wegen Setzung nicht auf den ein Milliardsten Teil des Abstandes Erde Sonne durchführbar gewesen.
Vermessungsprofis haben mir gegenüber ausgesagt, dass man den Bau einer solchen Pyramide mit gleichzeitiger Verkleidung nur mit Laser-Messgeräten, die auf den Zentimeter genaue Messungen von Stufe zu Stufe ermöglichen, hätte begleiten können.
Wie Fotos der Pyramide zur Tag- und Nachtgleiche heute noch zeigen, war die weiße Tura-Verkleidung als Hohlspiegel ausgelegt, so dass am Tag des geringsten Abstands Erde Sonne - heute am 2. Januar ein gigantisches Lichtschauspiel zu sehen war: Zur Mittagszeit wurde das gesamte Sonnenlicht als Kegel zur Sonne zurück reflektiert, auf dessen Spitze die Sonne selbst stand. Aus diesem Phänomen lässt sich ausrechnen, dass die Ägypter auch den Abstand Erde Sonne im Sommer - heute 2. Juli - kannten.
Einige Forscher meinen, dass die Pyramide - wie später die Obelisken - auf der Spitze eine vergoldete Sonnenkugel trug. Deren Zentrum würde dann drei Meter über der Pyramidenspitze liegen, also bei 149,6 m. Das ist exakt noch heute der ein Milliardste Teil des, im Jahr gemittelten, durchschnittlichen Abstandes Erde - Sonne.
Die beiden Forscher Toth und Nielson haben durch Messungen festgestellt, dass in der Königskammer, also bei 1/3 der Pyramidenhöhe, ein Energiezentrum liegt. Sie postulieren ein zweites Energiezentrum drei Meter oberhalb der Spitze der Pyramide. Dieses wäre dann ebenfalls exakt im Zentrum der Kugel auf der Pyramide.
Besonders interessant ist auch, dass Astronomen, Geophysiker und Mathematiker mit dem von mir aufgedeckten Wissen über die damaligen Sonne - Erdabstände von 146,65 und 153,57 Millionen Kilometer und der winzigen Abweichung der Nord/Süd- sowie Ost/West-Ausrichtung der Pyramide von der wahren Nord/Südlinie genau ausrechnen können, wann die Cheops-Pyramide wirklich gebaut wurde (2).
Die Quintessenz: Die äußere Form der Pyramide (Höhe und Steigung) wird von zwei Zahlen geprägt: dem Abstand Erde Sonne und der Zahl Pi.

Anmerkungen
(1) Anm. d. Red.: Tura-Kalkstein wurde in den Steinbrüchen von Tura (ehem. Troja) und Ma'sara gewonnen. Sie liegen in dem Felsmassiv des Mokattam auf dem östlichen Ufer des Nils. Der Abbau fand unter Tage statt.

(2) Anm. d. Red.: Diese Rechnung kann jedoch nur in einem nicht-katastrophischen Szenario funktionieren. Sollten seitdem Kataklysmen stattgefunden haben, und vieles spricht dafür (siehe z.B. Velikovsky, Naudiet u.v.a.m.), wären derartige Rechnungen hinfällig.

Abbildungen
(c) Hartwig Munt


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