Die Schanze zwischen Wessobrunn und Rott
© 1997 Gernot L. Geise; veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 22/1997
Zwischen Wessobrunn (Lkr. WM) und Rott (Lkr. LL) befindet sich linkerhand, kurz vor Rott, eine Keltenschanze (Abb. 1), die wir bereits 1994 untersucht haben (1).

Abb. 1: So zeigt sich die Schanze heute (1997)
Es ist dies eine Schanze, bei der wir an vier verschiedenen Stellen den Schichtaufbau feststellen konnten, weil dort Probegrabungen vorgenommen waren. Nach Aussage von Einwohnern der Gemeinde Rott seien diese Probegrabungen gemacht worden, um festzustellen, ob sich hier ein Kiesabbau lohnen würde. Wahrscheinlicher erschien es uns, dass der Untergrund untersucht wurde, um herauszufinden, ob sich das Gelände für eine Müllkippe eignet, denn das höherliegende, östlich anschließende Gelände ist bereits eine „rekultivierte“ ehemalige Müllkippe. Das Schanzengelände würde sich auch unter diesem Gesichtspunkt anbieten, dass es bereits mit einem relativ hohen Wall (rund 1,80 m Höhe) umgeben ist.
Nach einem Hinweis besuchten wir diese Schanze nun erneut und stellten folgendes fest:
Der Schanzenboden ist inzwischen - insbesondere im südlichen Bereich der Schanze - einige Meter abgetragen worden, zumindest fehlt heute die obere Humusschicht vollständig. Im östlichen und südöstlichen Bereich ist abgebauter Grobkies aufgeschüttet.
Interessant daran ist nun, dass die Verantwortlichen offensichtlich von der Untersuchung des EFODON e.V. im Jahre 1994 erfahren haben müssen, denn sie untersuchten gezielt die Stellen, die auf der damaligen Skizze (Abb. 4) verzeichnet waren: im südwestlichen Bereich den Korrekturschacht und die dort befindliche positiv polarisierte Blind Spring, weiterhin die - allerdings relativ ungenau angegebenen - Vierermanipulationen und die im nördlichen Bereich der Schanze liegende negativ polarisierte Blind Spring mit der Wasserschlaufe.

Abb. 2: Der Korrekturschacht, erkennbar an der Feinsandschüttung. Auch auf dieser Schwarzweiß-Reproduktion ist er erkennbar.
Den Korrekturschacht konnten sie nicht verfehlen, und er zeichnet sich im Erdreich recht gut durch eine Feinsandfüllung gegenüber dem Grobkies des umgebenden Geländes ab (Abb. 2). Bei der südwestlichen Blind Spring wurde ein etwa vierzig Zentimeter durchmessendes Rohr senkrecht in den Boden getrieben (Abb. 3) und mit einem Holzdeckel verschlossen. In diesem Rohr steht in etwa drei Metern Tiefe Wasser (Abb. 5).

Abb. 3: Die Südwestecke der Schanze. Mitte rechts das in die Erde getriebene Rohr an der Stelle, wo wir eine Blind Spring gemutet hatten. Darin steht Wasser (s. Abb. 5). Vorne links, schwarzweiß kaum erkennbar, der Korrekturschacht (s. Abb. 2).
Die im nördlichen Bereich liegende Blind Spring (BS) mit der Wasserschlaufe wurde um einige zehn Meter verfehlt, möglicherweise, weil in der Skizze genauere Entfernungsangaben fehlen, und weil die BS mit der Schlaufe auf unserer Skizze etwas zu weit nördlich eingetragen worden ist. Die Stelle, an der man - im nordöstlichen Bereich - ein weiteres Rohr senkrecht in die Tiefe getrieben hat (Abb. 6), führt kein Wasser, und demgemäß ist das Rohr am Boden auch trocken (Abb. 7).

Abb. 4: Lageskizze der Schanze mit eingezeichneten Mutungsergebnissen

Abb. 5: Blick in das Rohr, das in der Südwestecke der Schanze in den Boden getrieben wurde: es enthält Wasser.

Abb. 6: Im nordöstlichen Bereich hat man versucht, auch die zweite Blind Spring durch ein in die Erde getriebenes Rohr (Pfeil) zu treffen. Wegen der fehlenden Meter-Angeben hat man die BS jedoch verfehlt Mit einem Rutengänger wäre ihnen das nicht passiert...! (Blick in Richtung Nordosten).

Abb. 7: Blick in das nordöstliche Rohr: es ist trocken, weil die Blind Spring verfehlt wurde.

Abb. 8: Da im Schanzenbereich die obere Schicht des Erdreiches abgetragen ist, tritt heute dort, wo die Blind Spring mit der Wasserschlaufe auf der Skizze eingetragen war, das Wasser an die Oberfläche (Blick in Richtung. Nordwesten).

Abb. 9: Reste des Schichtaufbaus sind hier und dort noch gut erkennbar.
Allerdings kann man - aufgrund des Materialabbaues im inneren Bereich der Schanze - erkennen, dass dort, wo wir die Blind Spring mit der Wasserschlaufe muteten, heute das Wasser an die Oberfläche tritt (Abb. 8).
Im mittleren Bereich der Schanze ist das Verfüllungsmaterial weiter abgetragen worden, und hier kann man wiederum Reste der Schichtung gut erkennen (Abb. 9).
Zusammenfassend kann also festgehalten werden, dass unsere seinerzeit durchgeführten Mutungen durchaus genau waren, die jetzigen Arbeiten in der Schanze beweisen es.
Das ist die Problematik, der wir ausgesetzt sind: wir können zwar eine Schanze radiästhetisch ausmuten, doch ob diese Mutungen stimmen, kann nur durch eine Grabung nachgewiesen werden. Wir selbst - wie jede andere Privatperson! - dürfen nicht graben, dazu benötigt man eine Sondergenehmigung, sonst macht man sich strafbar. So ist es immer ein Glücksfall, wenn von „offizieller“ Seite das Gelände aufgegraben wird, und wir die Möglichkeit haben, unsere Mutungsergebnisse gegen zu prüfen.
Anmerkungen
(1) Vgl. Gernot L. Geise: „Keltenschanzen und ihre verborgenen Funktionen“, Hohenpeißenberg.
