Das Rätsel der Keltenschanzen (1)

(c) 2000 Gernot L. Geise

"Keltenschanzen" sind ein Mythos.  Viele haben schon einmal in irgendeiner Weise davon gehört, können  sich  aber kein Bild von ihnen machen. "Das müssen wohl irgendwelche Verteidigungsanlagen der Kelten gewesen  sein ...?"
Genaueres ist meist unbekannt. Und da es so gut wie keine Möglichkeit  gibt,  diesbezügliche Informationen zu erhalten, gibt der am Thema Interessierte bald auf.

Keltenschanze bei Wolfratshausen. (Der Wall ist mit Pfeilen markiert)

Hier und dort "stolpert" man in der Landschaft über ein Gelände, das Reste ehemaliger Wälle  enthält. Und wenn  man Glück hat, steht in der dazugehörigen Landkarte dann  "Keltenschanze" (oder "Viereckschanze", "Römerschanze" o.ä.). "Aha, das ist also eine  Keltenschanze", denkt  sich der Besucher dann und geht  unverrichteterdinge weiter, weil von einer Schanze, wenn überhaupt, bestenfalls einige Wall- oder Grabenreste sichtbar sind, sonst nichts.
Wenn man Glück hat, kann man  irgendwann einmal  einen Vortrag über Keltenschanzen hören, der meist im Rahmen von archäologischen Gesellschaften gehalten wird. Da erfährt man dann, dass Keltenschanzen  "kultische Stätten"  oder  Gehöfte zur Viehzucht gewesen seien. Solche Behauptungen werden von den Archäologen verbreitet, obwohl sie jedes Nachweises entbehren und - wenn man sich ein wenig  mit der  Schanzen-Thematik befasst - sich  als völlig unsinnig erweisen.
Warum werden solche Fehlinformationen verbreitet? Das liegt schlicht und einfach daran, weil die Wissenschaft im Dunkeln  tappt  und sich fantasievoll Deutungen ausdenkt, um  überhaupt eine Erklärung vorweisen zu können.
In der Wissenschaft haben wir das altbekannte Problem: es wird nur in  Ausnahmefällen fachübergreifend  (interdisziplinär) geforscht. Denn wenn das geschähe,  dann könnte auch unsere Wissenschaft zu Ergebnissen gelangen, wie sie der EFODON e.V. (1)  erarbeitet hat, und diese noch weiter ausarbeiten. Das  Vorhandensein der Keltenschanzen hat jedenfalls weder etwas  mit Kult zu tun, noch mit kriegerischen Auseinandersetzungen oder  Viehzucht, auch wenn die eine oder andere Schanze später diesbezüglich  missbraucht wurde. Keltenschanzen sind für das Leben (zumindest auf  unserem Kontinent) lebenswichtig, denn sie  erfüllen eine technische Funktion: sie wirken harmonisierend auf unsere  Witterungsbedingungen. Diese Behauptung mag auf den ersten Blick fantastisch anmuten, sie  ist jedoch das  Ergebnis ausgiebiger Untersuchungen durch den EFODON e.V.

Es muss verhindert werden, dass die  ungebremste Vernichtung der Schanzen - sei es aus Unwissenheit oder aus Zweckgebundenheit  -  weitergeht. Wir schaden uns damit nur selbst, wie unschwer an der Verschlechterung der Witterungsbedingungen  in den letzten Jahren erkennbar ist, die durchaus nicht durch Autoabgase  o.ä. hervorgerufen  werden, wie man inzwischen vereinzelt schon erkannt hat.
Ein lobenswertes Beispiel bot im Jahre 1994 die  Gemeinde Moosinning (Lkr. Erding/OB.), die den EFODON  e.V. beauftragte, auf dem Gebiet der Gemeinde  eventuell vorhandene Keltenschanzen ausfindig zu machen, um sie vor einer Zerstörung schützen und als  Kulturerbe bewahren zu können.  Hieraus resultierte ein kleines Buch (2), das u.a. an der Schule von  Moosinning verteilt wurde.
Unsere Untersuchungen machten wir überwiegend radiästhetisch, d.h. mit  Rute, Mute  oder Pendel. Bevor jetzt der eine oder andere Leser abwinkt, lassen Sie mich ein paar Worte zur  Radiästhesie sagen. Selbstverständlich ist hier ein gerütteltes Maß Skepsis angesagt,  denn  radiästhetische Mutungen sind nun einmal keine objektiven Meßergebnisse, die mit technischem Gerät vorgenommen  wurden. Sie sind immer subjektiv. Auch ich stand der Radiästhesie,  bevor ich mich näher  mit ihr befasste, sehr skeptisch gegenüber, denn wir alle sind geprägt von dem, was uns unter dem Mantel der  Wissenschaft "verkauft" wird. Und die  Wissenschaft steht der Radiästhesie nicht  gerade freundschaftlich gegenüber. Das erkennt jeder an den regelmäßigen Verunglimpfungen der Rutengänger. Besonders  negativ meinungsbildend  sind Fernsehsendungen, die sich "wissenschaftlich"  nennen und "Tests" zeigen, in denen (natürlich nur drittklassige) Rutengänger vorgeführt werden, wie sie falsche   Aussagen machen. Das wird dann verallgemeinernd als "die Radiästhesie =  Scharlatanerie" dargestellt.
Doch die Wirklichkeit sieht ganz anders aus. Ich hatte das Glück, als  Lehrer den Rutengänger  Reinhold Lück zu haben, welcher der beste und genaueste Rutengänger  ist, den ich kenne. Das wusste ich zu Beginn jedoch noch nicht. Reinhold Lück hat jedoch  mehrfach bewiesen, dass er millimetergenau  ausmuten kann, was dann durch Grabungen (auf Privatgrundstücken)  gegengeprüft werden konnte. Jede Nachprüfung konnte seine Aussagen bisher  bestätigen. Und diese seine Genauigkeit hat mich letztendlich  überzeugt. Ich möchte ihm an dieser Stelle herzlich dafür danken,  dass er sein Wissen zur Verfügung gestellt hat.
Die  radiästhetische Praxis hat uns gezeigt, dass an vielen Stellen gemutete Dinge auch auf  andere Weise erkennbar sind, man muss nur darauf achten!  Blind Springs, Wasserschlaufen,  Korrekturschächte, Vierermanipulationen (radiästhetisch feststellbare Kennzeichen einer funktionierenden Schanze) usw.  werden sehr häufig durch veränderten  Pflanzenbewuchs bestätigt.  Bei den Blind Springs (unterirdische senkrechte Wassersäule) oder der Wasserschlaufe (unterirdisch kreisförmig angelegte Wasserführung) tritt  auf manchen Schanzen oberirdisch  das  Wasser aus. Korrekturschächte (in der Literatur als "Kult-" oder "Sakralschächte" bezeichnet) zeigen manchmal eine leichte Vertiefung im Boden. In der  Gegend von  Moosinning (Kr.  Erding) fanden wir die beschriebenen Schanzen auf radiästhetischem Wege, ohne sie vorher zu kennen. Dass die dortigen Schanzen keine Illusionen waren, erkennt man an dort  noch  vorhandenen Wall- und  Grabenresten.
Natürlich bleibt es jedem unbenommen, radiästhetische Untersuchungen auch weiterhin skeptisch zu betrachten. Auch wir sehen die auf diese  Weise gewonnenen Ergebnisse  mit einem gewissen  Vorbehalt an, bis sie anderweilig sicher bestätigt werden können. Sie können jedoch als Grundlage für weitere Nachforschungen dienen.

 Moosinning, Schanze 4, Wall

Der EFODON e.V. hatte sich im Jahre 1991 die  Aufgabe  gestellt, eventuell vorhandene  Zusammenhänge um die sogenannten Keltenschanzen zu erforschen. Zu diesem Zweck mussten wir zunächst ein Konzept erarbeiten, nach dem vorgegangen werden konnte. Dies   ergab  sich als das sogenannte "Holz-Projekt". Uns fiel nämlich auf, dass es ungewöhnlich viele Orte und Gemarkungsnamen gab, die in ihrer Bezeichnung oder in ihrem Namen den  Wortzusatz   "Holz" enthielten. Dazu fiel uns auf, dass es zwischen einem "Holzort" und einer  Keltenschanze einen Zusammenhang zu geben scheint, denn nach dem ersten Augenschein fanden sich bei  den  untersuchten "Holzhausen"-Örtlichkeiten Keltenschanzen. Die  bekanntesten sind die beiden archäologisch untersuchten Keltenschanzen bei Holzhausen (bei München).
Eines der Ziele  des  EFODON-Projektes "Holzhausen", das von Thomas Riemer und  Reinhold Lück entworfen wurde, war die statistische Erfassung aller verfügbaren "Holzorte", nicht nur in Deutschland,  sondern auch  im angrenzenden Ausland.
Bei Ihren Vorarbeiten stellten Thomas Riemer und Reinhold Lück fest, dass sich im Raum  Oberbayern bei fünf "Holzhausen"-Orten jeweils mindestens eine  "Kelten-"  oder  "Viereckschanze" befindet. Bei weiteren Nachforschungen traf dies auch auf den Raum Ostwestfalen-Lippe zu, in dem drei "Holzhausen" jeweils mit  Keltenschanzen ausfindig  gemacht  wurden. Eine Sondierung anhand von Landkarten ergab dann ähnliche Strukturen bei einer Vielzahl von weiteren "Holzhausen". Es stellte sich die Frage:

Warum eigentlich "Holzhausen"? 
"Holzhausen" scheint auf den ersten Blick ein natürlicher, logischer Name zu sein für "Häuser  aus Holz". Doch  in  frühgeschichtlicher Zeit baute man in der Regel alle Häuser aus Holz (das ist ein archäologisch-historischer Befund!).
Nachforschungen im linguistischen Bereich ergaben verblüffende Ergebnisse:  die  Herkunft  des Wortes "Holzhausen" ist anscheinend niederdeutsch und weiter mittelhochdeutsch und  lautete ursprünglich "Holthusen". Die Erklärung zu "holt" lautet  "gewogen,  günstig,  freundlich, liebend, dienstbar, treu", also keinesfalls "Holz"! Eine "Holdschaft" war denn  auch Freundschaft, "huldic" zu hulden = Treue  geloben, Dienstbarkeit  halten/pflegen. Das  Wort "hûsen" bedeutet nicht nur "Haus, Rathaus", sondern als Verb viel mehr: "haushalten,  wirtschaften", aber auch  "bauen". Daher ist an ein reines  Holzhaus nur sehr entfernt zu denken.
Inzwischen sind im Laufe der Zeit von uns eine ganze Reihe von Schanzen untersucht worden, Luftbildaufnahmen wurden  studiert und eine "Holz"-Datenbank  angelegt, in der  sich zuletzt rund 7500 "Holzorte" befanden. Aufgrund dessen können wir - im Gegensatz zur  offiziellen Archäologie, die nach wie  vor nur Mutmaßungen verbreitet - inzwischen recht  gute, fundierte Aussagen zu den Keltenschanzen machen, was sie sind und was sie nicht sind.

  Schanze auf dem “Gögerl” in Weilheim i. OB (Wall und Graben)


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