Das Geheimnis der Formen und Strukturen

© 1998 Ewald Amelow, veröffentlicht in EFODON SYNESIS Nr. 28/1998

Seit sieben Jahren beschäftige ich mich mit dem Phänomen der Formen- bzw. Strukturenbildung in der Natur, und es scheint so, als wäre ich rein zufällig zu dieser Beschäftigung gekommen. Auf einer Reise mußte ich in Eresos (Lesbos) einen Ruhetag einlegen, hier machte ich die Bekanntschaft mit Steinen am Meeresstrand und einer Pilgermuschel, bei der ich mit Hilfe meines Vergrößerungsglases in den Strukturen die Wiedergabe der örtlichen Gegebenheiten und wie die Fläche unter dem Felsen an der Küste einst genutzt wurde, entdeckte.

In Berlin versuchte ich meine ersten Beobachtungen an Formen und Strukturen auszuwerten. Ich hatte den Wunsch zu erfahren, woher all dies wohl kommen möchte, welche Gesetze und Regeln eine Rolle spielen würden. Anfangs konnte ich mir nicht erklären, wie Felsen und Meer, Pflanzen, Steine und Tiere Informationen in sich tragen konnten, die mir wie menschliche Informationen erschienen, also Anordnungen lesbarer Zeichen, die einen Bedeutungsinhalt haben, und deren Bedeutung sich aus einem kulturellen Kontext ergibt.

Schließlich wandte ich mich an die Wissenschaft, las naturwissenschaftliche Bücher und Fachzeitschriften, in der Hoffnung, dass mich Informationen auf die richtige Fährte bringen würden.


1. Ahornblatt, Fundort Berlin

Das Blatt stellt in meinen Augen ein männliches Gesicht mit überdimensionaler Nase dar (die Nase als Phallussymbol). An der etwas aufgebrochenen Nase oben links mittendrin ein fröhlicher, lachender Junge, der anscheinend schon ein Draufgänger war, seitdem er seinen ersten Zahn bekommen hat!

Darunter ist ein Frauengesicht dargestellt, und ich erkenne den Namen ,,Elisabeth“. Rechts von ihm das Gesicht eines Mannes mit der ungarischen Krone auf dem Kopf, daneben ein junges Mädchen und der Name ,,Maria“, alle mit einem Band verbunden. Form und Struktur des Blattes zeigen meiner Meinung nach eindeutig das Gesicht des Sigismund (1368—1437), Sohn von Kaiser Karl IV. (1316—1378). Er ist so dargestellt, wie er bei den Menschen Resonanz gefunden hat: als Weiberheld und Draufgänger.

Ich glaube, dass in den Strukturen die 1375 erfolgte Verlobung des achtjährigen Sigismund mit Maria, der Tochter Ludwig I. des Großen, König von Ungarn und Polen, und seiner Frau Elisabeth symbolisch dargestellt ist.


Ein Naturwissenschaftler meinte, dass die malerisch dargestellten Verwitterungsformen vieler Felsenformationen nur thermodynamische Entwicklungen seien, Menschen können an der Formbildung nicht beteiligt gewesen sein, weil diese Gesteine durchweg um Dutzende von Millionen Jahre älter als die frühesten Spuren unserer eigenen Spezies wären (was ja nicht ausschließen würde, dass Menschen nach ihrem Erscheinen Einfluss genommen haben können). Ein Biologe wies darauf hin, dass die Wissenschaft heute den Mechanismus der Vererbung und den gesamten Informationsspeicher bis in seine molekularen Details kennen würde, eine Vererbung erworbener Eigenschaften würde es nicht geben. Im übrigen sei alles auf die Thermodynamik zurückzuführen, und im Grunde gäbe es nur eine Art von Wirklichkeit, nämlich die, die sich mit einem wissenschaftlichen Apparat, einem Mikroskop, nachweisen ließe.


  

2. Baumborke, Fundort Berlin

2a (oben) „Die Vergewaltigung“ (Sigismund und Maria), 2b (rechts) „Der Allmächtige“ (Kaiser Sigismund)

Meine Definitionen: Die Baumborke auf Foto 2 symbolisiert den Weg zur Macht. 1385, als Sigismund 17 Jahre alt war, schien die Neigung der Königin Maria einem anderen zu gehören, Bischof Raab traute sie mit Ludwig von Orleans. Nun setzte Sigismund eine Heirat mit der Königin Maria durch. Es heißt, er habe sie eingesperrt und erst durch Vergewaltigung zur Unterwürfigkeit gezwungen. 1387 wurde er zum König von Ungarn gekrönt. Maria starb 1395 nach einem Reitunfall (Frühgeburt). Die Vergewaltigungsszene auf dem Foto scheint Sigismund als Lindwurm (Drachen) darzustellen, für den er später einen Drachenorden stiftete.

Auf dem Foto 2b symbolisiert der Elefantenkopf nun die Machtfülle: König von Ungarn und Deutschland, römischer Kaiser. Es mutet vielleicht seltsam an, dass im ausgehenden Mittelalter jemand in der Region Berlin/Brandenburg die stärkste Resonanz bei dem Menschen gefunden hat, der aus dem Herrschergeschlecht Luxemburg stammt. Zwei Dinge mögen dafür ausschlaggebend gewesen sein. Zum einen war es die Verbundenheit mit der Mark Brandenburg und Berlin. Sein Vater, Kaiser Karl IV., belehnte ihn 1376 im Alter von acht Jahren mit Kurbrandenburg und brachte ihn zu diesem Zwecke selbst in die Mark. 1378/81 weilte er in Berlin. Und als er zum deutschen König gekrönt wurde, belehnte er drei Jahre später im Jahre 1417 Kurfürst Friedrich I. (Burggraf Friedrich VI. von Nürnberg) als ersten Hohenzollernfürsten mit der Mark Brandenburg. Zum zweiten war Sigismund eine schillernde Persönlichkeit, dem durch Dynamik, Flexibilität und Machtstreben nicht nur die römische Kaiserkrone zufiel, sondern dem es auch gelang, die Vereinigung von Böhmen, Österreich und Ungarn zur späteren Donaumonarchie anzubahnen.

Und noch etwas anderes hat bei den Menschen Resonanz gefunden, und das unterscheidet sich nicht im geringsten von den Bedürfnissen moderner Menschen heute nach Sensationen, spektakulären Ereignissen und Klatsch. So waren Sigismunds Weibergeschichten, die Morde, die in seiner Umgebung geschahen und die Hofgeschichten in aller Munde. Er sorgte für ,,publicity“, war der Vertreter Gottes auf Erden und zog als Personifizierung des Planeten Sonne durch die Lande.


Für meine Kamera hatte ich mir ein einfaches Balgen- und ein Ringblitzgerät besorgt. Damit hoffte ich die Objekte optimal fotografieren zu können. Aber die technischen Schwierigkeiten häuften sich, zumal die Objekte selten flach, sondern meistens mehrmals gewölbt waren. Es dauerte lange, bis sich mir die geheimnisvolle Formen- und Strukturenwelt der Natur am fotografierten Objekt erschlossen hatte. Wenn Cees Nooteboom in seinem Buch ,,Umweg nach Santiago“ schreibt: „Eine gute Karte legt die Geschichte und damit die Seele einer Stadt bloß wie ein Röntgenbild“, so kann ich zu meinen Beobachtungen in der Natur in ähnlicher Weise sagen: Eine gute Kamera kann die Seele der Natur und damit auch die menschliche Geschichte bloßlegen wie ein Röntgenbild.


 3. Magnolienblatt, Ausschnitt, Fundort: Yorkshire (England), Größe: 18,5 x 8 cm

Ich erkenne hier das Gesicht von Richard, Duke of York, 9 Jahre alt, Sohn von Elizabeth Woodville. Er wurde 1483 mit seinem Bruder König Edward V. (12) von König Richard III., Duke of Gloucester, in den Tower geworfen. Niemand wusste, was wirklich geschah, aber viele Jahre später erzählte man sich, dass Richard zwei Raufbolde angeworben hätte, die die beiden Kinder mit Kopfkissen in ihrem Bett erstickt haben sollen. Unter dem Auge sehe ich mit großen Buchstaben den Namen ,,Richard“.


Am besten können dies vielleicht die Archäologen bestätigen. Ihre Arbeit ist heute ohne Kameraaufnahmen aus der Luft nicht mehr denkbar. Die Natur öffnet ihre Seele, und die Spuren der Vergangenheit liegen zu ihren Füßen.

Mein Auge war bemüht, aus dem anfänglichen Chaos eines Bildes etwas herauszufinden. Das Spiel mit dem Lichteinfall und der Perspektive konnte nur mit viel Geduld und intensiven Sehübungen betrieben werden. Zeigte sich mir ein Gesicht, musste das Auge nach Schriftzeichen suchen. Das Gedächtnis der Natur hat auch unsere Sprache aufbewahrt. Die zahlreich enthaltenen Schriftzeichen sind jedoch wegen ihres größtenteils fremden Charakters, der teilweise unebenen Flächen und des scheinbaren In- und Übereinanderlaufens von Wörtern, und teilweise wegen ihrer Kleinheit, meist nicht zu deuten. Bei den gedeuteten Wörtern handelt es sich hauptsächlich um Eigennamen von Personen und Orten, Satzfetzen von Unterhaltungen, Ausrufen und Buchstaben oder Wörter mit Symbolcharakter.

Wenn ich einen Namen identifiziert hatte, und Gesicht und Zahlensymbol (für die Geschlechtsbestimmung) waren vorhanden, habe ich in Geschichtsbüchern nach einem Bild von der Person und seiner Biographie gesucht. Das hatte ich schnell herausgefunden, Resonanz fanden in allen Kulturkreisen meist nur die Herrscherhäuser oder die Götter und Helden der Mythologie. Leicht war es nie, meistens schwer, und oft war die Mühe vergebens.


4. Magnolienblatt, Ausschnitt, Fundort: Yorkshire (England), Größe: 18,5 x 8 cm

Ich sehe in diesem Blatt einen königlichen Blick, der mir von König Edward V. (12) zu sein scheint. Die Initialen, die ich unten links erkenne, sehen aus, als ob sie von ihm selbst geschrieben worden wären.

5. Stein, Fundort: England, Größe: 3,2 x 2,7 cm

In diesem Stein erkenne ich das Gesicht von Königin Elizabeth I. (1558—1603), möglicherweise im Alter ihrer Thronbesteigung (25). An ihrem Mund erkenne ich den Namen „ELIZABETH“. Wenn man das Bild von der entgegengesetzten Seite betrachtet, scheint das Gesicht den britischen Löwen zu symbolisieren. Das würde ,,Machtfülle“ bedeuten.

6. Stein, Fundort: Eresos (Lesbos), Größe: 4,3 x 2,5 cm

Dieser Stein hat meiner Meinung nach die Geschichte von Jason, Medea und den Argonauten zum Inhalt.

Die Argonautenfahrt geht wohl auf eine Fahrt der thessalischen Minyer in der Mitte des 13. Jahrhunderts vor Christi zurück. Mit dem Beginn der Kolonisierung der Schwarzmeerregion, des florierenden Handels, sind die Legenden der Griechen mit diesem bisher unbekannten Gebiet bereichert worden. Sie fanden auch Aufnahme in den Mythen um Jason. So wie der Mythos erzählt, dass Jason komme, um die Ordnung wiederherzustellen, die zerbrochene Familie zu heilen (er hatte ja von seinem Lehrer Chiron — Kentaur — den Namen ,,Jason“ bekommen, der wahrscheinlich ,,Heiler“ bedeutet), streift nun auch die Geschichte den Mythos und lässt die Griechen mit ihrem Anführer Jason als Handelsfürst zum Schwarzen Meer fahren.

Bei der Fahrt der Argonauten, wo es um das ,,Goldene Vlies“ ging, schien das ja keineswegs ein Vlies aus Gold gewesen zu sein, obwohl, nach Strabo, die Einheimischen am Schwarzen Meer am Fluss Phasis Gold gefunden haben: Sie legten Vliese in das Flussbett, und die Goldkörner blieben in der Wolle hängen. Da zum anderen der Widder als Symbol des Königtums galt, nimmt man an, dass die Suche nach dem ,,Goldenen Vlies“ sowohl die Suche nach Reichtum (Goldvorkommen) als auch die Eroberung von Macht (Königswürde) symbolisieren. Tatsache ist, dass zur Zeit der Minyer und Mykener der Zinnhandel in Kolchis in voller Blüte stand.

Im obigen Foto erkenne ich das Gesicht von Jason. Zwischen der, links befindlichen, dunklen Gestalt - sie sieht aus wie der Drachen, der das ,,Goldene Vlies“ bewacht - und dem sichtbaren Auge erkenne ich den Namen ,,Jason“. Links am Rand möglicherweise das große Gesicht von Eros, dem Liebesgott, der mit dem Pfeil der Liebe Medea ins Herz getroffen hat. Über Jasons Auge am linken Rand der weißen Struktur sehe ich den Blick der Zauberin Medea.

Bemerkenswert ist, dass es sich bei der kettenartigen Metallspur, die für mich auch die Fahrt der ,,Argo“ symbolisiert (aus anderer Perspektive betrachtet), anscheinend um eine Zinnader im Stein handelt.


Im Falle meiner beobachteten und fotografierten Organismen ging es um die Frage: was kann ich wahrnehmen, was kann ich ausfindig machen? Bestimmte Formbildungen fielen mir sofort ins Auge, jede Seite des Fotos war für sich zu betrachten, wobei alle möglichen Veränderungen der Perspektive durchzuführen waren. Das Foto mit den Strukturen des Objekts war für mich wie ein Buch zu lesen. Hatte ich herausgefunden, auf welcher Seite des Objekts (Fotos) die Geschichte begann, so war der Fortgang meistens in Uhrzeigerrichtung angezeigt. Aber auch die intensivste Bearbeitung des Sehfeldes, immer und immer wieder, schließt nicht aus, dass die Erfassung der in den Organismen gespeicherten Informationen Lücken aufweist oder Fehlinterpretationen vorkommen. Wenn mir aber Gesichter, Darstellungen, Symbole und Namen ein schlüssiges Bild über Personen und Geschehnisse ergeben, so ist dies für mich eine gesicherte Erkenntnis meiner Wahrnehmung.


 

7a. Stein, Fundort: Eresos (Lesbos), Größe: 5 x 6 cm (links)

In diesem Stein erkenne ich eine Erinnerung an Julius Caesar (100— 44 vC.).

Über dem Auge scheint es, als wenn zuoberst Caesars Alexander ähnelnder Kopf auf den Kopf Scipios (der 202 vC. den 2. punischen Krieg beendete) aufgestülpt ist (den Namen ,,Scipio“ erkenne ich, über sein Gesicht ziehend). Links davon scheint mir das Gesicht Hannibals mit Namen in Dunkel dargestellt zu sein. In den schwarzen Strukturen unter dem Auge sehe ich das Gesicht Caesars in Kleinformat mit etwas schmalem Kinn und wachen, lebendigen Augen. Darunter ist, in weißer Schrift, für mich gut lesbar, das Wort ,,Julius“.

7b Stein, Fundort: Eresos (Lesbos), Größe: 5 x 6 cm (rechts)

Das Bild von der entgegengesetzten Seite betrachtet, erblicke ich ganz unten den, Caesar ähnelnden, Kriegsgott Mars, für den Caesar in seinem letzten Lebensjahr einen Tempel zu errichten begann. Auch das Wort ,,Mars“ erkenne ich.

Darüber eine Figur, die wie Mann mit hellem Gesicht und schwarzer Kopfbedeckung aussieht. Quer über sein Gesicht lese ich in großen Buchstaben das Wort ,,Lykurg“. Handelt es sich hierbei um eine symbolische Assoziation zu Caesar?


Aufgrund meiner Beobachtungen, Untersuchungen und Fotobeispiele ergeben sich mir folgende Erkenntnisse über Bildung von Formen und Strukturen: Jeder Organismus ist in der Lage, Informationen aus dem menschlichen Bereich aufzunehmen, zu speichern und abzubilden. Dies gilt auch für Steine und Felsformationen, wobei das Alter oder die Art der Steine unbedeutend ist.

Nach der Theorie des Münchener Chemikers Günter Wächtershäuser können auf der Oberfläche des Pyrits, die elektrisch positiv geladen ist, und auf der neu entstandene Moleküle mit einer starken negativen Ladung an ihm ,,kleben“ bleiben, bestimmte organische Säuren nebeneinander entstehen und wie in einem Organismus oder aber auch wie die Aggregate in einer Fabrik zusammenwirken. Es würde ein Oberflächenorganismus entstehen, bei dem eine Haut aus Fettsäureverbindungen produziert werden würde, ganz ähnlich einer Zellmembrane; der Entwicklung einer Zelle würde nichts mehr im Wege stehen.

Können sich auf anderen Steinen vielleicht ähnliche Dinge abspielen? Ist nicht die ganze Erde mit einem ,,Oberflächenorganismus“ durchzogen? Wenn menschliche Geschehnisse der Vergangenheit in einer Region starke Resonanz gefunden haben, so bildeten und entwickelten sich dort mentale Felder, die auf die Formen- und Strukturenbildung der Organismen Einfluss genommen haben können. Bei den Inhalten der mentalen Felder spielen die Symbole eine wichtige Schlüsselrolle für das bessere Verstehen der mentalen Welt. Tier-, Zahlen- und Farbensymbole machen das Träumen, Fühlen und Denken der Menschen sowie die historische und mythische Vergangenheit transparent. Unterschiedliche und gemeinsame Lebensäußerungen in einigen Kulturkreisen können sichtbar werden.


8. Haut, getrocknet, Fundort: Eresos (Lesbos), Größe: 6,5 x 2,5 cm

Ausschnitt sehr stark vergrößert. Es könnte sich um das Gesicht des Kaisers Julianus Apostata (332—363) handeln:

1.            Als Herrscher mit Mütze (Profil)
2.            Als Philosoph mit hellen Augen (von vorn)
3.            Als Priester mit dunklen Augen (von vorn)


Das Verhältnis von Ursache und Wirkung spiegelt sich in zwei Möglichkeiten wider. Ursache und Wirkung kann zur gleichen Zeit, an gleicher Örtlichkeit (begrenzte Region), zusammentreffen. Das Geschehen (Ursache) kann aber auch räumlich weit entfernt liegen und, sozusagen aus der Vergangenheit kommend, in einer Region in einem mentalen Feld Resonanz finden.

Wie im Einzelnen die Resonanzschwingungen funktionieren, dass das Gedächtnis der Natur die Geschehnisse der Menschen speichern kann, vermag ich nicht zu sagen, da ich kein Wissenschaftler bin. Aber eines scheint festzustehen: Die Kraft des gesprochenen Wortes hat bei diesem Prozess offenbar eine entscheidende Wirkung. Das gesprochene Wort, dem etwas ähnliches wie ein Traum vorausging, das zum Buch wurde und das wieder zum gesprochenen Wort wurde und sich über die ganze Erde ausbreitete. Bücher wie die Bibel, Homers ,,Ilias“ und ,,Odyssee“, Ovids ,,Metamorphosen“ und Vasaris ,,Leben“, wurden Meilensteine in der Literaturgeschichte und haben unsterbliche Spuren hinterlassen. Diese Spuren habe ich in Strukturen der Natur entdeckt. Durch meine Arbeit habe ich nicht nur erfahren, wer einst bei den Menschen in der Region Berlin/Brandenburg in aller Munde lag, sondern auch, was bei den Römern auf Lesbos Resonanz gefunden hat, und habe auf Teneriffa die Ausbreitung der Thora und der Renaissance miterlebt.

Die Naturwissenschaft wird an der Vorstellung festhalten, dass die Thermodynamik die Formen- und Strukturenbildung bestimme. Sie hat zwar von Resonanzbildung und mentalen Feldern schon etwas gehört, ignoriert sie aber. Sie sagt ganz einfach, dass sie Formen und Strukturen, und die Inhalte der mentalen Felder, mit rein wissenschaftlicher Methodik nicht nachvollziehen kann. Sie muss etwas im Computer gestalten können...

Um das Dilemma deutlich zu machen: In der FAZ vom 5. 11. 1997 stand ein Aufsatz mit dem großen Titel: ,,Entstehung von Mustern im Sand“, über eine Arbeit von Troy Shinbrot von der Northwestern University in Illinois.


9a. Felsenformation, Standort: Bollullo Bucht, Teneriffa

Der Inhalt der Strukturen scheint mir Leonardo und die Renaissance zu zeigen. Im einzelnen erkenne ich, von rechts nach links:

1. Ein Bild des alten Leonardo da Vinci.
2. Symbolische Darstellung eines Kanals, möglicherweise eine Erinnerung an Leonardos Plan, den Fluss Arno von Florenz nach Pisa zu kanalisieren, 1568 von Vasari in seinen ,,Leben“ erwähnt.
3. Der gigantische Kopf eines Pferdes, an der linken Seite mit einem großen weißen ,,L“ (Leonardo), außerdem zwei männliche Köpfe mit goldenen Mützen.
4. Die Geburt des ,,Lächelns“ (Verrocchio — Leonardo da Vinci)
5. Julius II. (rechts) und Michelangelo (links), beide Gesichter einander abgewandt (symbolisch = sie haben sich nichts zu sagen), die Geschichte der beiden erzählt von Vasari.

9b. Felsenformation, Standort: Bollullo Bucht, Teneriffa, Ausschnitt, stark vergrößert

„Der alte Leonardo und das gigantische Pferd“


Während ich die Oberfläche einer Sandschicht nach vorhandenen Mustern, Formen und Strukturen hin untersuche und fotografiere (oder umgekehrt), und dann erfahre, wodurch diese in der Natur vorgefundenen Muster entstanden sind, wendet Shinbrot genau die entgegengesetzte Methode an. Er schüttelt den Sand kräftig und lange, bis sich ,,Streifen-, Schachbrett- oder Bienenwabenmuster“ zeigen, die dann im Computer nachgebildet werden, mit dem Ergebnis, dass man nun weiß, ,,worauf es bei der Musterentstehung ankommt.“

Vielleicht wissen die Naturwissenschaftler wirklich, worauf es bei der Musterentstehung im Computer ankommt, über die Bildung von Mustern, Formen und Strukturen in der Natur wissen sie anscheinend nichts.

Der Biochemiker und Zellbiologe Rupert Sheldrake stellt in seinem Buch ,,Das Gedächtnis der Natur“ seine Hypothese der morphogenetischen Felder vor, die alle Formen in der Natur bestimmen können. Die formbildenden Felder sollen die ,,Erfahrungen“ jedes Individuums einer Art speichern und eine Art kollektives Gedächtnis der Natur darstellen. Das Entstehen von Formen und Strukturen in der Natur geht auf Resonanz zurück, und nach seiner Hypothese sind diese Organisationsprinzipien morphische Felder, wobei sich dieser Begriff auch auf mentale Felder bezieht.

Welche revolutionäre Idee! Und doch wie glaubhaft, wenn ich an meine eigenen Beispiele denke. Schade, dass er auf die mentalen Felder nicht näher eingegangen ist. Wie sieht ein Blatt oder Zweig, ein Stein oder Felsen aus, der durch Resonanz in einem mentalen Feld herangebildet ist? Ich hoffe, die gezeigten Beispiele und Fotos vermitteln einen Eindruck davon. 

(Fotos: © Ewald Amelow)


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