Ein interessanter Vergleich:
Farmer oder Reisbauer - wer arbeitet effektiver?
© Karlheinz Baumgartl; veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 13/1996
In dem Buch »Geniale Ingenieure der Natur - wodurch uns die Pflanzen überlegen sind« von Felix R. Paturi ist folgender Vergleich angeführt:
Ein einziger Farmer in den USA versorgt heute im Durchschnitt vierzig Menschen mit Lebensmitteln und Textilfasern. Ein chinesischer Reisbauer dagegen arbeitet gerade für sein eigenes Existenzminimum. Welch ein gewaltiger Unterschied im Wirkungsgrad! Wer leistet mehr?
Der US-Landwirt erntet zwar gegenüber dem chinesischen Kleinbauern ein Vielfaches. Aber welchen Preis zahlt er dafür?
Der Wirkungsgrad ist das Verhältnis zwischen Ergebnis und Aufwand. Wer die mit den geernteten Pflanzen gewonnene Energie in Kilowattstunden umrechnet und sie mit der für die Ernte aufgewendeten Energie vergleicht, erschrickt über das Ergebnis:
Für 50 geerntete Energieeinheiten investiert der amerikanische Farmer 250 Einheiten an Brennstoffenergie, der chinesische Bauer dagegen nur eine einzige Einheit menschlicher Energie. Das bedeutet, dass der einfache Bauer ohne aufwendige Geräte mit einem Wirkungsgrad von 5000 % arbeitet, der mit den teuersten und »fortschrittlichsten« technischen Hilfsmitteln ausgerüstete US-Farmer aber mit einem solchen von nur 20 % (!).
Der einfache Bauer ohne nennenswerte Hilfsmittel leistet das zweihundertfünfzigfache des technisch modernst ausgerüsteten Farmers. - Dabei ist der Vergleich noch unvollständig: denn der US-Farmer erwirtschaftet entweder Viehfutter für die Fleischindustrie - die unwirtschaftlichste Form der Ernährungsindustrie -, oder Getreide, das letzten Endes erhitzt (gebacken, also denaturalisiert) dem Verbraucher zugeführt wird. Jedenfalls führt das Produkt des US-Farmers zu gesundheitsschädlichen Nahrungsmitteln. Würde sich darüber hinaus der einfache Bauer naturgemäß ernähren, würde er seine Arbeit konzentrieren auf Obst- und Gartenbau, dann wäre er gesünder, leistungsfähiger, und er würde länger leben. Damit würde das Verhältnis zum sogenannten Fortschritt noch ungünstiger ausfallen...
Literatur
Karlheinz Baumgartl: "Der Teil des Ganzen", Zeilarn.