Bewusstsein, Unterbewusstsein, Seele, Verstand — was ist das eigentlich?

© 1999 Gernot L. Geise; veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 32/1999

Wir sind ganz allein für die Gestaltung und den Verlauf unseres Lebens verantwortlich. Wir leben genau so, wie wir es wollen, mit allen Vor- und Nachteilen, und mit „wir“ meine ich die Gesamtheit des Individuums: Bewusstsein, Unterbewusstsein, Körper. Nur bedingten Einfluss hat dabei unser Bewusstsein (mit seinem Werkzeug „Verstand“) auf diese Gestaltung, die Hauptgestaltung unseres Lebens besorgt unser Unbewusstes quasi „vollautomatisch“.

Der Verstand ist immer nur eine von mehreren Fähigkeit, ein Werkzeug unseres Bewusstseins. Er ist sozusagen die Spitze des Eisberges, die aus dem Wasser schaut, und die wir bewusst bemerken. Unser Verstandesbewusstsein verhält sich grundsätzlich skeptisch, ungläubig, und zweifelt zunächst einmal alles an. 

Die Begriffe Bewusstsein, Unterbewusstsein, Unbewusstes, Geist, Seele, Verstand wurden und werden in vielerlei Publikationen benutzt, doch eine definitive Erklärung dafür findet man kaum, im Gegenteil, oftmals widersprechen sich viele Deutungen, und die Verwirrung der Begriffe erstreckt sich bis in Fachliteratur und Nachschlagewerke hinein. Da auch ich mich mit diesem Thema auseinandergesetzt habe, bin ich der Meinung, dass inzwischen eine gewisse Definition überfällig geworden ist. Allgemein herrscht hier nämlich - ob gewollt oder ungewollt, spielt keine Rolle - ein großes Verwirrspiel und Durcheinander um diese Begriffe, so dass einem Außenstehenden - zunächst - zwangsläufig der Überblick entgleiten muss. Möglicherweise verhält es hierbei ähnlich wie in anderen Sachgebieten auch, dass mehrere Forscher, unabhängig voneinander, an verschiedenen Orten irgendetwas Gleiches herausgefunden haben und dieses jeweils mit eigenen Bezeichnungen versehen haben, die dann allesamt in die Literatur eingingen. So kann es dann vorkommen, dass zwei Menschen jeweils einen anderen Begriff benutzen und doch dasselbe meinen, oder umgekehrt.

Wir werden versuchen, diesen Begriffswust auf seine einfache Grundform zu reduzieren, denn: die Natur ist immer einfach. Erst wir Menschen glauben, alles verkomplizieren zu müssen — völlig unnötig.

 

1. Schritt

Dazu müssen wir zunächst einige Schritte zurückgehen, um Missverständnisse bei den Definitionen zu vermeiden.

Wenn wir die Welt um uns herum betrachten, so sehen wir scheinbar zwei verschiedene Sorten Materie: „belebte“ (beispielsweise Tiere, Pflanzen) und „unbelebte“ (beispielsweise Steine). Hier passiert uns bereits ein erster Denkfehler, denn es gibt gar keine „belebte“ oder „unbelebte“ Materie, sondern nur Materie als eine besondere Art Energie-Aggregatzustand. Was das, was wir „Leben“ nennen, ausmacht, wie es erzeugt wird und durch welche Kräfte oder durch was auch immer Moleküle plötzlich anfangen „zu leben“ - also das zu tun, was wir gemeinhin als „Leben“ bezeichnen -, ist bisher wissenschaftlich noch völlig unklar. Man ist in der Wissenschaft zwar dem „Leben“ schon recht weit auf die Spur gekommen — heißt es —, aber der Auslöser für die Umwandlung von „unbelebter“ in „belebte“ Materie ist bisher weder gefunden worden noch kann dieses Phänomen bislang erklärt werden. Diese „Grauzone“ hat sich denn auch den Religionen angeboten, die hier erfolgreich einen Gott oder ähnliche Wesenheiten agieren lassen.

Der Mensch ist ein höchst kompliziertes, lebendes Ganzes, das sich aus verschiedenen Teilformen zusammensetzt. Allgemein wird hier eine erste Trennung vorgenommen, nämlich eine Drittelung des Menschen in Körper, Geist und Seele. Doch Vorsicht! Hier schleicht sich der nächste Denkfehler ein, denn eine Aufteilung in solche Einzelfaktoren ist eine höchst subjektive, willkürlich angenommene Hilfskonstruktion, die man irgendwann einmal vorgenommen hat, um das Wesen des Menschen besser verstehen zu können. Der Mensch ist immer ein Ganzes und keinesfalls gedrittelt. Er besteht natürlich aus seinem physischen Körper, und er besitzt auch „Geist und Seele“. Doch die angenommenen Grenzen sind fließend, und außerdem ist mit dieser Aufteilung bei weitem nicht alles erfasst. Wenn man hier unbedingt eine willkürliche Untergliederung machen wollte, so dürfte beispielsweise auf gar keinen Fall der psychische („Astral“-) Körper vergessen werden (den auch alle anderen Lebewesen besitzen). Doch auch die Bezeichnung psychischer oder „Astralkörper“ ist irreführend, denn sie gaukelt uns ein energetisches, körperähnliches Etwas vor. Wir werden später darauf zurückkommen.

Der physische, materielle Körper mit seinen „Hilfsaggregaten“, die seine Funktion garantieren, ist eine quasi-materielle Energieprojektion, genau wie es alle Materie um uns herum ist. Diese Energiekonzentration in Form unseres Körpers ist an ein elektromagnetisches, persönliches Identitätsfeld gekoppelt - bzw. das Identitätsfeld an den Körper. Dieses Identitätsfeld wird theologisch als „Seele“ bezeichnet. Das Identitätsfeld enthält unsere Persönlichkeitsstruktur,  unseren energetischen Bauplan. Auch darüber später mehr.

 

Was ist das Bewusstsein?

Was versteht man nun eigentlich unter Bewusstsein? Wörtlich genommen zunächst einmal „sich etwas bewusst sein“. Doch wem „etwas bewusst sein“? Sich? Wer ist das?

Die Psychologie definiert das Bewusstsein als die besondere Art des Erlebens, in der der Mensch seelische Vorgänge als gegenwärtig und in ihrer Zugehörigkeit zum Ich erfährt.

Die Philosophie sieht im Bewusstsein die Gewissheit des Ich selbst im Denken und Wahrnehmen (1). Um es auf einen Nenner zu bringen und verständlich auszudrücken: Das Bewusstsein ist das, was wir unter unserem „Ich“ verstehen.

Dann haben wir unseren Verstand. Ist er nicht identisch mit unserem Bewusstsein? Nein! Es ist nur eine Fähigkeit unseres Bewusstseins: die Kraft des Menschen, Wahrgenommenes sinngemäß aufzufassen und es zu begreifen und einordnen zu können. Es ist die Fähigkeit, mit Begriffen umzugehen (2), das Urteils- und Kritikvermögen. Unser Bewusstsein nimmt mithilfe seiner Fähigkeit „Verstand“ im Regelfall nur das als „wahr“ hin, was es „versteht“, also was ihm logisch und erklärbar nachvollziehbar erscheint. Alle anderen aufgenommenen Informationen bezweifelt es zunächst, wägt sie gegeneinander und gegen Erfahrungswerte oder -Schablonen ab und lehnt sie zunächst einmal kategorisch ab, bis ein Beweis, ein Beleg, dafür vorhanden ist. Das nennt man dann in unserem Sprachgebrauch „Überzeugung“.

 

Das Unbewusste

Als nächstes haben wir die Gefühlsebene, das Unbewusste. Wie es das Wort schon aussagt, handelt es sich hierbei um das Nicht-Bewusste, also um eine Steuerungsfunktion ohne eigenes Bewusstsein. In der Psychoanalyse (nach S. Freud) ist das Unbewusste der Bereich nicht bewusster Prozesse, der vor allem aus Verdrängtem bestehe, wobei das Unbewusste weitgehend dem „Es“ entspreche - was auch immer damit gemeint sein soll. C. G. Jung macht hier die Unterscheidung zwischen dem „persönlichen Unbewussten“ (Vergessenes, Verdrängtes usw.) und dem „kollektiven Unbewussten“, das überindividuelle menschliche Urerfahrungen enthalte (3). Ich meine, dass hier ein fließender Übergang besteht und dass man das Unbewusste nicht zwangsläufig noch weiter unterteilen muss.

Natürlich muss zwischen einem persönlichen und dem kollektiven Unbewussten unterschieden werden, jedoch nur in der Art, dass das persönliche Unbewusste zu unserer eigenen, persönlichen Identität gehört, während das kollektive, als sogenanntes Kollektiv- oder Artenbewusstsein, völlig persönlichkeitsunabhängig ist. Man hat herausgefunden, dass jede Spezies auf unserer Erde ein eigenes Artenbewusstsein besitzt.

Das persönliche Unbewusste wird, zusammen mit dem Bewusstsein, mit dem Tod seines Trägerkörpers frei und geht wieder in das kollektive Artenbewusstsein auf, aus dem es ursprünglich stammt. Das Artenbewusstsein ist also wie ein großes Sammelbecken vorstellbar, das sich normalerweise weitgehend passiv verhält. Es übt jedoch einen Einfluss auf jedes ihm zugehörige Lebewesen aus, indem es als „Informationspool“ als gigantischer Datenspeicher artspezifisches Wissen enthält, das von den Angehörigen der jeweiligen Art (bewusst oder unbewusst) jederzeit abgefragt werden kann. Das Unbewusste eines jeden Lebewesens steht in ständigem Kontakt mit dem Artenbewusstsein und holt sich „vollautomatisch“ die jeweils benötigten Verhaltensmuster. Umgekehrt meldet es eigene neue Erfahrungswerte sofort zurück, womit diese den anderen Angehörigen der Art zeitgleich zur Verfügung stehen.

Das Artenbewusstsein wird auch als Kollektivbewusstsein oder kollektives Unbewusstes bezeichnet. Wie unser persönliches Identitätsfeld ein Teil des Artenbewusstseins ist, ist dieses ein Teil des Überbewusstseins, wobei das Überbewusstsein auch als morphogenetisches Feld, morphische Felder (Sheldrake) u.ä. bezeichnet wird.

Wie das Artenbewusstsein die einzelnen Identitätsfelder der verschiedenen Spezies umfasst, bildet das Überbewusstsein für die einzelnen Artenbewusstseine eine Art Sammelbecken. So gesehen könnte man hier - um es anschaulich zu machen - von einem hierarchischen Aufbau reden.


Oben:

Der menschliche Körper als materieller Trägerkörper des persönlichen Identitätsfeldes (auch Aura, Seele, Astralkörper genannt) befindet sich in einer ständigen Interaktion mit diesem. Durch das Zusammenspiel zwischen diesen beiden energetischen Erscheinungsformen (materieller Körper und energetisches Identitätsfeld) entsteht ein spannungsähnlicher Zustand, den wir mit unserem persönlichen Bewusstsein identifizieren. Dabei ist unser Verstand eine Fähigkeit des Identitätsfeldes und unser Gehirn das Werkzeug dazu, um die Fähigkeit des Verstandes einsetzen zu können.

Unten:

Schematische Darstellung des kollektiven Artenbewusstseins (auch Kollektivbewusstsein oder morphisches Feld genannt). Es ist, wie es der Name schon ausdrückt, das Gesamtbewusstsein einer Art oder Gattung. Auch hier findet ein kontinuierliches interaktives Zusammenspiel zwischen den einzelnen Identitätsfeldern und dem Artenbewusstsein statt. Mit dem Tod eines Trägerkörpers wird das dazugehörige Identitätsfeld  wieder in das Artenbewusstsein aufgenommen, bis ein neuer Trägerkörper zur Verfügung steht. (Zeichnungen: Geise)


Zurück zu uns. Unser Unbewusstes kennt kein wahr/unwahr oder richtig/falsch, so wie wir verstandesmäßig, rein subjektiv, Klassifizierungen vergeben. Seit unserer Geburt registriert es alle Informationen, die in irgendeiner Art über das Hilfswerkzeug „Gehirn“ mit seinen „Sensoren“ geliefert werden und speichert sie. Manche vertreten die Meinung, diese Informationen seien in der Aura gespeichert. Diese Ansicht kann mich jedoch nicht überzeugen. Eine rein energetische, körperbezogene Informationsspeicherung erscheint mir hier fehl am Platz, weil nicht nötig. Logischer scheint mir zu sein, dass hier der angeblich ungenutzte Teil unseres Gehirns als Zwischenspeicher Verwendung findet. Man darf nicht vergessen, dass die Natur immer so einfach, unkompliziert und effektiv wie möglich handelt. Und in unserem persönlichen Fall widerspräche eine energetische Informationsspeicherung aufwandsmäßig der „Verhältnismäßigkeit der Mittel“. Es entspräche etwa den berühmten Kanonen, mit denen man auf Spatzen schießt. Es widerspricht jedoch nicht der These, dass unser Arten- oder Gruppenbewusstsein Zugriff auf diese Informationen hat, denn sie sind energetisch abrufbar.

Unser Unbewusstes bemüht sich — in Form des Unterbewusstseins — immer optimal zu handeln - sofern das Bewusstsein mit seinem dominierenden Verstand das zulässt. Die ihm laufend übermittelten Informationen vergleicht es dabei zum einen mit den gesammelten persönlichen Erfahrungswerten und den im Laufe des Lebens gebildeten Erfahrungsschablonen, zum anderen mit der „Datenbank“ des Artenbewusstseins, und über dieses wiederum mit der des Überbewusstseins, wobei es ergänzend, interaktiv, auf dieses Wissen zugreift. Hierbei handelt es sich tatsächlich um rein energetische Informationsspeicher. So kann es vorkommen, dass unser Unbewusstes Dinge wissen kann, die wir - vom Verstandesbewusstsein her, das heißt: bewusst und aufgrund unserer persönlichen Erfahrungswerte - überhaupt nicht wissen können. Das ist einer der Gründe, dass unser verstandesmäßiges Bewusstsein oftmals die Hinweise unseres Unbewussten anzweifelt und ignoriert, weil ihm (bewusste) Vergleiche und Erfahrungen dafür fehlen.

Mit dem psychologischen Terminus „Unterbewusstsein“ - so heißt es - werden jene Bereiche des Bewusstseins bezeichnet, die der rationalen Kontrollierbarkeit entzogen sind, und die sich beispielsweise in Fehlleistungen oder in Träumen manifestieren. Teilweise ist Unterbewusstsein auch ein Synonym für Unbewusstes (4), denn es besitzt kein eigenes Bewusstsein. Das Unbewusste arbeitet - um die Computer-Terminologie zu verwenden - im Hintergrund, d.h. ohne bewusste Kontrolle durch unser Bewusstsein. In dieser Funktion steuert es beispielsweise auch die wichtigen unwillkürlichen Funktionen des Körpers wie Herzschlag, Blutdruck oder die Tätigkeiten der einzelnen Organe und Drüsen (beispielsweise Hormonausschüttungen). Diese Funktionen sind automatisierte Abläufe, die nicht über das Bewusstsein gesteuert werden. Das kann man daran erkennen, dass durch bestimmte Experimente der Blutkreislauf beeinflusst, der Herzschlag verlangsamt oder beschleunigt, die Tätigkeit von Organen oder Drüsen verändert, die Körpertemperatur gesenkt oder erhöht werden kann.

Unser Bewusstsein ist durch seine Fähigkeit, das Hilfsmittel Verstand einzusetzen, überaus skeptisch veranlagt. Und diese Skepsis kommt uns oft genug teuer zu stehen. Wir sollten es endlich einmal lernen, dem eigenen Unbewussten zu vertrauen, denn es belügt und betrügt uns nicht! Es will für uns immer nur das Beste. Allerdings müssen wir wachsam sein, dass keine Fehlprogrammierung durch äußere Einflüsse vorgenommen wird. Denn es ist ein kosmisches Gesetz: Wenn wir selbst unser Unterbewusstsein nicht darauf programmieren, was es tun soll, dann tun es andere Menschen! Das Unbewusste reagiert auf alle Informationen, egal, wer ihm diese Informationen gibt (5). Und diese setzt es konsequent als „wahr“ um.

Dass wir mit unseren Gedanken - also bewusst - durchaus auf unser Unbewusstes einwirken können, zeigen beispielsweise die menschlichen Verhaltens- und Charakterstörungen, Neurosen, Psychosen oder psychosomatische Erkrankungen. An allen diesen Fehlfunktionen ist das Unbewusste maßgeblich beteiligt, weil zu irgendeinem Zeitpunkt eine Fehlprogrammierung passiert ist.

 

Verstand und Gefühle

Es wird immer viel von der sogenannten Verstandesebene und von der Gefühlsebene geredet. Was hat man eigentlich darunter zu verstehen?

Wie schon erwähnt, ist der Verstand die Fähigkeit unseres Bewusstseins, logische Denkvorgänge durchzuführen, d.h. die Fähigkeit des analytischen Denkens und Urteilens. In der Philosophie I. Kants ist es — im Gegensatz zur mittelalterlichen Hierarchie — die der Vernunft, der Erkenntnis der prinzipiellen Bedingungen des Handelns untergeordnete Grundlage der Begriffsbildung (6).

Um seine Funktion ausführen zu können, benutzt unser Bewusstsein als Werkzeug unser Gehirn mit seinen Sensoren. Dieses fungiert computerähnlich als eine Art universelle Schaltzentrale in seinem Trägerkörper und steuert durch das Unbewusste (fast) vollautomatisch die lebenswichtigen Körperfunktionen. In seinem relativ groß angelegten „Datenbankbereich“ finden die sogenannten Denkvorgänge - oder wenigstens der rationale Teil davon - in Form von Rechenfunktionen und -Verknüpfungen statt. Der eigentliche „bewusste“ Denkvorgang jedoch findet im Identitätsfeld, der sogenannten „Aura“ (nicht zu verwechseln mit dem auraähnlichen Biophotonenfeld) statt, während das körpereigene Gehirn hier „nur“ die Daten-Zulieferung aus seiner materiellen Umgebung übernimmt.

Wir sehen: mithilfe des Verstandes bedienen wir (unser Bewusstsein) unser Werkzeug Gehirn, um (mit seinen vorliegenden „Daten“) logische Ergebnisse „errechnen“ zu können.

Was ist nun mit dem „Gefühl“, und wie passt es in das geschilderte Bild? Dazu muss zunächst einmal festgehalten werden, dass die Bezeichnung „Gefühle“ ein Sammelbegriff für unterschiedlichste Dinge ist. Im Lexikon wird Gefühl definiert als ein Grundphänomen des individuellen, subjektiven Erlebens einer Erregung (Spannung) oder Beruhigung (Entspannung). Gefühle sind demnach Erlebnisse wie Freude, Liebe, Trauer, Ärger, Zorn, Aggression, Besorgnis, Antipathie, sie sind jeweils mehr oder minder deutlich von Lust oder Unlust begleitet. Ein Gefühl hängt immer eng mit der Tätigkeit des vegetativen Nervensystems zusammen. Die physiologischen Begleiterscheinungen sind hierbei beispielsweise Änderungen der Puls- und Atemfrequenz oder des Volumens einzelner Organbereiche (7).

Wir kennen verschiedene Arten von „Gefühlen“, die sich durchaus nicht gleichen, auch nicht in ihrer Herkunft. Reellerweise müsste man hier eine komplette Neudefinierung vornehmen, was jedoch - da die alten Definitionen nicht automatisch „gelöscht“ werden - nur zu einer Vergrößerung der bereits bestehenden heillosen Verwirrung beitragen würde.

Zunächst haben wir die Rückmeldungen unserer einzelnen körpereigenen Sinnesorgane (Geschmack, Schmerzen, aber auch optische oder akustische Eindrücke, usw.). Die „Gefühle“, die durch diese Organe erzeugt werden, sollte man vielleicht besser „Empfindungen“ nennen. Sie sind letztendlich reine elektrische Reizimpulse, die von unseren Sinnesorganen in Form von sensorartig aufgenommenen Reizungen über die Nervenleitungen zu unserer Schaltzentrale „Gehirn“ geleitet werden, wo die Auswertung (und anschließende Reaktion) erfolgt.

Eine ganz andere Art von Gefühlen stellen die abstrakt empfundenen Gefühle wie Liebe, Wut, Trauer usw. dar. Bei dieser Art von Gefühlen (die man besser als Emotionen bezeichnet) handelt es sich (zunächst) nicht um elektrische Impulse, die von irgendwelchen Sinnesorgan-Sensoren erzeugt werden, sondern um eine Reaktion auf chemische Substanzen (Hormone u.a.), die vom Gehirn (mithilfe der entsprechenden Drüsen), aufgrund vorliegender „Informationsdaten“, erzeugt werden.


 

Schematische Darstellung des Überbewusstseins (auch Überintelligenz, morphisches Feld, Akasha-Chronik u.ä. genannt). Es ist eine Verkettung aller Artenbewusstseine.. Auch hier findet, wie im kleineren Maßstab bei den Artenbewusstseinen oder bei den Identitätsfeldern, ein interaktives Zusammenspiel (Kommunikationsaustausch) zwischen den einzelnen Artenbewusstseinen und dem Überbewusstsein statt. Ob es „darüber“ eine weitere Zusammenballung - von Überbewusstseinen - gibt, ist bisher nicht bekannt, vorstellbar wäre es jedoch. Beim Erlöschen einer Art (Aussterben) geht das dazugehörige Artenbewusstsein im Überbewusstsein auf. (Zeichnung: Geise)


Was sind Emotionen?

Hierbei ist es vielleicht nicht verkehrt, etwas tiefer in die Materie einzusteigen, um die Zusammenhänge besser verstehen zu können. Wie schon früher dargelegt, ist unser Gehirn sehr komplex, mit unzählig vielen Funktionen. Um diese ausführen zu können, besitzt es u.a. an der Oberfläche der Neuronen (8) Rezeptoren (9), die mithilfe von Neurochemikalien agieren und reagieren. Das heißt, Denkvorgänge sind im Prinzip das Ergebnis von chemischen Reaktionen. Die Neurochemikalien sind u.a. körpereigene, opiatartig wirkende Substanzen, die sogenannten „endogenen Morphine“ (10) oder „Endorphine“ (11). Diese Chemikalien binden sich an die verschiedenen Rezeptoren. In den Neuronen des Gehirns wird beispielsweise die chemische Substanz Beta-Endorphin produziert. Sie besteht aus Peptiden (12), die direkt der DNA (13) entwachsen, es handelt sich also um ein Neuropeptid. Die DNA produziert übrigens auch die aus dem gleichen Peptid-Material bestehenden Rezeptoren.

Die Neuropeptide sind also die Signalmoleküle, die den gesamten Informationsprozess im Körper steuern und durchführen. Die Rezeptoren sind die Empfänger, die diese Informationen aufnehmen.

Interessant ist übrigens, dass nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen keine strenge Unterscheidung mehr gemacht werden kann zwischen dem Gehirn und seinem dazugehörigen Körper! Mit anderen Worten: man hat inzwischen bemerkt, dass der Denkvorgang durchaus nicht nur auf den kleinen Fleischklumpen im Schädel beschränkt ist, sondern im gesamten Körper stattfindet. Darauf ist man gekommen, weil im gesamten Körper Neuropeptid-Rezeptoren vorhanden sind (14), während man bisher annahm, dass diese nur im Gehirn vorhanden seien (15). Die Ansicht, dass nicht nur das Gehirn zum Denken da ist, wurde und wird von östlichen Lehren zwar schon immer vertreten, allerdings verlagern diese den Denkvorgang noch weiter in den feinstofflichen Körper des Menschen.

Neuropeptid-Rezeptoren stellen die physiologische Basis der Emotionen dar. Es ist also doch etwas Wahres daran, wenn man von dem „Gefühl des Herzens“ oder vom „Bauchgefühl“ redet. Überhaupt verwischen sich die bisher so scharf abgegrenzten Funktionen zwischen den einzelnen Körperorganen mehr und mehr, je weiter die Wissenschaft in der Lage ist, sie zu entschlüsseln. So hat man inzwischen herausgefunden, dass beispielsweise auch unser Gehirn Insulin (das nicht nur ein Hormon, sondern auch ein Neuropeptid ist) produziert und lagert, während man bisher immer annahm, dass es ausschließlich in der Bauchspeicheldrüse hergestellt werden würde (16). Wenn also bei einem Menschen eine Störung des körpereigenen Insulinhaushaltes vorliegt, so sollte man zunächst einmal nach einer psychischen Störung suchen!

Emotionen werden also durch chemische Substanzen ausgelöst, die man inzwischen nachgewiesen hat. Es ist sogar inzwischen gelungen, sie teilweise künstlich herzustellen. So hat man bereits nachweisen können, dass beispielsweise auch die Empfindung „Liebe“ nichts weiter ist als die körpereigene Reaktion auf die Ausschüttung bestimmter Hormone. Künstlich erzeugte „Liebes“-Hormone wurden testweise bei Versuchspersonen angewendet und erzielten exakt die selben Auswirkungen wie „echte“ Liebe. Damit ist jedoch noch lange nicht geklärt, welcher Auslöser für die Erzeugung der „Liebes“-Hormone infrage kommt.

Jede chemische Reaktion erzeugt gleichzeitig elektromagnetische Impulse, und somit erkennen wir, auf welche Weise unser Gehirn die empfundenen Gefühle auswertet und einordnet.

Wir sehen: Gefühle und Emotionen lassen sich (heute) durchaus auch künstlich erzeugen (wobei wir es hier dahingestellt sein lassen wollen, ob ihre Anwendung wünschens- oder erstrebenswert ist). Gefühle aufgrund von Sinnesorgan-Rückmeldungen sind elektrische Impulse, und abstrakte Gefühle - Emotionen - sind chemische Vorgänge in unserem Körper. Es ist überhaupt nichts Geheimnisvolles daran.

Warum erleben wir aber hin und wieder eine Konfliktsituation zwischen der (rationalen) Verstandes-Ebene und der Gefühls-Ebene? Das mag zum Teil an unserer „Hardware“, dem Gehirn, liegen, zum anderen Teil an der „Software“, den verschiedenen Gefühlseindrücken, die anscheinend nicht so richtig „kompatibel“ sind.

Das Gehirn, nicht nur als Rechenzentrum, sondern auch als Koordinationszentrum unseres Körpers, muss Höchstarbeit leisten, um alle geforderten Funktionen zufriedenstellend erfüllen zu können. Nach wissenschaftlicher Terminologie ist das Gehirn aufgeteilt in eine linke und rechte Seite, wobei man durch Versuche und Tests festgestellt hat, dass eine Seite die Gefühlsebene kontrolliert und die andere Seite für die logischen Denkvorgänge zuständig ist. Wissenschaftlicherseits wird hier vom somatisch-sensorischen bzw. vom motorischen Rindenfeld geredet. Natürlich beschränken sich die Funktionen der beiden Gehirnhälften nicht nur auf diese beiden angeführten, der Aufbau und die Funktion ist selbstverständlich wesentlich komplizierter. Auf jeden Fall ist es eine gigantische Leistung, die beiden völlig verschiedenen Vorgänge „Logik“ und „Gefühl“ zu koordinieren. Aus diesem Grund ist es auch nicht verwunderlich, wenn bei dem einem Menschen die eine, beim nächsten die andere Gehirnhälfte (sprich: Ebene) dominiert. Letztendlich sind jedoch alle Denkvorgänge unseres Gehirns, ob rational oder gefühlsbetont, reine elektromagnetische Impulse. Doch auch hier verwischen sich, nach letzten Erkenntnissen, immer mehr die Zuständigkeiten der beiden Gehirnhälften. Die eine Hälfte (beispielsweise nach Operationen) kann durchaus auch Funktionen der anderen Hälfte übernehmen und umgekehrt. Und wie erklärt man das „normale Funktionieren“ bei Menschen, die — durch Unfall oder von Geburt an — kein oder kaum ein Gehirn haben? Solche Fälle sind zwar Ausnahmen, aber dokumentiert! Dieses Funktionieren ist, schlicht gesagt, bisher nicht erklärbar.

 

Der Geist

Was ist unter „Geist“ zu verstehen? Laut Definition versteht man darunter die in Form des denkenden und wollenden Bewusstseins über das Sinnliche und Materielle hinausreichende Dimension des menschlichen Seins (17). Es ist also eine andere Bezeichnung für das über der Gefühlsebene stehende Bewusstsein, wobei ich mich dieser Definition nicht anschließen kann, weil nach meinen Erkenntnissen das Bewusstsein und die menschliche Gefühlsebene nicht voneinander zu trennen sind. Interessant ist eine Definition, wonach der „Geist“ aufgebaut sei aus Informationen, die zum einen ihre physikalische Grundlage im Körper und im Gehirn haben, zum anderen ihre immaterielle Grundlage im Energiefluss innerhalb des Körpers (18). Um es verständlich auszudrücken: Geist ist im Prinzip dasselbe, was wir unter Bewusstsein verstehen. Es kommt zustande durch den Energiefluss zwischen grob- und feinstofflichem Körper und verwendet das Gehirn und den Körper zur Durchführung seiner Denkvorgänge.

 

Seele

Nach der Religionsgeschichte ist die Seele das geistige, lebensspendende Prinzip im Menschen. Der Seelenglaube ist weltweit verbreitet. Die christliche Theologie sieht die Seele als von Gott geschaffene geistige und unsterbliche Wesensform des Menschen an, die seine unverwechselbare Individualität bestimme. Neben dem Glauben an die Menschenseele besteht derjenige an eine Weltseele. Er findet sich im Platonismus und Neuplatonismus sowie in der Stoa und in verschiedenen Richtungen des Pantheismus (19).

Was ist nun das, was von theologischer Seite mit „Seele“ bezeichnet wird? Es ist identisch mit dem elektromagnetischen persönlichen Identitätsfeld, in dessen Mitte sich der materielle Körper befindet. Dieses persönliche Identitätsfeld ist (da elektromagnetischer Natur) durchaus messbar und kann auch sichtbar gemacht werden. Man bezeichnet es auch als Aura (nicht zu verwechseln mit der Biophotonenstrahlung!). Manche sensitiv begabte Menschen können dieses Feld sehen, z.T. auch farblich, wobei ich mir nicht sicher bin, ob hier nicht wiederum „nur“ das Biophotonenfeld gesehen und falsch gedeutet wird.

Ein Identitätsfeld ist jeweils an einen Körper gebunden und wird im Regelfall erst wieder freigesetzt, wenn mit dem Tod die Funktion seines Trägerkörpers erlischt.

Jedes der elektromagnetischen „Seelen“-Felder besitzt ein eigenes Identitätsmuster, das die individuelle Persönlichkeit und den „Bauplan“ des einzelnen Menschen enthält. Ein solches elektromagnetisches Identitätsfeld lässt sich übrigens - wie jedes elektromagnetische Feld - nicht nur mental, sondern auch mit technischen Mitteln beeinflussen und sogar zerstören (im Sinne von: in eine andere Energieform umwandeln), womit seine Existenz als „Seele“ erlischt.

Das Identitätsfeld ist zwar natürlicherweise an einen Trägerkörper gebunden, es kann jedoch auch willentlich diesen Körper verlassen („Out-of-Body“) oder in einen anderen Trägerkörper hineinprojiziert werden. Dieser Vorgang ist nicht nur auf „natürliche“ Art möglich, sondern lässt sich heute bereits mit technischen Mitteln durchführen. Die entsprechenden technischen Voraussetzungen sind in den USA bereits im Einsatz. Ziel der diesbezüglichen Forschungen war jedoch nicht der Nachweis einer „Seele“ als Bestandteil des Menschen, sondern die technische Beeinflussung und Manipulation im Sinne einer geistigen Beherrschung. Im Zuge dieser Forschungen wurden Techniken entwickelt, um das persönliche Identitätsfeld nach Belieben beeinflussen und manipulieren zu können. Die Forschungen basieren teilweise auf den Erkenntnissen von Nikola Tesla. Geräte zur Manipulation der menschlichen Identitätsfelder sind - u.a. in Satelliten - heute schon im Einsatz und funktionieren offensichtlich hervorragend. Doch das ist ein anderes Thema.

 

Anmerkungen

1                     Meyers Lexikon.

2                     Duden-Bedeutungswörterbuch.

3                     ebd.

4                     Enkelmann, S. 14.

5                     ebd.

6                     Meyers Lexikon.

7                     ebd.

8                     Neuronen sind Nervenzellen.

9                     Rezeptoren [lat.], die für den Empfang bestimmter Reize empfindlichen Einrichtungen einer lebenden Zelle (oder eines Organs). Nach Art der adäquaten Reize unterscheidet man u. a. Chemo-, Osmo-, Thermo-, Mechano-, Photo-, Phono-Rezeptoren, nach der Lage im Organismus Extero-Rezeptoren (an der Körperperipherie; zur Aufnahme von Außenreizen) und Entero-Rezeptoren (im Körperinnern).  (Meyers Lexikon)

10                  Morphin (Morphium) [griech.], neben Noscapin das Hauptalkaloid des Opiums; kristalline, stark basisch reagierende Substanz, die in der Medizin als starkes schmerzlinderndes Mittel eingesetzt wird; wirkt zusätzlich beruhigend und häufig euphorisierend sowie angstlösend.   (Meyers Lexikon)

11                  Endorphin [Kunstwort aus Endo- und Morphin], körpereigener Eiweißstoff (Hormon), der schmerzstillend wirkt. (Duden, Das Fremdwörterbuch)

12                  Peptide [griech.], durch [Poly]kondensation von Aminosäuren, d. h. durch Reaktion der Aminogruppe einer Aminosäure mit der Carboxylgruppe einer anderen entstehende Verbindungen mit der charakteristischen Peptidbindung -CO-NH-, die in der Natur weitverbreitet vorkommen.  (Meyers Lexikon)

13                  DNA, Abk. für engl. Desoxyribonucleic acid (DNS). DNS (Abk. für Desoxyribonukleinsäure); in allen Lebewesen vorhandener Träger der genetischen Information mit der Fähigkeit zur Autoreduplikation (DNS-Replikation); Molekülmasse 6-10 Mio.; besteht aus zwei spiralig angeordneten Ketten von Nukleotiden, die durch vier verschiedene, sich in unterschiedlicher Reihenfolge wiederholende Basen über Wasserstoffbrücken (in der Kopplung Adenin-Thymin und Guanin-Zytosin) miteinander verbunden sind. Die Basenfolge bestimmt dabei den genetischen Code (Proteinbiosynthese). (Meyers Lexikon)

 

14                  Bambeck/Wolters, a.a.O.

15                  Bambeck/Wolters, S. 340 ff.

16                  ebd.

17                  Meyers Lexikon A-Z

18                  Berger, L./Pieper, W.: „Brain Tech/Das Buch“, Löhrbach 1989; zitiert in Bambeck/Wolters.

19                  Meyers Lexikon A-Z.

 

Literatur

Joern J. Bambeck/Antje Wolters: „Brain Power“, München 1991.

Norbert Claßen: „Das Wissen der Tolteken“, Fischer-TB.

Duden, Das Bedeutungswörterbuch, Mannheim 1993.

Nikolaus B. Enkelmann: „Sei Du selbst“, Landsberg am Lech 1987.

Meyers Lexikon, Das Wissen A - Z, Mannheim 1993.

Preston B. Nichols/Peter Moon: „The Montauk Project“, Kempton, USA 1994.

Therapy Products International (Hrsg.): „Entspannt und unbeschwert“, Landsberg am Lech 1988.


Gernot L. Geise

Unsere Existenz: Nur ein Traum?

273 Seiten, 35 Abb., Hardcover
ISBN 3-89539-616-8
Michaels-Verlag, Edition EFODON


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