Ist etwas dran an "Geistheilung"?

(c) 2001 Gernot L. Geise

Ein Erfahrungsbericht
Besonders in letzter Zeit wird sehr viel von "Geistheilung" geredet. Die eine Seite bejubelt sie als alternative Möglichkeit zur Schulmedizin und stellt - meist unbelegt - phänomenale Erfolge vor.
Die andere Seite, darunter die konventionelle Medizin, lehnt "Geistheilung" konsequent als unnachprüfbare Scharlatanerie ab.
Der Normalbürger wird meist nur einseitig informiert und weiß nicht, was er davon halten soll, denn weder die eine noch die andere Seite ist objektiv. Beide Seiten übertreiben meist ihre Positionen und werten die andere Seite ab. Bisher hatte ich mich nicht um dieses Thema gekümmert, da es mich nur am Rande interessierte und es kaum möglich ist, objektive Berichte zu erhalten. Und selbst bei jenen ist es unklar, ob sie wirklich objektiv sind. Meine Meinung zur "Geistheilung" war daher eher abwartend, obwohl ich solche Behandlungsmöglichkeiten durchaus nicht in Abrede stellen möchte.

Da ich mich selbst davon überzeugen wollte, ob "Geistheilung" möglich (und erfolgreich!) ist, beschlossen die Heilpraktikerin Barbara Teves und ich testweise geistige Behandlungen.
Meine hier beschriebenen Eindrücke können demgemäß nur meine eigenen subjektiven sein!
Dazu muss ich darlegen, was und wie behandelt werden sollte. Ich hatte im Jahre 1991 eine Bandscheibenoperation wegen eines schweren Bandscheibenvorfalls und seither Beschwerden. Daran kann man die Schwere des damaligen Eingriffes erkennen.
Die Rückenschmerzen wurden zwar im Laufe der Jahre schwächer und sind in den letzten Jahren fast ganz abgeklungen. Das hatte sich jedoch drastisch geändert, nachdem ich in meinem Garten größere Erdbewegungen durchgeführt hatte.
Die Schmerzen befanden sich etwa in Höhe der alten Operationsstelle (Wirbel L4-S1) und fühlten sich ähnlich an wie eine Art Hexenschuss, allerdings intensiver und mehr Wirbel- als Muskel-orientiert (Hexenschuss ist eine mehr oder weniger schlagartig auftretende Muskelverspannung im Lendenwirbelbereich).
Mit diesen Schmerzen, die zwar im ruhigen Stehen oder Sitzen einigermaßen erträglich, jedoch bei jeder Bewegung (aufstehen!) äußerst schmerzhaft waren, kam ich zu Frau Teves und bat sie um eine "geistige" Behandlung.

Die Behandlung sah so aus, dass Frau Teves ihre Hände in ein paar Zentimetern Abstand über die schmerzende Stelle am Becken bzw. gegenüber auf der Bauchseite hielt und sich geistig auf die schmerzende Stelle konzentrierte. Die ganze Behandlung fand im Stehen statt, wobei Frau Teves mich zuvor aufforderte, ganz entspannt zu stehen.
Die Behandlung dauerte etwa zehn Minuten. Der erste sichtbare (und spürbare!) Unterschied danach war der, dass ich mich wieder hinsetzen, aufstehen und aufrecht gehen konnte, ohne die leicht gebückte, verkrampfte Haltung, die jeder kennt, der schon einmal einen Hexenschuss hatte.
Die Schmerzen hatten sich noch nicht verringert. Das dauerte etwa eine Stunde, und dann konnte ich auch hier ein Abklingen feststellen. Nach einer weiteren Stunde war ich völlig schmerzfrei.
Was war geschehen? War das alles nur meine Einbildung? Placeboeffekt? Oder wirkliche Harmonisierung meiner körpereigenen Energieströme?

Zwei Tage vergingen, und dank "weggeblasener" Schmerzen widmete ich mich wieder meinen Gartenarbeiten, wobei ich mir dessen bewusst war, dass ich zur Schonung meiner Wirbelsäule wesentlich öfter eine Pause hätte einlegen sollen. Andererseits wollte ich jedoch austesten, wie lange die neue Schmerzfreiheit anhielt.
So musste Frau Teves ein zweites Mal einspringen, drei Tage später, denn bis dahin hatte ich meine Wirbelsäule wieder so weit überlastet, dass die Schmerzen erneut auftraten. Nun wollte ich wissen: Funktioniert eine geistige Beeinflussung oder "Heilung" auch ohne persönlichen Kontakt? Die räumliche Distanz zwischen Frau Teves und mir betrug etwa hundertfünfzig Kilometer.
Ich rief sie telefonisch an, und sie gab mir die Anweisung, mich nach dem Telefonat für die nächste etwa halbe Stunde bequem hinzusetzen und zu entspannen. Während dieser Zeit wollte sie sich auf mich und meine Rückenschmerzen konzentrieren.
Während dieser Zeit verspürte ich keine Änderungen im Schmerzbereich. Allerdings saß ich so, dass kaum Schmerzen auftraten. Hin und wieder spürte ich ein leichtes Stechen im Lendenwirbelbereich. Das war alles.
Die anschließende Wirkung glich der persönlichen mentalen Behandlung: Nach Ablauf der halben Stunde stand ich auf, wobei die verkrampfte Haltung wieder abgeklungen war.
Bis etwa eine Stunde nach der Behandlung waren die Schmerzen wieder völlig abgeklungen. Wie lange dieser Zustand anhalten würde, wusste ich nicht. Doch die Schmerzen waren ohne sonstige Hilfsmittel (Medikamente, Heizkissen o.ä.) abgeklungen und verschwunden. Sie kamen auch in den folgenden Tagen nicht wieder, allerdings muss ich zugeben, dass ich arbeitsintensive Bewegungen in den Folgetagen vermied.

Resümee:
Ob auf geistigem Weg bei mir eine völlige Heilung der Wirbelsäule möglich ist, wage ich zu bezweifeln, denn die Ärzte hatten seinerzeit mit ihrer Operation harte Tatsachen geschaffen, indem sie eine Bandscheibe entfernt hatten. Und was weg ist, ist weg. Da wird auch keine "Geistheilung" etwas ändern können.
Allerdings kann ich nun aus eigener Anschauung bestätigen, dass es möglich ist, auf geistigem (mentalen) Weg selbst starke Schmerzen zu unterbinden und dauerhaft zum Abklingen zu bringen.


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