© 2003 Gernot L. Geise

Moderne Hexenjagd

 

Man könnte meinen, dass wir im Mittelalter leben. Der Unterschied be­steht darin, dass man damals unliebsa­me Kritiker auf dem Scheiterhaufen verbrannte, heute werden sie mit raffinierteren Me­thoden mundtot gemacht.

Bestes Beispiel ist die seit einiger Zeit stattfindende Hexenjagd auf alle diejenigen, die bezweifeln, dass es bei den An­schlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center mit rechten Dingen zugegangen sei. Ich möchte mich nicht an der Diskussion um die Anschläge beteiligen (dieses Thema fällt auch nicht in die Themenbereiche des EFODON e. V.), doch türmen sich die Widersprüche und Falschaussagen dazu inzwischen zu Schwindel erregenden Hö­hen. Wer sich darüber informieren möchte, dem steht heute eine schon fast unüberschaubare Menge sowohl seriöser wie auch zweifelhafter Literatur zur Verfügung.

Was eigentlich ein ganz normaler, legitimer Vorgang ist, nämlich Widersprüchliches zu hinterfragen, wird (nicht nur, aber insbesondere) bei den Septem­ber-Anschlägen, so gut es geht, verhin­dert. Gerade zum 2. Jahrestag der An­schläge fand sich kaum ein Fernsehsender, der nicht irgendeine ,,Erinnerungs­sendung“ im Programm hatte. Meist handelten die Sendungen von interview­ten Hinterbliebenen oder teilgenomme­nen Feuerwehr- und Rettungsmannschaf­ten. Doch eines war in allen diesen Sen­dungen überdeutlich herauszuhören:

Die Vorkommnisse des 11. September sind inzwischen so, wie sie uns von of­fizieller Seite dargestellt wurden, als feste Tatsache betoniert worden, die nicht hin­terfragt werden darf. Zweifler an der of­fiziellen Version werden als „Ver­schwörungstheoretiker“ und hirnlose Fantasten beschimpft und niedergemacht („Absurd! Irre! Krank!“ [Bild]). Demgemäß wurden auch in keiner die­ser „Erinnerungssendungen“ unbequeme Fragen gestellt.

In der ARD-Sendung „Menschen bei Maischberger“ beschimpfte Sandra Maischberger den zu interviewenden Andreas von Bülow auf die unverschämteste Art, er hätte in seinem Buch „Die CIA und der 11. September“ Lügen ver­breitet und die Unwahrheit gesagt, was eine Beleidigung für die Toten sei (dabei ist es genau umgekehrt: Wenn es stimmt, was die Kritiker vorbringen, dann ist die offizielle Darstellung eine Beleidigung für die Toten!). Maischber­ger ließ von Bülow keinen Satz ausspre­chen, bezichtigte ihn mehrfach der Lüge und unterbrach ihn ständig mit ihren Unterstellungen, sodass von Bülow mehrfach darum bitten musste, seinen Satz zu Ende sprechen zu dürfen. Nun muss man wissen, dass von Bülow ja kein kleiner dummer Junge ist. Er war Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Forschungsminister, gehörte der Parlamentarischen Kontrollkommission für die Geheimdienste an und leitete den „Schalck-Golodkowski-Untersuchungsausschuss. Er war also schon politisch aktiv, als Frau Maischberger noch im Kindergarten mit Sandförmchen spielte. Ihr Verhalten hatte nichts mehr mit einem sachlichen Interview zu tun, das war gezielter Rufmord. Ich bewunderte von Bülow, dass er nicht aufstand und das Interview vor­zeitig beendete.

In die gleiche Kerbe schlug das Nachrichtenmagazin SPIEGEL, indem es ein seitenlanges Pamphlet veröffentlichte, in welchem die Kritiker der offi­ziellen 11. September-Version niederge­macht und beschimpft werden. Nicht etwa sachlich, denn der SPIEGEL ging in dem gesamten langen Artikel mit kei­nem einzigen Wort auf kritische Fragen ein. Nein, alle Kritiker wurden in einen Sack geworfen - dabei hat der SPIEGEL gleich einen Rundumschlag gemacht und auch die Kritiker der APOLLO­-Mondlandungen und anderer Vor­kommnisse mit hinein geworfen - und dann kräftig verbal draufgeschlagen.

Besonders Gerhard Wisnewski, Au­tor, Schriftsteller und preisgekrönter Dokumentarfilmer, der auch den viel beachteten Film „Die Akte APOLLO“ drehte, kommt schlecht weg beim SPIEGEL. Wisnewski hat das Buch „Operation 9/11 - Angriff auf den Globus“ veröffent­licht. Sein TV-Film „Aktenzeichen 11. 9. ungelöst“ wurde zwar einmal vom WDR ausgestrahlt, verschwand dann aber in der „Versenkung“.

Was macht man beim SPIEGEL und in verschiedenen Fernsehsendungen? Man reißt einzelne Aussprüche von ihm (auch aus Interviews) aus dem Zusam­menhang, bringt Teilsätze, die wunschge­mäß ergänzt werden, um ihm zu unter­stellen, welcher Schwachkopf er doch sei, Widersprüchliches zu hinterfragen. Eine gängige Methode, die auch in an­deren Fällen nicht nur in vielen Fernsehsendungen angewendet wird.

Und das ist mehr als auffällig. Unliebsame Eigendenker werden heute verteufelt, wie es im Mittelalter üblich war.

Die Bevölkerung wird konditioniert. Was noch vor einiger Zeit eine reine Behauptung der „Verschwörungstheoretiker“ war, kann heute jeder selbst erkennen, wenn er sich Fernsehsendungen - und die Werbung! - mit offenen Augen anschaut! Die Bevölkerung wird konditioniert, nicht mehr selbst zu denken, sondern sich lenken zu lassen. Es ist ja auch so viel praktischer, andere für sich denken zu lassen und die vorgegebene Meinung kritiklos nur zu übernehmen.

Damit die Medien-Konditionierung auch wirklich die gewünschte Wirkung zeigt, schenkt man den Menschen Spiel­zeuge, genannt Händys, um über die überall installierten Sendeantennen u. a. ihre Gehirnfrequenzen beeinflussen zu können (und durch die Bestrahlung ganz nebenbei die Fortpflanzung drastisch zu reduzieren). Und weil auch das nicht je­der mitmacht, verordnet man - wissenschaftlich getarnt - eine Fluorisierung der Zahncremes, wodurch als Langzeitwirkung Hirner­weichung hervorgerufen wird. Dem kann sich nur entziehen, wer sich die Zähne nicht putzt, aber wer macht das schon? Das System ist ganz einfach, aber durchschaubar!

Bisher dürfen wir noch Widersprüchliches hinterfragen, doch die ers­ten Ansätze, auch das zu unterbinden, gibt es schon: In den USA macht man sich inzwischen strafbar, wenn man die offizielle Version der September-Anschläge anzweifelt. Und auch in unserer freiheitlichen Bundesrepublik gibt es Tabu-Themen, die nicht angesprochen werden dürfen, ohne dass man sich strafbar macht.

Wird es zukünftig durch Gesetz ver­boten, selbst zu denken? Widersprüchliches zu hinterfragen? Müssen wir alles, was uns von offizieller Seite vorgegeben wird, kommentarlos und ohne Rückfra­gen als festgeschriebene Tatsachen ak­zeptieren? Auch wenn die Lügen noch so durchsichtig sind, wie etwa bei den „Be­gründungen“ für den Afghanistan- und Irak-Angriffskrieg? Ist diese Befürchtung etwa übertrieben?

Man fühlt sich sehr an George Or­wells „1984“ erinnert, aber das Schreckensszenarium, das Orwell dort geschildert hat, wird ja schon lange, lange überboten.

 

(Veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 60 [6/2003])

 

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