Bericht vom 4. Kongress für Grenzwissen in Regen

Regen (in Niederbayern) war mal wieder eine Reise wert. Wie in den vergangenen Jahren hatte der Veranstalter Oliver Gerschitz auch dieses Jahr (14.-15. Oktober) einen Kongress ausgerichtet, an dem insgesamt sieben hervorragende Vorträge geboten wurden. Über 250 Gäste hatten sich vorangemeldet, und was ihnen geboten wurde, war Qualität vom feinsten.
Oliver Gerschitz hat den „Freien Treff für Grenzwissen Regen“ schon vor einigen Jahren ins Leben gerufen und veranstaltet seither jeden Monat einen Vortragsabend. Die genauen Daten entnehmen Sie bitte jeweils im Internetz www.regentreff.de oder www.starservice.de. Gerschitz hat - trotz unflätiger Anfeindungen vor ein paar Jahren (und im Internetz bis heute!), als man ihn und seine Veranstaltungen mit Gewalt in die „rechte Ecke“ schieben wollte - die Organisation voll im Griff und arrangiert seine Veranstaltungen mustergültig. Mit Politik haben seine Veranstaltungen überhaupt nichts zu tun, und mit „rechtem“ Gedankengut schon gar nicht. Die Organisation fängt beim Saal an und geht weiter über die technischen Einrichtungen (drahtlose Mikrofone und Lautsprecherboxen, Mischpulte, mehrere Bildprojektoren, Leinwände, sein technisches Personal usw.) bis zum perfekten Zusammenspiel mit dem „Gasthof zur Alten Post“, der die Veranstaltungssäle stellte. Der Gasthof musste jeweils zu den Pausen schnellstmöglich Essen und Getränke für die Gäste bereitstellen, was bei mehr als 260 Gästen Schwerarbeit für die Küche und das Personal darstellte.
Der „Regen-Treff“ hat sich im Laufe der Jahre zu einem Begriff entwickelt, der bundesweit bekannt ist. Seine Gäste nehmen teilweise mehrere hundert Kilometer Anreise in kauf. Das würden sie wohl nicht tun, wenn die gebotene Qualität nicht stimmen würde. Der Erfolg hängt wohl auch damit zusammen, dass der „Regen-Treff“ nicht in einer Großstadt, sondern auf dem Land stattfindet, wo weit und breit keine ähnlichen Themen geboten werden. In einer Großstadt, wo an jeder Ecke ein Kino oder eine Veranstaltung stattfindet, hätte er sich wohl kaum zu solchem Erfolg entwickeln können.
Und nicht zuletzt sorgt Gerschitz´ moderate Preispolitik für die Beliebtheit des Treffs: Der Eintritt zu den normalen monatlichen Vortragsabenden kostet fünf Euro, für den zweitägigen Kongress gerade mal fünfzig Euro, worin schon zwei Essensgutscheine im Wert von zehn Euro enthalten sind. Hinzu kommt, dass die Preise des Gasthofes erfreulich ländlich-niedrig sind. Gerschitz ist der Meinung, dass man auch solchen Interessenten, denen es finanziell nicht so gut geht, ermöglichen sollte, Vorträge anzusehen. Ganz anders als beispielsweise bei Veranstaltungen der Präastronautiker (heute Paläo-SETI), die sich heute nur noch gut Betuchte leisten können.
Was bei den Regen-Veranstaltungen noch hinzu kommt sind die interessanten Gespräche mit Gleichgesinnten oder mit den Vortragenden vor und nach der eigentlichen Veranstaltung sowie während der Pausen.
Der Samstag begann mit einem Vortrag von Luc Bürgin aus der Schweiz, der als Sachbuchautor und Herausgeber der Zeitschrift „Mysteries“ bekannt ist, über „Das Wunder Mirin Dajo“, einem Holländer, der im letzten Jahrhundert in der Schweiz Aufsehen erregte, indem er sich bei Veranstaltungen auf offener Bühne mit einem Degen durchbohren ließ, ohne dabei irgendwelche Schmerzen zu empfinden oder zu bluten. Dieses Phänomen wurde seinerzeit mehrfach medizinisch untersucht, ohne dass man zu einer Erklärung für dieses Phänomen kommen konnte. Bürgin zeigte am Ende seines Vortrages noch einen kurzen Film, in dem eine der Vorstellungen Dajos vor Universitätsprofessoren gefilmt wurde.
Nach der Mittagspause präsentierte der Buchautor Andreas von Rétyi in seiner stets lockeren Art seinen Vortrag „Geheimakte Gizeh-Plateau“, trotz anfänglicher Probleme mit dem Videoprojektor, die Olivers Techniker jedoch schnell behoben. Wer Rétyi noch nicht kannte - er hatte diesen Vortrag schon einmal in Regen gehalten - konnte verblüffende Einsichten in die Gänge und Schächte unter dem Gizeh-Plateau nehmen.
Nach einer Pause hielt Peter Handl seinen Vortrag über den Maya-Kalender, wobei ich der Meinung bin, dass der ganze Zusammenhang des Kalenders in Verbindung mit Mathematik und Zahlen-Mysterien nicht von allen Gästen verstanden wurden, zumal Handl wohl bei seinen Zuhörern ein Grundwissen voraussetzte, das nicht vorhanden war. Letztendlich ist es auch nicht möglich, in eineinhalb Stunden diese Thematik erfüllend erklären zu können.
Am Abend hielt der Bestseller-Autor Johannes von Buttlar in lockerer Form einen Vortrag über außerkörperliche Erfahrungen, und es war erstaunlich, wie fit der heute immerhin 66-Jährige noch ist, der körperlich bestenfalls wie ein 50-Jähriger wirkt.
Der Sonntag begann mit einem Vortrag von Thomas Ritter über den Schatz der Templer, den Ritter in seiner gewohnten Art spannend vortrug.
Nach der Mittagspause schloss Hans-Ullrich Müller an mit „Mentale Vorsorge in unruhigen Zeiten“. Müller begann spektakulär, indem er ein klassisches Musikstück einspielen und das Publikum mit zuvor verteilten chinesischen Essstäbchen dazu dirigieren ließ. Der erste Teil seines Vortrages war dann zwar recht gut, aber im zweiten Teil warf er doch verschiedene Dinge in den großen Topf, die wohl kaum zusammenpassen, und demgemäß waren auch die Gäste hinterher ziemlich ratlos, was er mit seinem Vortrag wohl aussagen wollte.
Der letzte Vortrag des Tages und somit des Kongresses stammte von Gerhard Wisnewski und behandelte „Mythen im Weltraum“, basierend auf seinem Buch „Lügen im Weltraum“. Für mich war es der beste Vortrag des Kongresses, wohl auch deshalb, weil Wisnewski wunderschöne Beispiele brachte, wie seinerzeit beim APOLLO-Projekt gelogen und betrogen wurde, um der Weltöffentlichkeit vorzugaukeln, amerikanische Astronauten seien zum Mond geflogen und dort weich gelandet, um anschließend wieder wohlbehalten zur Erde zurückzukehren.
Sein Vortrag war sehr gut aufgebaut, er trug die angeblichen Beweise vor, die als Beleg für die Mondmissionen gelten, und zerlegte sie genüsslich so elegant, dass letztendlich nichts mehr übrig blieb, das für die Echtheit der Mondlandungen sprechen konnte. Dafür zeigte er dann ein paar der Unmöglichkeiten, die schon auf den ersten Blick als solche zu erkennen waren.
Auch wenn man annehmen darf, dass ein großer Teil der Gäste - nicht nur deshalb, weil ich seinerzeit zweimal meinen APOLLO-Vortrag in Regen gehalten hatte - darüber informiert war, dass die Menschheit hier einem Märchen aufgesessen ist, waren die Erklärungen und Beispiele Wisnewskis derart logisch und unanfechtbar, dass einfach keine andere Alternative mehr übrig blieb.
Der Kongress endete nach minutenlangem Applaus und der Verabschiedung der Gäste durch Oliver Gerschitz. Ihm sei auch hier noch einmal ganz herzlich gedankt für sein unermüdliches Engagement und die perfekte Organisation des Ablaufes!
Auffällig war - wie schon bei früheren Regen-Kongressen zu beobachten, dass die Gäste gebannt während der Vorträge auf ihren Plätzen sitzen blieben. Da war keiner, der während eines Vortrages den Saal verließ oder den einen oder anderen Vortrag ausfallen ließ. Und alle waren begeistert, was am Applaus und auch in späteren Gesprächen erkennbar war.
Ich freue mich schon jetzt auf den kommenden Kongress im nächsten Jahr!
(© Gernot L. Geise, veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 6/2006)