Tibor Zelikovics
Die kommende Zeitenwende
und das Goldene Zeitalter
(Veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 1/2000)
„Und es werden geschehen große Erdbeben, Hungersnöte und Seuchen, ... Das alles aber ist der Anfang der Wehen ... es wird alsdann eine große Trübsal sein, wie sie nicht gewesen ist von Anfang der Welt bisher ...
Bald aber nach der Trübsal jener Zeit ... wird erscheinen das Zeichen des Menschensohnes am Himmel ...”
(Matthäus Evangelium Kap. 24, Markus Kap. 13, Lukas Kap. 21)
Wie wird die Zukunft aussehen?
Wenn man den Prophezeiungen glauben schenken kann, gibt es gute Nachrichten und schlechte Nachrichten - die schlechten kommen allerdings zuerst.
Wie den obigen Zitaten aus den Evangelien klar zu entnehmen ist, und wie andere prophetische Quellen ebenfalls voraussagen, steht der Menschheit eine trübselige Zeit bevor, gefolgt allerdings vom sogenannten „Goldenen (oder Messianischen) Zeitalter“ - einem Zeitalter des Friedens, der Harmonie und des spirituellen Erwachens.
Sind aber Prophezeiungen überhaupt ernst zu nehmen? Und wenn ja, dann welche? Einige Prophezeiungen sind so skurril und verschleiert geschrieben, dass jede Gewissheit mangelt, was die richtige Auslegung anbelangt.
Ein weiteres Problem betrifft das psychologische Phänomen der ,sich selbst erfüllenden Prophezeiungen’, wonach ein Ereignis eintreffen kann, weil dessen Voraussage die betreffenden Parteien beeinflusst.
Kann man aber sagen, dass das bargeldlose Weltwirtschaftssystem, das bereits vor zweitausend Jahren im Neuen Testament (Offenbarung Kap. 13) beschrieben wurde und in unserer Zeit in Vorbereitung ist, auf Grund der Prophezeiungen ausgebaut wird?
Und was ist mit den Seuchen, die vorausgesagt wurden? Gerade als wir dachten, medizinisch so weit fortgeschritten zu sein, dass wir die Massenkrankheiten besiegt hätten, treten Seuchen wie „AIDS“, Ebola, und die mutierten Bakterien, Bazillen und Insektenarten auf, die gegen die bis jetzt wirksamen Antibiotika und Pestizide immun geworden sind.
Wie ist das Eintreffen der vorausgesagten geologischen und klimatischen Veränderungen zu erklären und die daraus resultierenden Hungersnöte, Erdbeben und Überschwemmungen, die Jahr für Jahr dramatisch zunehmen? Das sind keine Phänomene, die durch psychologische Beeinflussung eintreten können.
Ein weiteres Problem, das sich im Zusammenhang mit den Prophezeiungen stellt, ist die Frage nach dem freien Willen des Menschen. Wenn die Zukunft sich voraussagen lässt, inwieweit sind wir dann frei?
Eine mögliche Antwort auf alle diese Fragen bietet die Hypothese, dass es geschichtliche Zyklen gibt, die sich ständig wiederholen. Diese weisen klar ersichtliche, voraussehbare Tendenzen auf, lassen aber einen gewissen Freiraum zu. Die Autoren der Prophezeiungen sind möglicherweise mit Quellen in Verbindung, die über Wissen um die Gesetzmäßigkeiten von solchen Zyklen und deren Wirkungen verfügen Zyklen, die sich über Äonen hinweg immer wiederholen. Jemand, der die Gesetzmäßigkeiten solcher geschichtlichen und natürlichen Zyklen kennt und dazu über die historische Entwicklung und über den Zerfall früherer Zivilisationen informiert ist, könnte übernatürlich erscheinende Prognosen über die Zukunft unserer Zivilisation erstellen.
Von einer Art von ,Prophezeiung’ machen wir ähnlicherweise, in kleinerem Rahmen, tagtäglich Gebrauch. Es lässt sich zum Beispiel auf Grund statistischer Daten die Anzahl der Autounfälle für einen gewisse Zeitraum mit ziemlicher Genauigkeit voraussagen. Es lässt sich aber nicht voraussagen, welche Individuen in diese Unfälle verwickelt werden. Die Prognosen können sich außerdem, auf Grund intelligenter Vorsichtsmaßnahmen, als falsch erweisen oder es können zumindest einige Individuen verschont bleiben, die auf Warnungen bezüglich der drohenden Situation entsprechend reagiert haben.
Die Legende von Atlantis berichtet über eine technisch hoch entwickelte Zivilisation, die, ähnlich wie die unsere, die Geheimnisse der Atomkraft und der Gentechnologie gekannt und genutzt haben sollte, die sich aber wegen des Mangels an entsprechender spiritueller Entwicklung selbst vernichtet hat.
Vielleicht sind wir an einen ähnlichen Wendepunkt eines geschichtlichen Zyklus angelangt. Wir haben die technischen Möglichkeiten, um unsere Umwelt zu zerstören und um uns selbst zu vernichten, es sei denn, wir entwickeln rechtzeitig die notwendige spirituelle Reife, die uns dazu befähigt, mit unseren Technologien vernünftig umzugehen.
Dass uns warnende Hinweise auf kommende Hungersnöte, Überschwemmungen, Tier- und Pflanzensterben in den prophetischen Quellen begegnen, ist nicht überraschend. Dass man solches in renommierten wissenschaftlichen Publikationen findet, ist aber etwas Neues. Es folgen nun weitere Zitate aus dem oben erwähnten Artikel:
„Der Treibhauseffekt verändert bereits die Meeresströme. Satellitenbilder zeigen die ersten Folgen der Klimaänderung. Die langfristige Wirkung auf die Atmosphäre ist noch nicht abzusehen, doch die Küstenländer leiden schon unter stärkeren Wirbelstürmen und schrumpfenden Fischschwärmen ...
Das Küstenmeer fiebert. Die Temperatur an der Oberfläche steigt um bis zu sechs Grad auf 26 Grad Celsius. Die Algen stellen ihre Produktion ein, die Fische, die sich von ihnen ernähren, verhungern ebenso wie die Meeresvögel. Auch die Fischer, die das Phänomen „El Niño“ getauft haben, kehren mit leeren Netzen heim ...
Der Warmwassereinbruch macht sich weltweit bemerkbar, denn das Meer ist auch das Schwungrad für Vorgänge in der Atmosphäre. Windrichtungen ändern, Temperaturzonen verschieben sich. Nach dem ,Jahrhundert-El-Niño’ 1982/83 litten Australien, Indien, die Sahelzone und Südafrika unter extremer Dürre. Über Argentinien und Paraguay ergossen sich dagegen sintflutartige Wolkenbrüche ...
Früher traten El-Niño-Ereignisse etwa alle drei bis sieben Jahre auf und zogen sich über zwölf Monate hin. Diese Regel ist derzeit außer Kraft: Seit nunmehr bereits fünf Jahren sorgt ein Dauer-Niño für ratlose Gesichter in der Wissenschaftlergemeinde ...
Kürzlich warteten amerikanische Wetterkundler mit einer überraschenden These auf. Sie behaupteten, die verheerenden Regenfälle und die darauffolgenden katastrophalen Überflutungen am Mississippi im Sommer 1993 seien ebenfalls eine Langzeitfolge des El Niño von 1982 ... Über die Atmosphäre seien diese Störungen in das Zentrum Nordamerikas übertragen worden.“
Wenn die verheerenden Wirkungen eines seltenen „El Niño“ Phänomens nach zehn Jahren noch spürbar sein können, was haben wir dann zu erwarten, wenn das Phänomen jetzt jährlich auftritt?
„Über die Fernwirkung des El Niño sind sich die Wissenschaftler einig. Ozeanforscher und Agrarökonomen aus den USA und Südafrika ermittelten übereinstimmend, dass zum Beispiel die Maisernte im afrikanischen Simbabwe stärker vom pazifischen El Niño als von der Menge des Regens abhängt, der über das Land selbst niedergeht ... Nahrungsmittelengpässe [sind] Folge der El Niño-Dürren ... Mais ist in zehn südafrikanischen Ländern die wichtigste Getreideart ...
Bangladesch: Dem Hunger durch Dürre folgt der Untergang im steigenden Meer ... Meeresforscher haben lange gerätselt, was den offenen, äquatorialen Ozean zur biologischen Wüste macht ... Vor Kalifornien jedenfalls ist die Biomasse bestimmter Planktonarten seit 1961 um achtzig Prozent geschrumpft. Das Oberflächenwasser hat sich um 1,5 Grad erwärmt. Im Lauf der letzten vier Jahrzehnte wurde immer wärmeres, nährstoffärmeres Wasser aufgetrieben - mit verheerenden Folgen für den Fischbestand im Meer und die Menschen der fischfangenden Nationen ...
Gleichzeitig haben die Stürme vor Kalifornien, Nordwestafrika und Peru im Lauf der letzten vierzig Jahre an Zahl und Stärke zugenommen. In anderen Regionen der Welt drohen zunehmend Wetterextreme. Indien und Bangladesch könnten zukünftig stärker unter Dürren zu leiden haben - wenn der steigende Meeresspiegel die Länder nicht zuvor überflutet hat.“
Die politische und wirtschaftliche Situation
Während die Umweltsituation langsam aber sicher kritischer wird, ist eine politische Entwicklung im Gange, die die Vereinheitlichung der Weltwirtschaftssysteme zum Ziel hat. Die europäische Währungsunion sowie der zunehmende Gebrauch von elektronischen Zahlungsmodalitäten stellen wichtige Schritte in diese Richtung dar. Es ist natürlich nicht zu leugnen, dass eine weltweite Koordination und die enge Kooperation zwischen Nationen, besonders in den Krisenzeiten, die auf uns zukommen, unentbehrlich sind. Die Frage ist nur: Welche Instanz soll für diese Koordination zuständig sein und wer wird sie leiten? Die prophetischen Quellen scheinen skeptisch zu sein, was die Fähigkeiten des heutigen Menschen zum Umgang mit der Macht anbelangt, die so eine weltweite Instanz erfordern würde.
Christ oder Antichrist ?
„...dass niemand kaufen oder verkaufen kann, er habe denn das Malzeichen, nämlich den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens ... und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.“
Dieses ,Tier’, das in dieser, inzwischen sehr bekannten, Passage aus dem dreizehnten Kapitel der Johannes-Offenbarung vorkommt, soll der sogenannte ,Antichrist’ sein. Das System, das er einführt, wie man in der Offenbarung weiter lesen kann, soll sich über die ganze Erde erstrecken. Die Vorstellung, dass ein auf Zahlen basierendes Wirtschaftssystem schon vor zweitausend Jahren beschrieben wurde, ist an sich ungeheuer. Noch merkwürdiger ist die Zahl 666. Tatsache ist, dass die Computer-Strichcodes, die mittlerweile so gut wie alles Kaufbare kennzeichnen, stets dreimal die Zahl sechs aufweisen - einmal ganz links, einmal genau in der Mitte und einmal ganz rechts. Es scheint das Erkennungszeichen zu sein, worauf das ganze System basiert.
Das Reich des Antichristen, über welches die Prophezeiung selbstverständlich nichts Gutes zu berichten weiß, soll nur dreieinhalb Jahre währen, unmittelbar vor der Wiederkehr Christi.
Weitere wichtige Prophezeiungen behandeln die politischen Entwicklungen im Nahen Osten, da insbesondere Israel und Jerusalem scheinbar wichtige Rollen bei den weltpolitischen Geschehnissen der kommenden Zeit spielen werden.
Die spirituelle Entwicklung der Menschheit
Die Meinungen gehen auseinander, ob mit ,Christ’ und ,Antichrist’ tatsächliche Personen gemeint sind oder ob sie eventuell nur seelische Zustände oder Zeitalter darstellen. Der ,Antichrist’ stellt die niedrigere Natur dar und die Versuche der Menschheit, eine Herrschaft auf rein physischer Ebene und auf der Grundlage niedriger menschlicher Neigungen zu errichten. Der ,Christus’ stellt die höhere Natur des Menschen dar und will, durch die Erkenntnis spiritueller Gesetzmäßigkeiten, sein Reich auf der universellen Harmonie aufbauen. Es ist natürlich ebenso vorstellbar, dass diese extremen Aspekte sich als lebendige Menschen manifestieren könnten.
Eines ist jedenfalls klar: es wird in der nächsten Zeit für uns alle mehr und mehr sichtbar werden, dass etwas nicht stimmt. Die von Menschen verursachten Wehen, sei es Umweltzerstörung, Verbrechen gegen die Menschheit oder Krieg, werden lauter und lauter nach Lösungen schreien. Ein Teil der Menschheit wird glauben, dass die Lösungen allein in verbesserten technischen Vorrichtungen, mehr Kontrolle, strengeren Gesetzen liegen, ein anderer Teil wird die Wurzel des Übels eher im mangelnden Verständnis und fehlendem Respekt für die universellen spirituellen Gesetzmäßigkeiten finden. Es wird nicht so leicht sein, zu einer gesunden Synthese der beiden Ansichten zu gelangen.
Die Lage wird sich zuspitzen und niemand wird sich länger den Luxus leisten können, sich mit der Problematik nicht auseinander zu setzen. Die kritischen Zustände und die zum Teil gewalttätigen Auseinandersetzungen werden zu eine Art Katharsis oder Läuterung führen, und, wenn alles gut geht, zum Evolutionssprung, der ein Goldenes Zeitalter ermöglichen wird.
Was ist mit dem Jahr 2000 ?
Eine Milleniumwende ist von einer enormen psychologischen Prägung begleitet. Man erwartet einfach eine Veränderung. Das Phänomen der ,sich-selbst-erfüllenden Prophezeiung’ spielt hier sehr wohl eine wesentliche Rolle.
Abgesehen davon geben diverse prophetische Quellen das Ende unseres Jahrtausends als Zeitpunkt für den Anfang des Goldenen Zeitalters an. Die Propheten sind sich allerdings nicht darüber einig, was das genaue Jahr betrifft. Nostradamus und Jeane Dixon sprechen von 1999. Edgar Cayce dagegen gibt 1998 als Stichjahr an.
Bei Nostradamus ist außerdem keineswegs klar, ob er 1999 wortwörtlich oder symbolisch meint. Er sagt in seinen Briefen, dass die Prophezeiungen erfüllt sein würden und das Goldene Zeitalter beginnen würde, bevor die Welt ins siebente Millennium eintritt, von dem Zeitpunkt an gerechnet, der auf die biblische Schöpfung hinweist.
Die Bibel enthält Stammbäume, wonach von der Erschaffung der Welt bis zur Geburt von Jesus von Nazareth ca. 4000 Jahre vergangen seien. 2000 Jahre später wäre dann der Beginn des siebenten Millenniums. Natürlich ist es für uns heutzutage schwer zu glauben, dass die Welt erst vor 6000 Jahren geschaffen worden sein soll. Es ist jetzt nicht am Platz, mit Schöpfung kontra Evolutionsstreitfrage zu ringen. Aber wir können jenen folgen, die annehmen, dass die Schöpfungsgeschichte, wie sie im Buch Genesis erzählt wird, eine tiefere spirituelle und sogar prophetische Bedeutung hat. Es ist vielleicht kein Zufall, dass unsere Zivilisationsepoche nicht älter ist als ca. 6000 Jahre. Die Zeiten vorher werden ,vorgeschichtlich’ (prähistorisch) genannt.
Nach einer alten Lehre, mit der Nostradamus ohne Zweifel vertraut war, entsprechen die biblischen sechs Tage der Schöpfung und der siebente Tag der Rast der 6000 Jahre alten turbulenten Menschheitsgeschichte, die von einem siebenten Millennium der Erlösung und des Friedens abgelöst wird.
Die Verwendung dieser Form von Zahlensymbolik ist nicht uncharakteristisch für den biblischen Brauch und es ist sehr gut möglich, dass sich Nostradamus darauf bezog, als er sagte, dass das Goldene Zeitalter mit dem siebenten Millennium nach der Schöpfung beginnen würde. Er ist aber in seinen Jahresberechnungen keineswegs präzise und nennt diesbezüglich zwei verschiedene Zahlen in demselben Brief. Es gibt außerdem andere Berechnungen und Kalender, einige davon sogar heute noch in Verwendung, die sich ebenfalls auf die biblischen Schöpfungsberechnungen berufen, aber Zahlen angeben, die sich von Nostradamus’ Berechnungen wesentlich unterscheiden. Nach dem jüdischen Kalender z.B. befinden wir uns im Jahre 5760, was bedeuten würde, dass das siebente Millennium erst in 240 Jahren beginnt, während es, nach Nostradamus Berechnungen, schon vor 150 Jahre hätte anfangen müssen.
Es soll auch erwähnt werden, dass das Jahr 2000 nur in unserem westlichen Kalendersystem von Bedeutung ist. Der islamische Kalender zählt das Jahr 1420, der jüdische, wie gesagt, 5760 und beim chinesischen Kalender schaut es nochmals anders aus.
Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass Jesus, nach den uns zur Verfügung stehenden Informationen, im Jahre Vier vor Christus geboren wurde oder, einigen Gelehrten zufolge, sogar im Jahre Sechs oder Sieben v. C. (Unser gegenwärtiges Kalendersystem basiert auf einer Laune von Kaiser Augustus, der beschloss, den Kalender vorzuverlegen, um so das Jahr Null in seine Regierungszeit fallen zu lassen. Jesus ist 4, bzw. 6 oder 7 Jahre vor dieser Kalenderreform geboren). Wenn wir also 2000 Jahre nach Christi Geburt zählen, würde das siebente Millennium 1996 oder bereits 1994 oder 1993 begonnen haben.
Es scheint, dass die einzige Möglichkeit, wie wir aus der ,7000 Jahre-Theorie’ einen Nutzen ziehen können, darin besteht, anzunehmen, dass diese Zeitangaben sich nicht exakt auf unser Kalendersystem beziehen (es kann sich auch um astrologische Zeitalter handeln); dass also seit der biblischen Schöpfung bis zur Zeit Christi ca. 4000 Jahre vergangen sind und dass das messianische Zeitalter ungefähr 2000 Jahre nach Christi Geburt beginnen wird.
Die biblische Prophetie umgeht diese Problematik, indem sie keine Kalenderjahre erwähnt, und statt dessen sehr viele Einzelheiten nennt, anhand derer bedeutende geschichtliche Perioden erkannt werden können. Diesem Beispiel folgend bräuchten auch wir keine Jahrtausendwende, um wahrzunehmen, dass die gravierenden Veränderungen, die die Prophezeiungen beschrieben, bereits im Gange sind.
Als Abschluss scheint ein Zitat von Michel Nostradamus angebracht, worin er einige seiner Ansichten zum Thema Prophezeiungen schildert:
„Es ist offensichtlich, dass alle Prophezeiungen durch den Hauch Gottes und durch engelgleichen Geist (Bote) dem prophezeienden Menschen ins Herz gelegt werden. Dabei stützt er sich auf eine prophetische Gewissheit, die unter der Kontrolle der Astronomie steht, eng verbunden mit der biblischen Vorhersage. Die Zukunft aber beruht allerdings selbst einzig und allein auf dem freien Willen.“
Die Pyramiden-Prophezeiungen
Prophetische Traditionen sind aus allen vorstellbaren Zeiten und Quellen überliefert worden; vom Osten, wie auch vom Westen. Es gibt persische, indische, chinesische, japanische, süd- und nordamerikanisch-indianische Quellen.
So gut wie alle Religionen haben prophetische Traditionen. Die religiösen Prophezeiungen sind in der Regel ,messianisch’. Es handelt sich dabei um einen Weltlehrer, der nach dem unaufhaltbaren Zerfall der irdischen Gesellschaftsordnung die Menschheit zu ihrer verlorenen Harmonie mit dem Kosmos zurückführen, die ,Religio’ (Wiedervereinigung) des Menschen mit der universellen Gesetzmäßigkeit herstellen wird.
Dass prophetische Traditionen religiösen Quellen entstammen, ist nicht überraschend. Es gibt aber eine andere, unvermutete, jedoch sehr wichtige und interessante, uralte Quelle, deren prophetische Bedeutung erst vor relativ kurzer Zeit entdeckt wurde.
Es handelt sich dabei nicht um etwas Geschriebenes oder um eine Sage, sondern um einen Bau, der bereits in alten Zeiten (wie auch heute) als eines der größten Weltwunder betrachtet wurde. Von manchen als eine ,Offenbarung in Stein’ bezeichnet, ist es eine ehrfurchtgebietende Struktur, voll von Geheimnissen und Wundern, die Historiker und Archäologen alle Zeit verblüffte: die große Cheopspyramide in Ägypten.

Die Große Pyramide
Als größte von den Pyramiden scheint sie, laut Archäologen, die älteste und möglicherweise das Modell für spätere Pyramiden zu sein. Es gibt einige Theorien, denen zufolge sie gar nicht von den Ägyptern gebaut wurde, sondern bereits zum Höhepunkt des ägyptischen Reiches ein altes Relikt war. Tatsache ist, dass niemand so richtig weiß, wie alt sie wirklich ist, aber Versuche, die gemacht wurden, um die große Pyramide zu datieren, deckten einige bemerkenswerte Ziffern auf, die zwar die ursprüngliche Frage nicht beantworten konnten, aber einige bedeutende prophetische Informationen hervorbrachten.
Die Pyramide: ein kosmischer Kalender
Anfang des 19. Jahrhunderts bemerkte Sir John Herschel, der Sohn des Entdeckers des Planeten Uranus, Sir William Herschel, dass der herabführende Durchgang der Großen Pyramide in einem Winkel konstruiert war, der zu gewissen Zeiten zu Alpha-Draconis, dem Drachenstern, zeigte, und zwar einmal ca. alle 1500 Jahre. Es wurde berechnet, dass eine solche Übereinstimmung im Jahre -2170 stattgefunden hatte.
Dieses Datum gewann durch eine andere Entdeckung, die ebenfalls im 19. Jahrhundert gemacht wurde, noch mehr an Bedeutung. Prof. Piazzi Smyth, dem königlichen Astronom von Schottland, der auch ein berühmter Ägyptologe war, fiel auf, dass im Jahre -2170, als der herabführende Durchgang zu Alpha-Draconis zeigte, die Spitze der Pyramide genau unter Alcyone oder Eta-Tauri, dem Hauptstern der Plejadengruppe, stand, die dem Tierkreisabschnitt des Stieres zugeordnet ist. Diese doppelte Konstellation kommt nur einmal alle 25.827 Jahre vor.
Prof. Smyth erwog deshalb, dass -2170 das Jahr gewesen sein müsste, in welchem der Durchgang und daher die Pyramide gebaut wurde. Andere Archäologen jedoch wiesen auf die Tatsache hin, dass dieses Zusammentreffen der Sterne nicht nur -2170 passierte, sondern sich alle 25.827 Jahre wiederholt. Warum sollte gerade -2170 als das Baujahr der Pyramide betrachtet werden?
Abgesehen davon, bezeichnet man den Zeitabschnitt von 25.827 Jahren in der Astronomie als ein ,siderisches’ oder Sternjahr. Die Erde kehrt auf ihrer Umlaufbahn durch das Universum einmal in 25.827 Jahren an genau die gleiche Position zurück. Könnte es nicht sein, dass diese Übereinstimmung der Sterne Alcyone und Alpha-Draconis gar nichts mit dem Alter der Pyramide zu tun hat, sondern eventuell auf einen zeitlichen Anhaltspunkt hinweist oder einen Schlüssel zu einem anderen Geheimnis liefert?
Wie sich herausstellt, beweist sich gerade dies als wahr, da diese spezielle Übereinstimmung der Sterne tatsächlich der Schlüssel zur prophetischen Botschaft der Großen Pyramide ist.
Die Zahl 25.827 wiederholt sich in der Geometrie der Großen Pyramide noch mindestens zweimal. Die Summe der Basisdiagonalen ergibt 25.827 Pyramidenzoll. Der Durchmesser, auf der Höhe der Königskammer gemessen, enthüllt dieselbe Zahl.
Das Pyramidenzoll ist eine Maßeinheit, die sich in der Geometrie der Pyramide ständig wiederholt; sie war ein Grundmaß, das die Erbauer verwendet haben. 25 Pyramidenzoll ergeben eine Pyramidenelle. Ein Pyramidenzoll ist etwas kleiner als ein britisches Zoll (inch); aber der Unterschied ist so geringfügig, dass wir die beiden Maße als nahezu identisch betrachten können.
Als die Ägyptologen erkannten, dass es einen Zusammenhang zwischen 25.827 Jahren und 25.827 Zoll gab, begannen sie darüber zu spekulieren, dass diese Gleichung 1 Jahr = 1 Zoll irgendeine besondere Bedeutung haben könnte. Diese Theorie wurde glaubhafter, als Piazzi Smyth eine weitere Entdeckung machte. Er stellte fest, dass der Abstand zwischen dem Kreuzungspunkt der drei Hauptgänge der Pyramide bis zum Eingang 2.170 Zoll betrug. Das würde darauf hindeuten, dass das Datum -2170 tatsächlich bedeutsam sein könnte wenn schon nicht als Entstehungsdatum der Pyramide, so doch als zeitlicher Bezugspunkt.

Das Innere der Großen Pyramide
Diese Theorie wurde weiters unterstützt von anderen Zeichnungen, die Prof. Smyth in den Durchgängen fand. Die Abstände zwischen diesen Zeichnungen schienen merkwürdigerweise auf Zeitperioden hinzuweisen, die mit wichtigen Daten der Weltgeschichte übereinstimmten. Es gibt zwar Meinungsverschiedenheiten unter den Archäologen und Pyramidologen, welche exakte Daten diese Zeichnungen andeuten, doch in einem Punkt scheint Übereinstimmung zu herrschen: Die Durchgänge enden auf so eine Weise, dass sie auf einen Punkt hinzuweisen scheinen, der sich auf das Ende unseres Jahrhunderts bezieht.
Eine mögliche Interpretation dieser Tatsache ist die pessimistische Annahme, dass dies auf das ,Ende der Welt’ hindeute. Dies ist aber weder die einzig mögliche noch die wahrscheinlichste Auslegung. Würden die Zeiten, die in der Pyramidenstruktur angedeutet werden, mit dem Beginn der Welt zusammenfallen, dann wäre es logisch, daraus zu folgern, dass mit dem Ende der Linien, das Ende der Welt gemeint ist. Dies ist jedoch nicht der Fall.
Die Übereinstimmung von Alpha-Draconis und Alcyone im Jahr -2170 zeigt eher den Anfangspunkt für die Zeitmessungen an, wodurch die anderen Zeichen ihre jeweilige Bedeutung gewinnen und eine Art Botschaft vermitteln. Aber was ist der Inhalt dieser Botschaft?
Das ,Göttliche Auge’ und der fehlende Spitzstein
Zu den wichtigsten Daten, auf die in der Pyramidengeometrie hingewiesen wird, zählen jene, die sich auf die Geburt, die Mission und die Kreuzigung des Jesus von Nazareth beziehen. Aber worauf deutet das Ende der Messungen? Kann es sein, dass dies auf ein Ereignis hinweist, welches in irgendeiner Art der Höhepunkt der Botschaft ist, den die Erbauer der Pyramide zu vermitteln versuchten?
Einige der bekanntesten Pyramidologen haben die Meinung vertreten, dass die Große Pyramide eine geometrische Repräsentation prophetischer Wahrheiten sei und dass ihre Bedeutung von messianischer Natur sei. Eine auffallende Tatsache, die diese Ansicht zu untermauern scheint, ist die Auswahl der Sterne, nach denen die Pyramide bei der sternjährlichen Übereinstimmung ausgerichtet ist. Der herabführende Durchgang ist zum ,Drachenstern’ Alpha-Draconis ausgerichtet, die Spitze der Pyramide zu Alcyone.

Die Pyramidenspitze auf der amerikanischen Dollarnote
Der Drache stellte in der Symbolik der alten nahöstlichen Region die negative, zerstörende Kraft dar verkörpert in der Figur des Satans. Alcyone, zu dem die Spitze der Pyramide weist, wird als der Zentralpunkt unserer Sonnenumlaufbahn erwogen - ein offenbar göttliches Symbol.
Die Plejaden, deren Hauptstern Alcyone ist, stellten in alter astronomischer Tradition den weiblichen, liebenden Aspekt der Natur dar. Die Plejaden stimmen symbolisch mit dem Planeten Venus, dem Regenten des Stieres überein. Stier ist derjenige Abschnitt des Tierkreises, in welchem sich die Plejaden befinden. Im prophetischen Symbolismus der judeo-christlichen Tradition wird der Messias als der ,Helle und Morgenstern’ dargestellt, der in Wirklichkeit gar kein Stern ist, sondern der Planet Venus.
Die messianische Theorie wird durch eine weitere bemerkenswerte Tatsache untermauert, nämlich die, dass der Gipfelstein der Pyramide fehlt. Darüber hinaus gibt es keinen fundierten Hinweis darauf, dass es ihn je gegeben hätte. Die Spitze der Pyramide ist flach, der Abschlussstein fehlt einfach.
Studenten des Pyramidensymbolismus argumentieren, dass diese Unvollständigkeit beabsichtigt sei und dass der fehlende Spitzstein das kommende Goldene Zeitalter oder die Ankunft eines Meisters oder Weltlehrers, der des Menschen verlorene Harmonie mit dem Göttlichen wiederherstellen wird, darstellen könnte.
Man begegnet diesem Symbolismus des fehlenden Gipfelsteins in vielen alten esoterischen Traditionen. Eine Darstellung dieses Symbols findet man heute noch im Großen Siegel der Vereinigten Staaten von Amerika. Es ist auf jedem Dollarschein zu sehen: eine unvollständige Pyramide mit einem göttlichen Spitzstein, ein Zeichen, das mit der Freimaurerei in Verbindung steht. Die Freimaurer wiederum, wie auch andere Logen und esoterische Bruderschaften, führen Teile ihrer Traditionen bis auf das alte Ägypten zurück.
Edgar Cayce über „Die Große Pyramide”
Eines der bemerkenswertesten Channel-Medien des 20. Jahrhunderts, dessen Beitrag zum metaphysischen Wissen weltweit mehr und mehr Beachtung erlangt, ist Edgar Cayce (1877-1945). Nach seinen ,Readings’, die die Große Pyramide betreffen, war der Spitzstein ursprünglich da gewesen. Nichtsdestoweniger bestätigt er die messianischen Aspekte der prophetischen Botschaft der Pyramide. Ich zitiere einige Auszüge aus den Cayce Readings:

Der Seher Edgar Cayce (1877-1945)
„Die Große Pyramide ist eine steinerne Chronik der Geschichte und Entwicklung des Menschen, von der Zeit ihrer Erbauer bis zum Ende des gegenwärtigen Erdenzyklus im Jahre 1998. Ihre Aufzeichnungen sind sowohl in der Sprache der Mathematik, Geometrie und Astronomie geschrieben als auch in der Art der verwendeten Steine mit ihrer Symbolik. Am Ende des Zyklus wird es eine weitere Veränderung in der Position der Erde geben, wenn der Große Eingeweihte zurückkehrt, um die Prophezeiungen zu vollenden. Alle Veränderungen, die stattfanden und stattfinden werden, sind in den Gängen zwischen Basis und Spitze dargestellt. Sie sind bezeichnet durch die Lage der Steine, ihre Farbe und die Richtung, die die Krümmungen nehmen…
In der Großen Pyramide wird die gegenwärtige Geschichte durch die niedrige Decke am Eingang jenes Ganges symbolisiert, die zur Königskammer führt. Dieser niedrige Gang oder diese Vertiefung zeigt eine absteigende Tendenz, was durch die Variationen der verwendeten Steine gezeigt wird…
Der leere Sarkophag in der Königskammer ist selbst ein Symbol für die Erleuchtung des Menschen hinsichtlich der Bedeutung des Todes - als ein Hinübergehen von einer Daseinsebene zu einer anderen. Die Länge, Breite, Höhe und die unterschiedlichen Richtungen der zahlreichen Schichten von Steinen in den Gängen und Kammern der Pyramide stellen präzise die hervorragenden Ereignisse in der spirituellen Entwicklung des Menschen auf der irdischen Ebene dar. Geburt und Tod des Jesus von Nazareth sind auf Jahr, Tag und Stunde genau in der Biegung der Passage dargestellt, die in die Königinnenkammer führt…
An einem Punkt der niedrigen Passage wird 1936 als ein Jahr der Wirren und des Tumults, der Kriege, Stürme und Revolten dargestellt, mündend in Massenunruhen. Nach 1956 folgt eine Zeit der Festigung, tritt die Welt in eine neue Periode ein - wie es in der Königskammer gezeigt ist, irgendwann zwischen 1938 und 1958. Diese Ära ist der Beginn von in vielerlei Hinsicht ungewöhnlichen Entwicklungen; sie endet im Jahr 1998. Es wird eine Zeit der Vorbereitung auf das Kommen des Meisters sein … Es wird eine Zeit des spirituellen Wiedererwachens und der Erleuchtung sein, eine Zeit neuen Verstehens, neuen Lebens und neuen Glaubens. Es wird deutliche Fortschritte auf wissenschaftlichem Gebiet geben und neues Wissen über den Ausgleich der Schwerkraft, mit deren Hilfe die Pyramide selbst errichtet worden ist…
Das gegenwärtige Zeitalter der Menschheit nähert sich rasch dem Höhepunkt seiner Entwicklung. Am Höhepunkt der Welle wird es einen Bruch geben zwischen den materiell Denkenden und den spirituell Denkenden. Viele werden abfallen, aber die Standfesten werden geführt werden, die Aufzeichnungen zu finden und sie überall zum Wohle der Menschen zu deuten…
Heute steht der Mensch wiederum an der Schwelle zu einer neuen Zeit, dem Wassermannzeitalter, in dem die Menschheit ein neues Bewusstsein oder einen neuen Erkenntnisgrad erreicht - einer neuen Einheit der Welt.”
Auszüge aus dem Buch:
Tibor Zelikovics: „Die kommende Zeitenwende und das Goldene Zeitalter“. Prophetische Visionen zur Gegenwart und Zukunft, Metaphysika Edition, ISBN 3-9501148-0-7, im Buchhandel erhältlich.
„metaphysika edition“ ist der Gemeinschaftsverlag des Wiener Arbeitskreises für Metaphysik und der Schweizer Metaphysischen Gesellschaft.