Ein „Megalithgrab“ bei Staßburg

© 1999 Rudi Schulz; veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 31/1999

 

Als ich vorigen Monat einmal eine Umleitung fuhr, sah ich einen großen Steinhaufen. Ich kehrte noch einmal dorthin zurück und war erstaunt, was ich dann sah: riesige Monolithen, und zwar zurechtgehauene Steinblöcke. Die senkrechten Steinplatten ragen noch etwa 1,80 Meter aus der Erde heraus. Der eine Dachstein misst etwa 2,80 x 1,30 x 0,5 Meter. Derjenige, der schon in die Erde sinkt, ist mindestens drei Meter lang. Die Monolithen scheinen aus Sandstein zu bestehen. Die Dichte von Sandstein beträgt 2,5 g/cm3, womit sich ein Gewicht von etwa 4,5 Tonnen für einen Monolithen errechnet. Eine ganz schöne Leistung, solche Steine zu transportieren und zu verbauen. Ich hätte nicht geglaubt, dass es in Sachsen-Anhalt so etwas gibt, schon gar nicht so dicht vor meiner Haustür. Mein Freund, der aus dieser Gegend stammt, hatte davon auch noch nichts gehört.



 Auf der Stirnseite eines der Steine fand ich ein Datum eingeritzt, mit der Jahreszahl „03“. Ich schätze, es sollte „1903“ heißen. Daneben war in vergangener Zeit weitere Schrift aufgebracht. Diese ist jedoch so verwittert, dass man sie nicht mehr deuten kann. Vielleicht ist sie weitere hundert Jahre älter.


 


Da dieses „Hünengrab“ weniger als zwanzig Kilometer von Staßfurt entfernt ist, kann ich dort schnell hinfahren. Es liegt, von Staßfurt aus gesehen, hinter Nienburg, nicht weit von der Kreuzung Latdorf/Gerbitz (in Richtung Gerbitz) entfernt.

Ich nahm einen UKW-Empfänger und einen Kompass mit, um zu sehen, ob sich Anomalien in Form von Störungen zeigen. Der Empfang war jedoch nirgends gestört. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite zeigte der Kompass richtig an, an den Steinen drehte sich die Nadel mindestens 35 Grad weiter nach links, und zwar in die Richtung, in die auch der „Kasten“ ausgerichtet ist. 


 


Nach der Klassifizierung ist dies wohl ein „Steinkistengrab“. Ich glaube aber, dass es eine Kultstätte war. Schon die Ausrichtung in die Richtung der magnetischen Kraftlinien und nicht nach Nord/Süd gibt zu denken.

Ob dieses „Megalithgrab“ von Bedeutung ist oder ob schon andere Interessenten diese Stätte untersucht haben, kann ich nicht beurteilen. 


 


(Fotos: © Rudi Schulz)


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