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1994 Horst Friedrich
Jahrhundertentdeckung Burrows Cave
(Veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 3/1994)
Wie müsste heute eine
archäologische Entdeckung beschaffen sein, um als Sensation eingestuft zu
werden? Sie müsste etwa die Entdeckung des Grabes von Tutenchamun 1922 durch
Howard Carter und Lord Carnarvon, die Ausgrabung des Turmes von Babel durch
Robert Koldewey ab 1899, oder die Ausgrabung des alten ‘‘Troja‘‘(1) durch
Heinrich Schliemann ab 1870 noch weit in den Schatten stellen.
Ihrem aufsehenden Charakter zum
Trotz förderten die eben als Beispiele benannten Entdeckungen nämlich letztlich
nur Erwartetes zutage. Heute müsste eine archäologische Entdeckung, um als
wirkliche Sensation eingestuft zu werden, vor allem ein konsternierendes
Element enthalten, welches das ganze, von der einschlägigen Schulwissenschaft
gelehrte "Weltbild" in Frage stellt. Extreme, apriorisch nicht auszuschließende
Beispiele für dergleichen wären etwa die Ausgrabungen eines prähistorischen
‘‘Vimana‘‘(2) unter eiszeitlichen Ablagerungen oder des -
bibelfundamentalistisch in Kanaan vermuteten - Salomonischen Tempels auf der
Iberischen Halbinsel (3).
Nicht minder Anspruch darauf, als
archäologische Sensation eingestuft zu werden, hätte zweifellos eine
Entdeckung, die etwa das schulwissenschaftlicherseits gelehrte
isolationalistische Weltbild zur Vorgeschichte des amerikanischen
Doppelkontinents gänzlich umstürzt. Ebendies scheint bereits 1982 geschehen zu
sein, ohne dass es sich herumgesprochen hat!
Am 2. April besagten Jahres
entdeckte Russell Burrows, ein Oberst a. D. der US-Streitkräfte, in
einem abgelegenen kleinen Tal des südlichen Illinois eine Art
Höhlen-Sanktuarium. Genauer gesagt stürzte er in eine mittels eines
Kipp-Steines konstruierte "Verschmachtungsfalle", einen tiefen
Schacht, konnte sich aber geistesgegenwärtig retten. Die spektakulären
Artefakte, die Burrows seither in der nach ihm benannten Höhle fand, sind zum
Teil inzwischen in einem Buch beschrieben worden (4).
In den Funden aus der Burrows
Cave manifestiert sich ein so singuläres Amalgam aus amerikanisch-indianischer
und mediterran-orientalischer Kultur, dass bereits ein nur flüchtiges
Durchblättern besagten Buches dazu führen muss, das schulwissenschaftliche
Szenario zur amerikanischen Prähistorie als gänzlich abwegig zu verwerfen. Kein
Wunder also, dass die Schulwissenschaft - nota bene, wie üblich unbesehen! -
das Ärgernis als gigantische Fälschung abstempelt. Burrows Cave wurde zum,
allerdings ungleich enormeren, amerikanischen Gegenstück zu Glozel. Was dem
Verfasser weitaus weniger einleuchtet, ist die Tatsache, dass auch das
amerikanische nonkonformistische "Establishment" - ebenfalls unbesehen!
- von Fälschung spricht. Ihm ist noch kein einziger konkreter Grund bekannt
geworden, der diese Verdächtigung rechtfertigen könnte. Im Übrigen muss
angesichts von über 4.000 Artefakten der Fälschungsverdacht als gänzlich
unrealistisch erscheinen.
Der Gerechtigkeit halber muss
allerdings angemerkt werden, dass bisher noch kein unabhängiger Forscher -
weder Schulwissenschaftler noch Nonkonformist - Gelegenheit erhielt, Burrows
Cave selbst zu besuchen. Selbst die betreffende Örtlichkeit wird noch immer
geheim gehalten. Dies scheint einerseits mit der offenbar noch ungeklärten
Rechtslage im Staate Illinois für derartige archäologische Funde
zusammenzuhängen. Andererseits scheinen Colonel Burrows und der Grundbesitzer
verhindern zu wollen, dass die Höhle durch Vandalismus verwüstet wird oder die
Artefakte durch das Museums-Establishment als angebliche Fälschungen vernichtet
werden, um so das gefährliche Ärgernis aus der Welt zu schaffen.
In unserer Zeit, in der
allenthalben - mitunter durchaus zu Recht - Verschwörungen gewittert werden und
die "Weltverschwörungstheorie’’ sich, in vielen Varianten, wachsender
Popularität erfreut, überrascht es den Verfasser allerdings, dass nicht schon
längst versucht wurde, Burrows Cave als das Produkt einer ‘‘mormonischen Verschwörung’’
abzustempeln. In der Tat scheinen die dortigen Funde nicht übel zum Buch Mormon
zu passen, dessen Entstehung und Inhalt vielen Nicht-Mormonen suspekt
erscheinen. Zur Erinnerung: im Buch Mormon ist von ethnolinguistischen und
kulturellen Transfusionen aus dem spätalttestamentlichen Orient zu den
Indianervölkern Amerikas die Rede.
Da der Verfasser aber organisierten
Religionsgemeinschaften und ihren ‘‘Heiligen Büchern’’ gegenüber stets ein
gewisses Misstrauen hegt, sei das Buch Mormon hier aus der weiteren Betrachtung
gelassen. Im Hinblick auf das, was wir bereits heute durch die Forschungen
kompetenter Nonkonformisten wie B. Fell (5) über die offensichtlich
multiplen ethnolinguistischen und kulturellen Ursprünge der amerikanischen
Völker und Kulturen wissen, ist ein Fund wie Burrows Cave eigentlich zu
erwarten. Dies unterstreicht auch C. Covey (emeritierter
Geschichtsprofessor, dennoch Nonkonformist) in seinem Vorwort zu dem Buch von
Burrows & Rydholm. Und, wie bereits D. Childress (6), hebt in einem
Anhangs-Essay der sehr qualifizierte Nonkonformist J. B. Mahan hervor,
dass noch bis über das Mittelalter hinaus große Teile Nordamerikas ein
zivilisiertes Land waren, dessen Kultur in Verbindung und Austausch mit anderen
Kulturen, selbst über interkontinentale Entfernungen hinweg, stand (7). Als
Produkt dieser Zivilisation muss man sich wohl Burrows Cave in Illinois
vorstellen. Nach Mahan wurden im Sanktuarium Burrows Cave die Sonnenkönige der
nordamerikanischen Hochkultur bestattet. Diese Hochkultur, mit Verbindungen zu
fernen Weltteilen, scheint im 13. Jahrhundert (konventioneller Zeitrechnung)
von einer letztlich aus Innerasien stammenden, barbarisch-kriegerischen
Invasion teilweise vernichtet worden zu sein, in Resten aber bis zum Beginn der
europäischen Kolonisation fortbestanden zu haben.
Die ewig kriegerischen, kulturell
stark abgesunkenen ‘‘Wildwest’’-Verhältnisse, die ‘‘dark and bloody grounds’’
im Inneren des nordamerikanischen Kontinents, scheinen also eine späte
Entwicklung gewesen zu sein, eine Verfallszeit, entfernt vergleichbar etwa mit
den Verhältnissen, wie sie zur Völkerwanderungszeit in den Ländern des
einstigen Imperium Romanum herrschten. Analoge Regressionsphänomene dürften im
Verlaufe der Menschheitsgeschichte wohl viel häufiger gewesen sein, als wir uns
das bisher denken. Im Übrigen scheint es leicht verständlich, warum das
amerikanische schulwissenschaftliche Establishment und prominente
Nonkonformisten unisono Burrows Cave partout als Fälschung verdrängen wollen.
Es ist das unterbewusste schlechte Gewissen. Allzu lange war der
Durchschnittsamerikaner davon überzeugt, dass der ‘‘Redman’’ ja nur ein
‘‘Wilder’’ war, den man ohne große Gewissensbisse verdrängen konnte. Heute
haben die Einsichtigeren längst begriffen, dass das indianische Erbe mit seiner
Weisheit, Naturverbundenheit und schamanischen Tradition etwas höchst
Erhaltenswertes, ein wichtiger Beitrag für eine zukünftige harmonischere
Weiterentwicklung der gesamten Menschheit auf unserem Planeten ist. Sollte sich
nun auch noch herausstellen, dass vor noch gar nicht so langer Zeit im Inneren
Nordamerikas eine kulturell hochstehende Zivilisation existierte, könnte das
schlechte Gewissen unerträglich werden und zu Spannungen im kollektiven
Unbewussten führen.
Anmerkungen
(1) Aus sehr bedenkenswerten Gründen ist in Zweifel gezogen
worden, dass Schliemann wirklich das homerische Troja entdeckt hat. Vergl. Jan N. Sammer: "Troy and the Greek Dark
Age", in: KRONOS, Vol. VIII/No. 2, 1983.
(2) Nach altindischen Sanskrit-Quellen prähistorische Luft-
und Raumfahrzeuge.
(3) J. Touchet (in: MEDITERRANEA, ab No. 29, 1988)
präsentiert mit guten Gründen ein Szenario, wonach das Reich Salomos im
iberischen Westen lag und die "Ibri" (die hebräische Bibel kennt
keine "Hebräer"!) erst nach Salomon in Kanaan auftauchten.
(4) Russell Burrows & Fred
Rydholm: "The Mystery Cave of Many Faces", Marquette/Michigan (USA),
1992.
(5) Etwa in Barry Fell: "America B. C.", New York,
1976, aber vor allem in den ESOP-Jahrbüchern der EPIGRAPHIC SOCIETY.
(6) David H. Childress: "Lost
Cities of North & Central America", Stelle/Illinois, 1992.
(7) Joseph B. Mahan: "Historic
and Ethnological Context of Burrows´ Cave", in: Burrows & Rydholm, op.
cit., S. 209-220.