Ungereimtheiten unserer Vorgeschichte

© 1998 Gernot L. Geise, veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 30/1998

Versteinerter Dinosaurier-Kot

Eine Zeitungsmeldung macht mich nachdenklich: „Versteinerter Kot der Dinosaurier gibt Rätsel auf“ (1). Die amerikanische Wissenschaftlerin Karen Chin (United States Geological Survey in Menlo Park/Kalifornien) berichtete im britischen Wissenschaftsjournal „Nature“, dass im Süden Kanadas ein versteinerter Dinosaurier-Kothaufen (Koprolith) von 44 mal 16 mal 13 Zentimeter gefunden worden sei. Das Rätselhafte daran ist für die Forscher, dass der Kotstein zu rund vierzig Prozent aus Knochensplittern mit Größen zwischen einigen Millimetern und weniger als einem Zehntel Millimeter bestehe. Da die Zähne eines Tyrannosaurus kaum zum Zermahlen der Nahrung geeignet waren, sei es nicht vorstellbar, wie die Knochen derart fein zermahlen wurden. Ein Vergleich mit heutigen Krokodilen zeigt, dass auch sie ihre Beute in großen Stücken herunterschlingen. Krokodile besitzen jedoch aggressive Verdauungssäfte, die alle weichen Bestandteile aus einem Knochen herauslösen. Die Knochensplitter des Saurierkots seien jedoch offensichtlich keinen aggressiven Verdauungssäuren ausgesetzt gewesen. Nun sind die Forscher am Überlegen, ob der Tyrannosaurus vielleicht Magensteine zum Zerkleinern der großen Nahrungsbrocken besaß.


 

Ein versteinerter Seeigel (Conulus subrotundus) aus einer Turon-Formation (schreibkreideähnlicher Kalk), gefunden in Wüllen bei Ahaus (Westfalen). Wie kommt er dorthin? (Im Besitz des Autors)


Dazu fiel mir zunächst nicht die Fragestellung nach den Magen- oder Mahlsteinen auf - darüber unten mehr -, sondern der Umstand, dass sich anscheinend niemand darüber wundert, dass ein Kothaufen versteinert ist. Wie soll das ohne eine schlagartig einsetzende Großkatastrophe möglich sein? Jeder kennt die heutigen ungeliebten Hunde-Kothaufen. Doch kommt irgendjemand auf die Idee, sie könnten versteinern, wenn sie nicht vom Gehweg geräumt werden? Schon die Vorstellung daran ist lächerlich. Jeder weiß, dass sie, insbesondere bei Regenwetter, bereits nach einigen Tagen aufgelöst sind. Und doch haben die Forscher einen versteinerten Kothaufen gefunden.

Wie schon Dr. Hans-Joachim Zillmer feststellte (2), ist es völlig unmöglich, dass Versteinerungen von Spuren oder auch ganzen Tieren - und hierzu gehört auch oben genannter Kothaufen - im Verlaufe von Jahrmillionen stattfinden, wie es die Wissenschaft erklärt. So lange hält sich kein organisches Material, ohne zu vergehen - und schon gar kein Kothaufen. Es muss eine globale Großkatastrophe gegeben haben. Global deshalb, weil rund um die Erde versteinerte Fossilien der gleichen Arten gefunden werden. Möglicherweise war der Auslöser ein einschlagender Himmelskörper, der zunächst eine globale Hitzewelle und dann eine Flutwelle auslöste. Die Hitzewelle, etwa vergleichbar mit einer Hitzewelle bei einer Atombomben-Explosion, nur vielfach stärker, umrundete die Erde und verbrannte dabei Vegetation und Tiere, soweit sie sich nicht in geschützten Teilen befanden. Das ist das einzig vorstellbare Szenarium, bei dem beispielsweise frische Saurierspuren in Lehmboden regelrecht eingebrannt werden konnten. Die danach einsetzende Flutwelle, die alle Kontinente und Berge überschwemmte, überlagerte die eingebrannten Spuren und Tierkadaver mit Schwemmsand und anderen mitgeführten Sedimenten. Daraus bildeten sich später die Gesteinsschichten über den Fossilien.

Die große Flut

Dass es eine weltumspannende Flut gegeben haben muss, wird heute allgemein nicht mehr bezweifelt. Dazu sind die archäologischen Funde zu offensichtlich. Ich möchte hier nicht auf die Details eingehen, doch es muss eine Flutwelle gewesen sein, wie wir sie uns nicht vorstellen können, kilometerhoch, denn sie schwappte auch über die höchsten Berggipfel. Das erkennt man daran, dass auch dort u.a. Muscheln gefunden werden können. Nein, jetzt bitte nicht mit dem Pseudo-Argument kommen, diese Gebirge wären vormals nicht da gewesen, hätten unter dem Meeresspiegel gelegen und seien dann aufgefaltet worden. Dieses Argument würde ich gelten lassen, wenn es sich nur um ein einziges Gebirge mit versteinerten Muscheln handeln würde.

Haifischzähne, Seeigel und Muscheln weitab von jeglichem Meer sprechen eine klare Sprache. Versteinerte Muscheln, die geschlossen sind, sprechen ebenfalls sehr deutlich, dass sie urplötzlich von weichem Gestein eingeschlossen worden sein müssen. Wie Zillmer schon ausführte, erlahmen beim Tod einer Muschel deren Muskeln, so dass sie sich öffnet. Die versteinerten Muscheln sind jedoch überwiegend geschlossen. Also müssen sie zu dem Zeitpunkt, als sie durch das flüssige Gestein eingeschlossen wurden, noch gelebt haben.


 

Versteinerte Haifischzähne (Lamna crassiaens) aus einer Oligocän-Formation, gefunden bei Weinheim (bei Alzey). Wie kommen sie dorthin? (Im Besitz des Autors)


 

Ammonit (pyritisiert; Phlyseogrammoceras dispansiforme) aus einer Lias zeta-Formation, gefunden bei Mistelgau (bei Bayreuth). Wie kommt er dort hin? (Im Besitz des Autors)


Der Geologe Timothy Bralower (Universität von North Carolina in Chapel Hill) und seine Kollegen glauben, den Einschlagsort des Himmelskörpers gefunden zu haben, der vor rund 65 Millionen Jahren die Erde traf (3). Der eingeschlagene Meteorit riss - nach Messungen der Geologen - ein Loch von zweihundert Kilometern Durchmesser in den Meeresboden, wobei ein großer Teil der mexikanischen Halbinsel Yukatan abbrach und in die Meerestiefe gerissen worden sei.

Hier hätten wir - unabhängig von der angegebenen, angenommenen Einschlagszeit von vor rund 65 Millionen Jahren - einen Auslöser, der tatsächlich kilometerhohe Flutwellen erzeugen konnte.

Wie lange dauert eine Versteinerung?

Braucht es Jahrmillionen für eine Versteinerung? Zillmer sagt „nein“. Und begründet es in seinem Buch „Darwins Irrtum“ sehr genau. Mir fällt dabei ein weiterer Vergleich ein. In Tropfsteinhöhlen kann man Stalagmiten und Stalaktiten bewundern (die einen wachsen von oben nach unten, die anderen andersherum). Die allgemein vertretene Meinung ist die, dass es Jahrtausende - wenn nicht länger - brauche, um diese Gebilde wachsen zu lassen. Nun wissen wir, dass sie aus Mineralien bestehen, die von durch die Höhlendecke eindringendes Tropfwasser mitgebracht werden und sich dort zapfenartig ablagern. Vergleiche ich nun (bitte nicht lachen!) meine ständig verkalkende Kaffeemaschine mit den Tropfsteinen, so stelle ich fest, dass es höchstens ein paar hundert Jahre dauern kann, um solche „Jahrhunderttausend alte“ Gebilde zu erzeugen! Falls heiße Luft durch die Höhlen geblasen wurde, musste es noch schneller gehen. Das hängt von der Luftfeuchte und der Temperatur ab.

Feuerspeiende Drachen

Doch zurück zum Saurier-Kot. Das ganze Rätsel der amerikanischen Forscher um Frau Chin würde sich in Wohlgefallen auflösen, wenn sie im eigenen Land nachgefragt hätten, denn bereits 1995 wies der Paläontologe Prof. John Shindler (Museum of Natural History in New York) nach, dass Dinosaurier, insbesondere der Tyrannosaurus Rex, Mahlsteine in ihren Mägen hatten (4). Er hatte mit Kollegen in der Nähe von „Petrified Forest“ (Colorado) Ausgrabungen gemacht und war dabei auf einen konservierten Tyrannosaurus Rex gestoßen. Dabei fanden sie winzige Speisereste, die sie analysierten. Nach genaueren Untersuchungen stellte sich heraus, dass das Eiweiß denaturiert - genauer: gebraten - war.

Weitere Überprüfungen erbrachten tatsächlich pflanzliche Speisereste und Mahlsteine im Magen des Sauriers. Chemische Untersuchungen zeigten, dass die Magenwände, der Rachen und die Mundhöhle des Sauriers mit einem Eiweißstoff beschichtet waren. Dieser Stoff wirkte ähnlich wie Teflon und schützte die inneren Organe des Sauriers vor Verbrennungen. Die Schlussfolgerung des Paläontologen war, dass es offensichtlich zum Erscheinungsbild des Tyrannosaurus Rex gehörte, dass er im wahrsten Sinne des Wortes Feuer spuckte. Die gefressenen Speisen gärten in seinem Magen und erzeugten dabei (wie in jedem Magen) brennbares Methan. Hatte der Saurier auch Feuersteine in seinem Magen - was offenbar die Regel war, sonst hätte die Natur nicht die „Sicherheitsbeschichtung“ erfinden müssen -, und diese schlugen aneinander, so konnten Funken entstehen, die das Methan-Gasgemisch entzündeten. Der Saurier spuckte im wahrsten Sinne des Wortes Feuer.

Doch auch hier stelle ich fest, dass das Naheliegendste schlicht übersehen wird: Wenn die Saurier - wie es in jedem Lehrbuch steht - vor etwa 65 Millionen Jahren ausgestorben sein sollen, wieso sind nach solch langer Zeit überhaupt noch Essensreste nachweisbar? Sie können nicht versteinert gewesen sein, sonst hätte man sie nicht mehr analysieren können!

Ein weiterer Punkt: nach gängiger Lehrmeinung soll Tyrannosaurus Rex ein reiner Jäger, also ein Fleischfresser, gewesen sein. Wenn man nun nachweisen konnte, dass er pflanzliche Nahrung im Magen hatte, und noch mehr: dass sein Verdauungssystem für pflanzliche Nahrung ausgelegt war (inklusive der feuerfesten „Verkleidung“), dann werden wohl alle Vorstellungen über die „blutrünstige Bestie“ Rex umgeworfen werden müssen. Man fragt sich, wozu er dann die riesigen Zähne brauchte, und warum er keine Mahlzähne im Maul hatte. Etwa wie die Gorillas, die ebenfalls Reißzähne besitzen, aber reine Pflanzenfresser sind. Es gibt also mehr anstatt weniger Fragen!

Wenn es stimmt, was nach diesen Ausgrabungen und den anschließenden Untersuchungen als belegt angesehen werden kann, dass Saurier - und insbesondere Tyrannosaurus Rex - Feuerspucker waren, dann müssen die Sagen und Überlieferungen, die von feuerspuckenden Drachen reden, ernster genommen werden als bisher. Haben unsere Vorfahren noch Kontakt mit Sauriern gehabt? Offenbar, denn sonst hätten sie nicht darüber reden können. Das bedeutet jedoch, dass die Vorstellung, die Saurier seien vor rund 65 Millionen Jahren ausgestorben, wirklich nur ein Märchen ist! Die Saurier müssen bis in unsere jüngste Vergangenheit überlebt haben, oder wenigstens ein paar von ihnen.


 

Tyrannosaurus Rex. Seine dolchartigen Zähne sind bis zu fünfzehn Zentimeter lang („Tiere der Urzeit“, Augsburg 1989)


 

Ein Fischsaurier-Fossil (Ichtyosaurus), gefunden bei Pressath (Nordostbayern), zu sehen im dortigen Heimatmuseum („Der neue Tag“ vom 02.07.98)


Dr. Zillmer beschrieb bereits die versteinerten Fußspuren von Menschen und Sauriern in derselben Gesteinsschicht (5), bei deren Freilegung in Amerika er selbst mithalf. Nun hat man auch in Südafrika in Sandstein versteinerte menschliche Fußspuren gefunden, die rund 230000 Jahre sein sollen (6). Bei dieser Spur sind zwar keine Saurierabdrücke vorhanden, doch vielleicht hat man sie nicht beachtet, weil man sie in dieser Gesteinsschicht nicht erwartet? Ob mit oder ohne Saurier: Tatsache ist, dass es sich um versteinerte Fußabdrücke handelt, und mit Fußabdrücken verhält es sich genauso wie mit Kot. Innerhalb kürzester Zeit verschwinden sie, insbesondere bei Regen. Deshalb muss auch hierbei eine schlagartige Konservierung stattgefunden haben. Ob es sich um ein- und dieselbe Katastrophe handelte, die auch zur Dezimierung der Saurier beitrug, mag dahingestellt bleiben und muss noch näher untersucht werden. Auf jeden Fall liegt diese Katastrophe keinesfalls Jahrmillionen zurück, sondern höchstens ein paar hunderttausend Jahre, schon fast in unserer „greifbaren“ Geschichte!

Anmerkungen

(1) dpa-Zeitungsmeldung aus: „Der neue Tag“ vom 17.07.98, freundlicherweise zugesendet von Manfred Renner, Grafenwöhr.

(2)  Vgl. etwa: Hans-Joachim Zillmer: „Darwins Irrtum“, München 1998; ders.: „Schnell versteinerte Berge und feuerspeiende Drachen“, in: SYNESIS Nr. 29; ders.: „Dinosaurierspuren in weicher Kohle“, in: SYNESIS Nr. 28/1998; ders.: „Gemeinsame Spuren von Dinosauriern und Menschen“, in: SYNESIS Nr. 27; ders.: „Die Evolution, frei erfunden?“, in: SYNESIS Nr. 26.

(3)  dpa-Zeitungsmeldung aus: „Der neue Tag“ vom 28. 4. 98: „Urzeit-Meteorit wütete auch in der Meerestiefe“, zitiert aus dem Fachmagazin „Geology“. Bei dieser Meldung darf jedoch nicht vergessen werden, dass es keinerlei verlässliche Datierung gibt, sondern nur Annahmen.

(4)  (o.A.) „Heißer Atem“, in: Bild der Wissenschaft Nr. 4/1995, freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Dieter Vogl.

(5)  Hans-Joachim Zillmer: „Gemeinsame Spuren von Dinosauriern und Menschen“, in: SYNESIS Nr. 27

(6)  dpa-Zeitungsmeldung aus: „Der neue Tag“ vom 09.07.98 („Frühe Spur“).

 

Nachtrag:

Feuerspeiende Saurier waren Aprilscherz!

Es klang so logisch, war scheinbar wissenschaftlich untermauert und erschien als eine „normale“ Meldung in „bild der wissenschaft“, schon in der Ausgabe Nr. 4/1995: „Heißer Atem“. In diesem Beitrag wird geschildert, dass ein Prof. John Shindler vom Museum of Natural History in New York bei Ausgrabungen Saurier freigelegt hätte, in deren Mägen sich Steine befanden. Es wurde durchaus glaubhaft rekonstruiert, wie diese die bei der Verdauung entstehenden Methangase entzünden konnten.

Dieser Meldung sind sicher nicht nur wir „auf den Leim gegangen“ und haben sie in unseren Arbeiten zitiert.

Vielleicht wäre der „Nachweis“ von feuerspuckenden Dinos noch in weitere Untersuchungen eingeflossen, wenn nicht Dr. Zillmer direkt beim Natural History Museum in New York nach Prof. Shindler gefragt hätte, woraufhin man ihm mitteilte, dass dieser nicht bekannt sei. Auf Anfrage bestätigte ihm dann „bild der wissenschaft“, dass es sich bei der Meldung um einen Aprilscherz gehandelt hätte.

„Das ist ein Ding! Da muss man noch vorsichtiger werden!“, meinte Dr. Zillmer. Denn wer rechnet damit, dass sich eine Meldung in einem seriösen Wissenschaftsmagazin als Verulkung herausstellt? Bei uns hat es immerhin dreieinhalb Jahre gedauert, bis der „Aprilscherz“ als solcher erkannt wurde. In wie viele Bücher ist er wohl als „Tatsache“ eingeflossen?


(nach oben) . (zurück zur Übersicht) . (zur GLG-Homepage)