Nach welchen Kriterien funktioniert die Stratigrafie?
(c) Gernot L. Geise; veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 4/2001
Stratigrafie
Die Geochronologie gliedert sich in drei Bereiche:
1) Die Stratigrafie benutzt geologisch-paläontologische Methoden und betrachtet die Schichtenfolgen als Chronik erfüllter Erdzeit.
2) Die Chronographie benutzt astronomische und geologische Methoden; sie sieht die Schichten als Abbild periodischer Zeitabläufe.
3) Die Chronometrie wendet physikalisch-chemische Methoden an und nutzt die Zerfallszeit der in Mineralien enthaltenen natürlichen radioaktiven Nuklide als Zeitmesser.
In einem natürlichen Verband von Schichtenfolgen ist im Laufe der Zeit nacheinander Schicht auf Schicht abgelagert worden, so dass die jüngere Schicht auf der älteren Schicht lagert und das räumliche Aufeinander dem zeitlichen Nacheinander entspricht.
Anhand dieser einzelnen Schichtenfolgen werden von den Archäologen nicht nur die groben Erdzeitalter, sondern auch im Bereich der historischen Zeiten einzelne Jahresfolgen ausgezählt. Für Datierungen der Vorzeit bedient man sich auch der sogenannten Leitfossilien, um eine Schicht zeitmäßig zuzuordnen. Leitfossilien sind ehemalige Lebewesen, die angeblich nur in einer bestimmten Zeit gelebt haben und für diesen Zeitraum charakteristisch sind.
Stratigrafische Schichten zeigen also periodisch wiederkehrende Ereignisse an, beispielsweise das jährliche Überschwemmen eines Flusses.
Ganz ähnlich funktioniert es bei den Eiskernbohrungen beispielsweise auf Grönland oder in der Antarktis. Hier zählt man die Eisschichten, wobei von regelmäßig seit Urzeiten alle Jahre wiederkehrenden Schneeniederschlägen ausgegangen wird.
Schwieriger wird es, wenn die Überschwemmungen oder die Schneeniederschläge nicht regelmäßig waren, beispielsweise ab und zu ausblieben. Wer weiß, ob dieser Fluss nicht auch durch ungewöhnliche Wetterverhältnisse mehrmals im Jahr über seine Ufer trat? Ob es nicht mehrmals im Jahr zu Schneestürmen kam, die sich als Schicht niederschlugen?
Widersprüche
Betrachte ich die Ausgrabungen aus jüngster Vergangenheit beispielsweise der "Römer"-Zeit , so muss ich staunen ob der Zielsicherheit der Archäologen, die einzelnen Schichten jahresgenau zuzuordnen. Denn bei solchen Ausgrabungen ist ja nicht jedesmal ein Fluss in der Nähe, der seine Spuren hinterlässt. Und trotzdem ist für die Archäologen eine jahresgenaue Schichtenfolge ablesbar. Ich frage mich, wie das möglich sein soll? Wie bauen sich diese Schichten jahreszeitlich bedingt auf? Woher weiß die Natur, die letztendlich das Material für die Schichten liefert, wann ein Jahr vorbei ist und eine neue Schicht angefangen werden muss?
Wie schon Dr. Hans-Joachim Zillmer in seinem neuen Buch "Irrtümer der Weltgeschichte" bewies, können sich eine ganze Reihe von Erdschichten innerhalb allerkürzester Zeit bilden, beispielsweise durch einen Vulkanausbruch. Archäologen in künftigen Zeiten, die dort Ausgrabungen vornehmen, datieren die Funde dann jahrmillionenweit zurück, obwohl sie erst wenige Jahrzehnte alt sind.
Woher stammt die bedeckende Erdschicht?
Ausgrabungen aus der Zeit vor etwa 2000 Jahren ("Römer"...) liegen im allgemeinen einige Meter tief unter der Erde. Das ist zwar erklärbar, wenn in der Nähe etwa ein Wald stand. Doch nicht überall war Wald, der genügend Humus bilden konnte, um das benötigte Erdmaterial zu liefern. Ich frage mich schon länger, wo die ganze Erde herkommt, die über den Ruinen und Artefakten liegt? Wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht, so sieht man, dass verfallene Gemäuer durchaus nicht von Erdmassen bedeckt werden, nicht einmal ansatzweise. Wie könnten sonst die Burgen, die nur höchstens etwa fünfhundert Jahre nach der "Römerzeit" erbaut worden sind, als Ruinen alle noch frei stehen? Sie müssten zumindest teilweise verschüttet sein. Das sind sie jedoch nicht, wie jeder weiß. Und nicht nur deshalb, weil sie immer wieder freigelegt wurden.
Woher kommen also die Erdmassen, die auch noch stratigrafisch säuberlich geschichtet über den Ruinen aus der "Römerzeit" liegen? Es kann doch nicht angehen, dass eine "villa rustica" unter einigen Metern Erde liegt, während anderswo wie Dr. Zillmer zeigte Dinosaurierskelette an der Erdoberfläche liegen, obwohl seit dem angeblichen Aussterben dieser Riesentiere etwa 65 Millionen Jahre vergangen sein sollen. Vergleicht man die Fundstellen dieser Skelette mit den "Römerbauten", so müssten sie eigentlich unter kilometerdicken Schichten vergraben sein. Das sind sie jedoch nicht.
Deshalb die Fragen: Woher kommt die Erde, die sich auf Ruinen ablagert, aber nicht immer, sondern nur ab und zu. Nach welchen Kriterien lagert sich diese Erde ab? Warum werden Ruinen zugeschüttet, während ganze versteinerte Skelette (manchmal) an der Erdoberfläche liegen? Die Natur sagt doch nicht: Hier lagere ich Erde ab und hier nicht...
Die einzige für mich logische Erklärung wäre die, dass es in geschichtlicher Zeit (also etwa vor zweitausend Jahren) eine regionale Katastrophe gegeben haben muss, die mit kataklysmischen Überschwemmungen verbunden war. So würden sich die Erdmassen über den "römischen" Ruinen erklären lassen. Dabei würde sich jedoch wiederum die Frage stellen, wieso diese Katastrophe aus dem Gedächtnis der Menschen verschwunden ist. Oder ist sie es etwa nicht und wird nur jahrmillionenweit zurück datiert?