Gibt es etwas Neues vom Mars?

(c) 1997 Gernot L. Geise, veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 24/1997

Wir warten gespannt auf neue Bilder vom Mars, denn immerhin befindet sich seit Anfang September die NASA-Sonde ,,Mars Global Surveyor" in einer Umlaufbahn um den Roten Planeten. Die NASA gab auch stolz das planmäßige Einschwenken in den Marsorbit bekannt. Im Status-Bericht der NASA am 8. Oktober wird gemeldet, dass die Sonde in 37 Kilometern über der Marsoberfläche die sechzehnte Umkreisung beendet hat.

Zur Erinnerung: der ,,Global Surveyor" hat eine Hochleistungskamera an Bord, mit der hochauflösende Bilder der Marsoberfläche aufgenommen werden sollen, und „selbstverständlich“ seien im Computerprogramm der Sonde auch Objekte wie das „Marsgesicht“ registriert.

Der „Global Surveyor“ befindet sich momentan noch in einer sehr stark elliptischen Umlaufbahn, auf der die Sonde am nächsten Punkt dem Mars bis auf ein paar hundert Kilometer nahe kommt, während sie sich am fernsten Punkt einige zehntausend Kilometer vom Mars entfernt. Die NASA will mit einem speziellen Manöver, genannt „Aerobraking“, die Sonde behutsam abbremsen und in eine stabile Kreisbahn bringen. „Aerobraking“ sieht vor, bei jeder Umkreisung die Sonde durch ein kurzfristiges Eintauchen in die Marsatmosphäre abzubremsen, bis aus der Ellipsenbahn eine annähernd kreisförmige Umlaufbahn geworden ist. Dieses Manöver soll bis zum Januar abgeschlossen sein, und dann würde - so die NASA - die Sonde mit der Kartografierung der Oberfläche beginnen.


 

Zwei ,,Marsianer" lugen um einen Felsen herum, um die Aktivitäten des ,,Sojourner" zu beobachten, rechts ein Bildausschnitt (NASA-Foto: Sojofrie; Ausschnittsvergrößerung: Geise)


Da stellt sich natürlich sofort die Frage, wie tief die Sonde eigentlich in die Lufthülle eintauchen muss, um überhaupt einen Bremseffekt zu erreichen, wenn die Atmosphäre doch nur ein hundertstel so dicht wie die irdische sein soll? Es ist das alte Problem: entweder ist die Marsatmosphäre wesentlich dichter, als es uns die NASA erzählt, oder es gibt keinen Abbrems-Effekt! Es sei denn, die Sonde taucht bis fast auf die Oberfläche in die Mars-Atmosphäre ein, wobei jedoch andere Probleme auftauchen dürften.

Die NASA hat sich eine Hintertür offengehalten, indem sie uns mitteilt, das „Aerobraking“-Manöver sei noch niemals erprobt worden, und dabei könne natürlich auch einiges schief laufen.

Die NASA hat sich an ihre Ankündigung gehalten - die der amerikanische ehemalige NASA-Mitarbeiter Richard C. Hoagland als in der Geschichte der NASA einmaligen Skandal bezeichnete -, nur ,,ausgewählte" Bilder zu veröffentlichen. Diese Politik hat die NASA erfolgreich bei der ,,Pathfinder"-Sonde angewandt, indem sie nur einige hundert von tausenden übertragenen Fotos veröffentlichte. Mit dieser Methode kann schon im Vorfeld alles, was ,,nicht gesehen werden darf" - lies: Bilder, die etwas zeigen, was nicht sein darf -, problemlos aussortiert werden. Natürlich ist dieses Verhalten der amerikanischen Weltraumbehörde Wasser auf die Mühlen der Gerüchteküchen, doch das hat sich die NASA selbst zuzuschreiben. Da helfen auch die verteidigenden NASA-Aussagen nicht viel, ,,selbstverständlich" würde die NASA nichts, kein Bild und kein Messergebnis, verschweigen ...

Der Verdacht, dass ,,mit falschen Karten gespielt wird", drängt sich geradezu auf, wenn die NASA die Veröffentlichungen über die ,,Pathfinder"-Mission einstellt, mit der Begründung, die Bildübertragung sei beendet, weil in die Sonde aus Versehen Batterien eingebaut worden seien, die nicht wiederaufladbar sind. Wer soll das eigentlich glauben? Hat der Mars-Rover ,,Sojourner" etwa eine marsianische Cola-Dose gefunden, so dass die Bilder, die nun noch übertragen werden, Top secret sind? Oder hängt diese NASA-„Notreaktion“ etwa damit zusammen, dass (Privat-) Forscher auf einigen der „Pathfinder“-Fotos am Bildhorizont mehrere gleich aussehende, hütten- oder gebäudeähnliche Objekte erkannt haben wollen?

Bereits zwischen die laufende Übertragung der ,,Pathfinder"-Bilder schmuggelte die NASA ein Foto dazwischen, das zwei großäugige ,,Marsianer" zeigt, die hinter einem Felsen hervorlugen und die Aktivitäten des ,,Sojourner" beobachten. Soll das etwa ein Zeichen von Humor bei der NASA sein??


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