Die beiden russischen Wissenschaftler, der Physiker Mark Nusinow und der Mikrobiologe Sergej Lysenko, haben ein Verfahren entwickelt, wie eine Sporen-Trockensubstanz zum Mars geschossen und dort in die Atmosphäre abgeregnet werden könnte.
Diese Sporen würden dann dort Methangas und Ammoniak bilden, wodurch wiederum eine Art Treibhauseffekt entstehen würde, durch den dann langfristig die Temperaturen auf dem Mars ansteigen würden. Im Zuge dieses Temperaturanstieges würden die wasserhaltigen Polkappen abschmelzen, und in diesem Wasser könnten Algen wachsen, die dann Sauerstoff produzieren würden, so dass auf lange Sicht eine atembare Atmosphäre entstehen würde. Für die Umwandlung der Lufthülle des Mars rechnen die beiden Wissenschaftler mit etwa 100 bis 200 Jahren.
Begrüßenswert ist es schon, dass sich jetzt auch russische Wissenschaftler mit dieser Thematik beschäftigen. Nur, es ist im Prinzip ein „alter Hut“, denn exakt solche Pläne für eine zukünftige Marsbesiedelung hatte die NASA bereits in den siebziger Jahren entwickelt.
Wichtiger wäre es, endlich die mysteriösen Bauwerke auf der Marsoberfläche zu untersuchen, ehe spektakuläre Eingriffe in die Atmosphäre unseres Nachbarplaneten gemacht werden. Und hier erreichte uns die Meldung, dass die Mondsonde CLEMENTINE-1 des amerikanischen Verteidigungsministeriums angeblich inzwischen auf dem Weg zum Mars ist. CLEMENTINE-1 war zum Zwecke des Kartografierens zum Mond geschickt worden und konnte im Herbst 1994 sensationell nachweisen, dass es auf der Mondoberfläche ausgedehnte Eisfelder gibt, die der Wissenschaft bisher entgangen sind. Nach der Beendigung der Mondmission sollte CLEMENTINE eigentlich den Asteroidengürtel ansteuern, um den bisher unerforschten Kleinplaneten Geographos zu untersuchen. Diese Zusatzmission wurde jedoch wegen technischer Schwierigkeiten abgesagt. Wenn nun ein Flug zum Mars möglich geworden ist, dann hat man wohl die technischen Probleme gelöst - oder es gab andere Gründe.
Natürlich handelt es sich wieder einmal um Gerüchte aus NASA-Kreisen, die jedoch immerhin der amerikanische TV-Sender NBC zitierte. Der Satellit, der mit hochauflösenden Kameras bestückt ist, soll - lt. NBC - zumindest einen Teil der Aufgaben der NASA-Marssonde MARS-OBSERVER übernehmen, von der man von offizieller Seite nicht weiß, ob sie den Mars überhaupt erreicht hat, weil die Funkverbindung unterbrochen sei. Dazu bemerkt übrigens Richard C. Hoagland in seinem jüngst (endlich!) auch in Deutschland erschienenen Buch „Die Mars-Connections“, dass die NASA selbst heute noch offiziell das Vorhandensein künstlicher Artefakte auf dem Mars abstreitet, während sie (Hoagland hat gute Verbindungen zu NASA-Forschern) inoffiziell das gezielte Ansteuern der Cydonia-Region („Mars-Gesicht“, Pyramidenstrukturen) durch den OBSERVER eingeplant hatte. Da erscheint es wieder recht unglaubwürdig, dass der OBSERVER ausgefallen sein soll, denn ein korrektes Einschwenken in die Mars-Umlaufbahn hat die NASA noch bestätigt.
Merkwürdig ist auch, dass in Amerika die jüngsten Raumaktivitäten wieder durch das Militär (US-Verteidigungsministerium) anstatt durch die zivile NASA vorgenommen werden...
Quellen
Hamburger Abendblatt, 28.11.94.
Magazin 2000, Nr. 102, 12/1994.
Richard C. Hoagland: „Die Mars Connection“, Essen/München/Bartenstein/Venlo/Santa Fe, 1994.