© 2000 Hans - Peter Thietz
(Veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 2/2000)
Das unumstößlich erscheinende Faktum, die Bodenfläche auf der Erde sei naturgemäß unveränderlich festgelegt, werden wir nach neueren Erkenntnissen nun relativieren müssen - es stimmt offensichtlich in dieser Ausschließlichkeit nicht.
Sie haben sicherlich von dem Prinzip der Kontinentaldrift gehört, das in diesem Jahrhundert von Alfred Wegener entwickelt wurde. Danach habe es einmal einen Urkontinent gegeben, inmitten eines globalen Meeres, dieser sei dann in einzelne kontinentale Schollen aufgebrochen, die nun auf einem inneren Magmagürtel driften. Auf diese Weise würden sich Nord- und Südamerika von Europa und Afrika seit 200 Mio. Jahren stetig weiter voneinander entfernen. Diese jährliche Differenz ist tatsächlich messbar und beträgt in Abhängigkeit vom Messort 10 bis 12 cm pro Jahr.
Also scheint mit dieser Theorie alles in bester Ordnung zu sein. Dabei wird als selbstverständlich vorausgesetzt, dass es auf der anderen Seite der Erdkugel zu einer entsprechenden Annäherung z. B. gegenüber Australien und Asien kommt. Doch da hat man nun ebenfalls diese jährliche Vergrößerung des Abstandes gemessen! Und das lässt logischerweise nur eine Schlussfolgerung zu: Unser Planet dehnt sich aus und wird zunehmend größer! Diesen Oberflächenzuwachs hat man bereits berechnet: z.Z. pro Jahr 5,2 Quadratkilometer.
Doch wodurch sollte dies geschehen? Die physikalischen Ursachen führen uns zu einem völlig neuen physikalischen Weltbild, das hier nur kurz skizziert werden kann. Danach existieren im Weltall Neutrino-Quellen (z. B. Supernova), die diese Partikel aussenden und von Himmelkörpern, wie unserem Planeten, eingefangen werden. Hierbei handelt es sich um gewaltige Energiemengen, die teils den Planeten durchdringend passieren, teils abgebremst und in Materie umgewandelt werden (also ein rückwärtiger Verlauf der berühmten Einsteinschen Energie-Masse-Gleichung, mit der Bildung von Masse aus Energie). Die obige Formulierung Z. Z. pro Jahr 5,2 qkm bedeutet hierbei, dass dieser Massezuwachs nicht gleich bleibend verläuft, sondern exponential zunimmt - vergleichbar mit dem uns so geläufigen Zins- und Zinseszinseffekt, da eine Erde mit mehr Masse auch entsprechend mehr Neutrinos konsumiert.
Dieser jährliche Materiezuwachs unseres Planeten soll immerhin 915 x 10 hoch 11 Tonnen betragen, oder 16 500 Kubikkilometer. Dieses physikalische Prinzip erklärt zudem auch das Phänomen der Erdwärme, da hierdurch eine ständige innere Aufheizung erfolgt.
Wenn wir bei dieser vor sich gehenden Expansion voraussetzen, dass die globale Wassermenge der Weltmeere stets etwa gleich geblieben wäre, so verteilt sich die Masse der Weltmeere nun auf eine größere Planetenoberfläche. Da diese Oberfläche nicht eben ist, sondern beträchtliche örtliche Unterschiede im Höhenniveau aufweist, muss sich diese Wassermenge nun über diese sich vergrößernde Oberfläche verteilen. Und das heißt nichts anderes, als dass die bedeckende Wasserschicht insgesamt dünner wird und dadurch immer mehr trockene Landmasse hervortritt, entsprechend ihrem Höhenniveau. Hierbei treten jedoch außerdem primäre Gestaltungskräfte auf, die ein Aufreißen des Meeresbodens bewirken, wie dies z. B. links und rechts des mittelatlantischen Rückens sichtbar ist. Durch das Ausfüllen dieser Bruchzonen durch die Weltmeere sinkt der Spiegel der Weltmeere weiter ab. Über längere Zeiträume gesehen bleibt so die für eine Bewirtschaftung verfügbare Bodenfläche also nicht konstant sondern vergrößert sich. Auch wenn man berücksichtigt, dass es zudem in der Erdgeschichte - und das sogar in unserem Jahrhundert - teils bedeutende Hebungen des Meeresbodens gegeben hat, dem anderenorts ein Absinken gegenüberstand, dürften sich solche Wirkungen im Mittel gegeneinander aufheben und keinen wesentlichen Einfluss auf diese Entwicklung der haben. Anders sieht es da schon bei den polaren Eispanzerungen aus, die im Südpolgebiet bereits eine Dicke von 3 km erreicht haben sollen und ständig weiter anwachsen. Irgendwann führt die durch sie bewirkte zunehmende Unwucht zu gravierenden Veränderungen in der Erdrotation, die vermutlich bis zu Polverlagerungen oder gar Polumkehrungen führen. Die damit verbundenen unvorstellbar riesigen Flutwellen und globalen Vulkanismen führen dann periodisch zu Neuordnungen der Oberflächenstruktur unseres Planeten und zum fast vollständigen Untergang der dadurch betroffenen Zivilisation. Das letzte dieser Ereignisse dürfte die noch im Gedächtnis der Völker verankerte Sintflut gewesen sein, die auf etwa 10 000 v. Chr. zu datieren ist. Dennoch wird sich trotz dieser Ereignisse die verfügbare trockene Landmasse über diese erdgeschichtlichen Zeiträume hinweg im Schnitt vergrößern.